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Morgengruß von Helmut Harff:: Meine Daten

… sind bares Geld...

Man stelle sich folgende Szenerie vor: Der Versicherungsvertreter besucht ein Ehepaar. Beide wollen die Kfz-Versicherung wechseln und lassen sich ein neues Angebot erstellen. Der Vertreter fragt nach den Autotypen der beiden und beide geben die Infos weiter. Dann will der Versicherungsmann wissen, wer das Auto fährt, wo es abgestellt wird, wie alt der Besitzer ist, wie viele Kilometer im Jahr gefahren werden. Die Frau gibt bereitwillig Auskunft, der Mann will keine Angaben machen.

Sie wissen längst, was passiert. Die Frau bekommt wesentlich bessere Konditionen angeboten als der Mann, wird wohl nur die Hälfte bezahlen, wenn er überhaupt einen Vertrag bekommt. Was zeigt uns das? Wir geben seit Jahrzehnten unsere Daten weiter – nicht nur, wenn es um unsere Kfz-Versicherung geht. Doch wir geben unsere Daten nicht einfach so hin, denn die haben einen Wert. Wir verkaufen in dem Beispiel unsere Daten an die Versicherung und bekommen dafür günstigere Konditionen, denn die Versicherer können so besser einschätzen, wie hoch bei uns das Versicherungs-Risiko für sie ist.

Nicht anders ist es, wenn Sie bei unseren Gewinnspielen teilnehmen. Sie verraten uns viel von sich. Wenn wir es wollten, die Zeit und die Mittel dazu hätten, könnten selbst wir von vielen Gewinnspielteilnehmern ein erstaunliches Profil erstellen. Wir kennen Namen, Adresse, Telefonnummer, Mailadresse, Konfektions- und Schuhgröße, bei Damen auch noch die des BHs. Wir könnten feststellen ob jemand zu- oder abgenommen hat, ob jemand umgezogen ist und noch einiges mehr. Wie gesagt, wir tun das nicht, weil es für uns einfach keinen Sinn macht.

Doch es gibt Firmen, für die das durchaus Sinn macht, deren Geschäftsmodell gerade diese Datensammlung und -auswertung ist. Klar ich denke an Bigplayer wie Facebook, Google oder Youtube. Auch denen verkaufen wir alle, die sich dort registrieren oder auch nur die Angebote nutzen, unsere Daten. Wir bekommen auch eine Gegenleistung dafür: Wir können Facebook, Google und Co. rund um die Uhr „kostenlos“ nutzen. Nun muss jeder für sich entscheiden, ob diese Nutzung die Freigabe der Daten wert ist. So wie ich das einschätze, sehen das die meisten so. Man stelle sich vor, Facebook oder Google würden anbieten, auf die Datennutzung zu verzichten und dafür Bares kassieren. Kennen Sie jemand, der monatlich 10, 50 oder 100 Euro für die Nutzung eines sozialen Netzwerkes oder von Google zahlen würde? Ich kenne keinen.

Was zeigt das? Wir geben mehr oder weniger gern unsere Daten weiter, wenn wir dafür eine für uns akzeptable Gegenleistung bekommen. Doch bekommen wir immer etwas dafür, wenn wir unsere Daten weiter geben? Ist das ausreichend, was uns hier und da für unsere Daten angeboten wird? Das glaube ich kaum. Wir verhandeln einfach nicht mit denen, die da unsere Daten – die ja wertvoll und bares Geld wert sind – haben wollen oder irgendwo abrufen. Das ist zum Teil schwierig, zum Teil nahezu unmöglich, denn wir können ja über unsere Daten nicht frei verfügen. Wenn wir mit denen, die an unseren Daten interessiert sind, auf Augenhöhe verhandeln wollten, müssten wir Herr über unsere Daten sein, müssten die uns wie unser Bargeld allein zur Verfügung stehen.

Ich befürchte allerdings, dass genau das in absehbarer Zeit nicht passiert. Aber ich habe ja am 28. Oktober 1989 auch nicht damit gerechnet, dass ich nur zwei Wochen später einfach so nach Westberlin fahren konnte – ohne meine Daten preiszugeben.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Was ich frühstücke? Fragen Sie doch mal bei Google nach.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 28.10.2015

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