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Aufgespießt: Kiew und die Ängste

... das muss nicht immer real sein

(Helmut Harff / Chefredakteur) Vor einigen Wochen erhielt ich eine Einladung zu einer Info-Reise nach Kiew. Toll, da war ich noch nie. Ich hatte nur eine sehr wage Vorstellung, wie die ukrainische Hauptstadt aussehen würde. Eine russische Stadt mit westeuropäischem Einschlag oder eine westeuropäische Stadt mit russischem Einschlag? Ich war neugierig.

Selbstverständlich erzählte ich jedem der es wissen wollte oder auch nicht wissen wollte von meiner bevorstehenden Reise. Die Reaktionen waren vielfach eher ängstlich. Sie reichten bis dahin, dass mir erklärt wurde, dass man doch da nicht hinfahren könne, schließlich gäbe es Krieg in der Ukraine.

Na, bange machen gilt nicht und die von militärischen Auseinandersetzungen betroffenen Regionen liegen mehrere hundert Kilometer von Kiew entfernt. Ob die Menschen auch nicht nach London gereist sind, als es Ärger in Nordirland gab? Man machte mich auch darauf aufmerksam, dass so viele Flüchtlinge in Kiew sein würden. Seit wann muss man vor Flüchtlingen Angst haben. Ich lebe gerade in einem Land, in dem eine Millionen Menschen Schutz vor Krieg und Vertreibung suchen.

Angst, nach Kiew zu fahren? Ich doch nicht. Ich bin viel zu neugierig, um mir so eine Reise entgehen zu lassen. Wir landeten also auf dem Kiewer Flughafen und die Maschine rollte gen Ausstieg. Plötzlich blieb sie stehen und es bewegte sich nichts. Es gab auch unter den Passagieren in der Maschine keine Unruhe. Es war so, als ob die Berliner S-Bahn mal wieder für ein oder zwei Minuten auf ihre Weiterfahrt warten würde.

Doch es passierte nichts. Ich mahlte mir aus, was der Grund sein könnte. War der Treibstoff alle? Kein gutes Gefühl eine Minute nach der Landung. Gab es eine Bombendrohung? Hatte jemand einen ansteckende Krankheit? War ein gesuchter Verbrecher an Bord? Ich hatte keine Ahnung, hätte mich aber nicht gewundert, wenn die Maschine von einer Anti-Terroreinheit umstellt worden wäre. So weit weg ist ja der Bürgerkrieg in der Ostukraine nun auch nicht.

Schlussendlich wurden wir samt Flugzeug abgeschleppt, stiegen irgendwo am Ende des Flugplatzes in den wartenden Bus um und passierten danach ohne jede Mühe und unnötige Aufenthalte die Kontrolle. Außer 90 Minuten Verspätung war nichts passiert.

Wozu also die Angst? Da hatten doch die sehr verknappten und zum Teil auch - zumindest aus meiner heutigen Sicht - unrichtigen Berichte über die Ukraine ihre Spuren hinterlassen. Falsche Spuren, die wohl auch gelegt werden, um Ängste zu schüren. Das ist nicht nur dumm, das ist auch gefährlich. Gefährlich waren die für meinen Adrenalinspiegel in der Maschine. Gefährlich sind die aber auch für deutsche Touristikunternehmen, die Reisen in die Ukraine anbieten und für Unternehmen im Land, die von der Touristik leben.

Alle, die Angst haben, kann ich jetzt beruhigen. Kiew ist mindestens so sicher wie Berlin. Ja, man sieht relativ viele Sicherheitsleute - Polizei und Armee. Doch von denen sieht man derzeit in jeder europäischen Hauptstadt mehr als einem lieb sein kann. Ich habe Kiew als sichere Stadt erlebt. Das seine Stadt sicher ist, bestätigte in einem Gespräch auch der Bürgermeister Vitali Klitschko.

Mein Fazit der Reise: Angst braucht man nicht zu haben. Vielleicht sollte man aber nicht unbedingt in dieser trüben Jahreszeit in die Stadt am Dnepr fahren. Wie sagte das Stadtoberhaupt: Kiew ist besonders im Frühling, im Sommer und im Herbst sehr schön. Er wird es wissen.

 


Veröffentlicht am: 30.11.2015

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