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Morgengruß von Helmut Harff: Bio = teuer

Ein Besuch beim Metzger

Biofleisch ist, was wir essen sollen. Das meinen zumindest die, die Biofleisch produzieren, die für Biosiegel kassieren oder die sonst wie mit Biofleisch ihr Geld verdienen. Nur, wir essen kaum sogenanntes Biofleisch.

Nimmt man sich mal die wenigen Zahlen vor, so futtern wir Deutschen im Schnitt jährlich 60 Kilo Fleisch, darunter allein 38 Kilo Schweinefleisch. Trotz des Medienhypes um vegetarische oder vegane Ernährung kommt laut Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Fleischwarenindustrie e.V. bei 85 Prozent der Deutschen regelmäßig Fleisch auf den Tisch. Davon sind nur rund 2 Prozent Biofleisch. Das sind nur 1,2 Kilo pro Nase und Jahr.

Doch warum ist das so? Sind uns die Rinder, Schweine, Hühner und Gänse doch völlig egal? Interessiert uns nicht, ob die in engen Ställen oder mit viel Auslauf aufwachsen? Haben die kilometerlangen Berichte in Zeitungen und Zeitschriften, die stundenlangen Berichte in Radio und Fernsehen über die Missstände überhaupt keine Wirkung? Es scheint so.

Doch jetzt mit ganz langem Finger auf uns Verbraucher zu zeigen geht aus meiner Sicht völlig am Problem vorbei. Ich sehe eher das Problem bei den Biobauern und ihren Fürsprechern. Vorgestern sah ich einen Fernsehbeitrag zu diesem Thema mit Fernsehkoch Tim Mälzer. Er wunderte sich, dass auf den im Film noch grünen Wiesen keine Rinder standen. Er besuchte - wie geschildert  nach vielen vergeblichen Anfragen - einen Mastbetrieb, in dem die Rinder angebunden gehalten werden.

Hallo, wie tendenzielle kann man eigentlich Lobbyarbeit für Biofleisch machen? Fahre ich durchs Land, sehe ich überall Rinder auf der Weide stehen. Baut ein Bauer einen neuen Rinderstall, so muss es sich um einen sogenannten Laufstall handeln. Darin haben die Tiere viel mehr Bewegungsfreiheit. Nichts davon habe ich in dem Bericht gesehen. Bin ich zum Thema Ernährung auf Pressereise hatte ich übrigens noch nie Probleme einen Hof zu besichtigen. Vielleicht sollten Tim Mälzer und ich uns mal gemeinsam auf die Reise machen.

Doch dann besuchte Herr Mälzer einen Bio-Hofladen und war doch sehr erstaunt, dass dort das Kilo Steak 41 Euro kostet. Ich war nicht wirklich erstaunt. Warum soll die Bäuerin nicht verlangen, was Gutmenschen bereit sind zu bezahlen. Doch wer kann das zahlen, wer will das zahlen?

Die Frage stellt sich vor allem, wenn man den Bericht gesehen hat. Darin verweist der Biobauer darauf, dass seine Rinder fast das ganze Jahr auf der Weide stehen und er die einmal die Woche von einer auf die andere Weide treibt. Das kann man getrost im Nebenerwerb machen. Wenn man also "lediglich" viel mehr Fläche, aber deutlich weniger Arbeit als ein konventioneller Bauer hat, wieso ist Biofleisch dann so teuer?

Noch eines ist in diesem Zusammenhang interessant: Viele Studien belegen, dass Biofleisch nicht besser schmeckt, als konventionelles Fleisch. Wieso also Biofleisch kaufen? Zur Beruhigung unseres schlechten Gewissenes? Das reicht nicht. Wir sollten eher darauf achten, Fleisch von Höfen zu kaufen, auf denen man nicht so viel Geld für Tiermedikamente ausgibt, in denen man den Tieren den Platz einräumt, den sie brauchen und mit dem der Bauer überleben kann. Doch wie finde ich beim Metzger Fleisch von so einem Hof? Da musste sich auch Tim Mälzer von einem Metzger sagen lassen, dass das nur sehr schwer zu sagen ist.

Was bleibt? Billiges Fleisch aus dem Supermarkt, vertrauen in den Metzger oder die Fahrt zum Biobauern? Das muss wohl jeder für sich entscheiden.

Jetzt mache ich mir mein Frühstück mit Wurst und Käse.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Lassen Sie sich ihren Fleischgenuss nicht vermiesen.

 


Veröffentlicht am: 09.12.2015

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