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Morgengruß von Helmut Harff: Warum nur

… haben Ämter und Handwerker keine Lust auf Dienstleistungen?

Haben Sie mal ausgerechnet, wie viele Stunden Sie in ihrem Leben damit verbracht haben, auf Handwerker zu warten, auf Ämtern „dran zu kommen“, überhaupt irgendwo einen Termin zu bekommen? Können Sie noch nachvollziehen, wie viele Urlaubstage dafür drauf gegangen sind? Ich kann es nicht, rege mich aber jedes Mal tierisch darüber auf.

Läden haben auf, wenn die Mehrzahl der Menschen arbeitet. Ämteröffnungszeiten sind alles, nur nicht bürgerfreundlich. Friseure haben immer dann auf, wenn fast alle arbeiten sind. Handwerker mögen auch den zeitigen Feierabend. Davon kann ich gerade wieder ein Lied singen. Die Hausverwaltung ist so gnädig und hat einmal vormittags und einmal nachmittags für wenige Stunden die Woche für mich Zeit. Zeit lässt sich auch der Mensch, der den Geschirrspüler reparieren soll. Er schaut mal zwischen 8 und 17 Uhr vorbei.

Hallo, wo leben wir denn, dass wir uns so etwas gefallen lassen? Haben es Ämter, Verwaltungen oder eben auch Dienstleister nicht nötig, sich den Lebensumständen ihrer Kunden anzupassen? Augenscheinlich nicht. Sie haben es nicht nötig, weil wir es uns gefallen lassen. Wir müssen die Dienstleistungen so einfordern, wie sie uns in den Kram passen. Schließlich bezahlen wir dafür – mit unseren Steuern, mit unsere Miete und mit unserem Geld für die horrenden Handwerkerrechnungen. Vielleicht sollten wir damit anfangen, Rechnungen wieder bar zu bezahlen und den Handwerker dazu zwischen 20 und 22 Uhr bestellen. Dann sind wir zuhause und haben dafür Zeit. Ich bin gespannt, ob dem das gefällt.

Ehrlich, ich verstehe nicht, warum so viele Dienstleister über schlechte Auftragslagen und mangelnde Kunden jammern. In meiner Gegend gibt es sieben Friseure. Keiner von denen kommt auf die Idee, zu später Stunde Haare zu schneiden. Dabei hat man dann die Zeit und die Ruhe, sich der Prozedur hinzugeben. Gaststätten – zumindest die meisten – schließen ja auch nicht um 17 Uhr.

Ich gehe auch jede Wette ein, dass ein Geschirrspülmonteur, ein Klempner oder ein Elektriker viele Aufträge bekommen würde, würde er seine Dienstleistung in der Zeit anbieten, in der die meisten seiner potentiellen Kunden ohnehin zuhause sind. Doch der Handwerker kommt irgendwann – wenn überhaupt im Tagesverlauf und man darf über Stunden nicht das Haus verlassen. Schon ein Anruf, dass man so in einer Stunde eintreffen würde, ist zumeist viel zu viel verlangt. Kein Wunder, dass Dienstleistungen in diesem Land nur dann abgerufen oder in Anspruch genommen werden, wenn man sie wirklich absolut dringend braucht. Vielleicht sollte man auch dazu übergehen, Wartezeiten dem Dienstleister in Rechnung zu stellen.

Doch es gibt auch Lichtblicke. So will der Berliner Senat in Zukunft die Bürgerämter auch am Wochenende und weit in den Nachmittag hinein öffnen. Das ist auch dringend notwendig, denn jetzt dauert es Wochen wenn nicht Monate, bevor man einen Termin bekommt. Man möchte gar nicht daran denken, was man macht, wenn einem die Papiere abhanden kommen.

Wir sollten gerade in der postindustriellen Gesellschaft endlich dazu übergehen, das Thema Dienstleistungen anzugehen. Klar ist es nicht unbedingt angenehm, dann zu arbeiten, wenn die Masse frei hat. Doch es ist garantiert viel unangenehmer, immer frei zu haben, weil zwischen 8 und 16 Uhr niemand meine Dienstleistung, meine Arbeitskraft braucht.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Dann habe ich einen Termin, den ich schon vor mehreren Wochen ausgerechnet für heute vereinbart habe. Gott sei Dank kam mir nichts in die Quere.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 01.12.2015

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