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28.06.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Das Laster

... und der Müßiggang

Der Volksmund sagt, dass Müßiggang aller Laster Anfang sei. Genauso verbreitet ist die Auffassung, dass bei jedem Menschen die Summe aller Laster gleich sei. Während ich erstere Aussage stark bezweifele, stimme ich der zweiten unumschränkt zu.

Stimmte die erste Aussage, so wären Arbeits- oder Computersucht, die Fixierung auf ein Auto, die Sucht, immer das Schönste und Beste zu haben, keine Laster. Das wird wohl nur behaupten, der genau diesen Lastern frönt.

Die zweite Aussage scheint schlüssiger. Es gibt wohl keinen Menschen, der keine Laster hat. Es gibt nur jene, die die Ihren besser verbergen, als die Anderen. Doch schaut man hinter die Kulissen, tun sich lasterhafte Abgründe auf. Nochmals der Volksmund: Der meint ja zu wissen, dass stille Wasser tief seien - und ergänzt gerne "... und schmutzig".

An sich sind Laster doch nichts als menschliche Schwächen - denen man sich allerdings weit über das normale Maß hinaus widmet. Mal eine Zigarette rauchen, mal ein Glas Wein oder einen Whisky trinken, mal am Auto rumschrauben, mal eine Runde joggen, mal in den Hobbykeller gehen - alles kein Problem. Das sind höchstens kleine Laster. Doch wenn es zwei Schachteln Zigaretten, zwei Faschen Wein oder eine Flasche Whisky am Tag werden, wenn man Tag für Tag am Computer rumhängt (nicht arbeitsbedingt versteht sich), wenn man nur noch unter dem Auto rumliegt oder es putzt, wenn man täglich 20 Kilometer läuft - dann wird es gefährlich. Dann wird aus der Lust eine Last, dann wir aus dem Genuss ein Laster.

Wer so extensiv seinem Laster frönt, der lebt gefährlich. Er gefährdet seine sozialen Kontakte, er gefährdet seine finanziellen Ressourcen, er gefährdet seine Gesundheit. Spätestens hier braucht der lasterhafte Mensch Hilfe. Nein, er soll nicht aufhören, sein Leben zu genießen, er soll nur aufhören, es lasterhaft zu zerstören.

Nicht Verbote, nicht ständige Kritik helfen. Das Zauberwort ist Genuss: Nicht das Aufhören mit dem Rauchen, mit dem Sport, mit dem Schrauben am Auto ist das Thema. Besser ist es mit dem Anfangen damit, jeden Zug ganz bewusst zu genießen, vielleicht von der Zigarette auf Pfeife oder Zigarre umzusteigen; nicht mehr das billige Zeug literweise in sich hineinschütten, sondern auf Entdeckungsreise in Wein- oder Whiskyregalen gehen; nicht Kilometer um Kilometer abzuspulen, sondern auf Höhepunkte hin zu trainieren und dann wieder trainingsärmere Phasen einzulegen; nicht allein, sondern mit realen Menschen zu spielen - das ist des Rätsels Lösung. Wieder Spaß empfinden, an dem was man als sein Laster bezeichnet.

Ich mache mir jetzt fast lasterfrei mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Frönen Sie Ihren Lastern - aber in Maßen. Genießen Sie, was immer Sie tun. Tritt der Genuss in den Hintergrund, ziehen Sie die Reißleine.

 


Veröffentlicht am: 03.12.2015

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