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Morgengruß von Helmut Harff: Flüchtlinge

... ist das Wort des Jahres

Sie haben es sicherlich auch schon gehört, die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat das Wort des Jahres gekürt. Es ist "Flüchtlinge". Ich vermute, auch für Sie war das keine Überraschung.

"Flüchtlinge" auf Platz eins, auf Platz zwei "Je suis Charlie" und auf dem dritten "Grexit". Nimmt man nur die drei Begriffe, so kommt man zu dem Schluss, dass 2015 ein Jahr der negativen Nachrichten war. Wenn man es etwas schärfer formuliert, war 2015 ein Jahr voller Tragödien. Es war ein Jahr voller ertrunkener Menschen auf der Flucht, von Menschen die zu uns strömten, die man nahezu überall nicht wollte.

2015 war auch ein Jahr des Terrors. Ich weiß nicht, ob 2015 mehr Menschen dem weltweiten Terror zum Opfer fielen, als in den Jahren zuvor. Ich weiß nur, dass der Terror bei uns angekommen ist. Das belegt der zweite Platz von "Je suis Charlie", das Bezug nimmt auf den Terroranschlag auf das Redaktionsbüro der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo", bei dem im Januar zwölf Menschen ermordet wurden. Augenscheinlich müssen erst Europäer direkt vor unsere Haustür sterben, damit ein Begriff es fast ganz oben auf die Liste der Worte des Jahres findet. Ich wundere mich schon, dass unter den ersten Worten und Begriffen das Wort "Terror" nicht auftaucht.

Ich verstehe das umso mehr nicht, wenn ich lese, dass die GfdS jedes Jahr als Wort des Jahres eine Wendung oder ein Wort kürt, das aus Sicht der Sprachexperten das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet hat. Nicht die Häufigkeit, sondern die Signifikanz und Popularität seien bei der Wahl entscheidend. Welches andere als das Wort "Terror" erfüllt genau diese Kriterien.

Dann ist da noch der dritte Platz und der Begriff "Grexit". Wissen Sie noch, was man mit diesem künstlichen Wort meint? Ja? Dann haben Sie ein gutes Gedächtnis und sind politisch ziemlich interessiert. "Grexit" gehört zu einer Krise, die zwar noch existiert, aber durch das Thema Flüchtlinge und Terror in  Europa völlig in den medialen Hintergrund gedrängt wurde. "Grexit" ist eine sogenannte Überblendung aus "Greek" und "Exit". In der ersten Jahreshälfte war der Begriff in fast jeder Nachrichtensendung zu hören, in der es um die Griechenlandkrise ging. Bei "Grexit" ging es darum, ob Griechenland angesichts seiner hohen Staatsverschuldung die Eurozone verlassen müsse.

Von meinen Favoriten schaffte es nur die Merkelsche Obama-Adaption von "Yes We Can" "Wir schaffen das!" unter die Top Ten der Worte des Jahres. Noch weiter oben stand bei mir der Begriff "Willkommenskultur". Damit ist klar, dass auch für mich die Flüchtlinge das beherrschende Thema des langsam zu ende gehende Jahres war.

Doch war 2015 wirklich so viel schlechter als 2014? Damals war "Lichtgrenze" das Wort des Jahres. Es bezog sich auf die Berliner Lichtinstallation. Wir waren wohl eher mit unser eigenen Geschichte, mit dem einzigen friedlichen Wandel in Deutschland beschäftigt. Übrigens: Damals sorgte die Öffnung einer Grenze dafür, dass nicht zehn oder mehr Millionen DDR-Flüchtlinge die damalige Bundesrepublik stürmten. Das kostete bis heute sicherlich Billionen D-Mark beziehungsweise Euros - und das bis heute. Dennoch "flüchteten" mehr als eine Millionen Menschen aus dem Osten in den Westen.

Jetzt mache ich mir mein Frühstück. Frühstück - das wäre doch mal ein richtig schönes Wort des Jahres.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Viel Spaß bei Ihren Weihnachtsvorbereitungen.

 


Veröffentlicht am: 12.12.2015

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