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Morgengruß von Helmut Harff: Böllern

... oder Spenden

Jedes Jahr das gleiche Ritual. Wenige Tage vor Silvester gibt es überall Böller zu kaufen. Die Zeitungen sind voll von entsprechender Werbung. Leerstehende Geschäfte mutieren zu Sprengstofflagern und es verwundert fast, dass man nicht zur Silvesterkarpfen auch noch gleich ein Paket Raketen kaufen kann.

Wobei, Raketen sind dieses Jahr - wie auch schon in den Vorjahren - nicht der Renner. Der Trend geht eindeutig zum Batteriefeuerwerk. Das erreicht Höhen von bis zu 50 Meter und man hat bis zu mehr als zwei Minuten Spaß. Solchen Spaß gibt es in deutlich abgespeckter Form schon für unter zehn Euro, er kann aber auch pro Batterie schon mehrere hundert Euro kosten.

Genau hier, beim Geld schreien alle Gutmenschen auf. Sie zetern darüber, dass viele Menschen soooo viel Geld für soooo ein kurzes und - aus ihrer Sicht - unsinniges Vergnügen ausgeben. Das - so ist immer wieder zu hören und zu lesen - ist angesichts des Elends in der Welt und vor der eigenen Haustür zumindest unverantwortlich. Komisch, dass dieser Vorwurf nur in Richtung Knallzeug kommt. Wer Champagner oder Karpfen kauft, wer im neuen Anzug, im teuren Abendkleid zum Silvesterball geht, sieht sich solchen Vorwürfen wesentlich weniger ausgesetzt.

Nicht das ich letzteres bedauere. Ich finde es unsäglich, dass die selbst ernannten Gutmenschen Menschen, die Spaß haben wollen in eine Ecke stellen, in der niemand stehen will. Die Bösen, die da das neue Jahr mit einem privaten Feuerwerk begrüßen wollen, scheinen an all dem Elend der Welt schuld zu sein. Sie sollen - dem Spruch "Brot statt Böller" folgend - auf das Knallzeug verzichten und das Geld spenden.

Ich kann das ehrlicherweise schon seit Jahren nicht mehr hören. Entweder knallen oder spenden - das kann es doch nicht sein. Knallen und Gutes tun - das würde mir schon besser gefallen. Wer sagt eigentlich, dass die, die das Knallzeug kaufen, nicht auch spenden, sich ehrenamtlich engagieren? Wer erlaubt sich, Menschen, die Spaß haben wollen, zu maßregeln?

Spaß, das scheint ohnehin ein aussterbendes Wort - fast ein Unwort - zu sein. Ich meine nicht nur die Silvesterspaßverderber, die "Brot statt Böller"-Missionare. Ich war ja zu Weihnachten  wieder einmal in der Kirche. Da war trotz der Weihnachtslieder nichts von Spaß zu merken. Die Kinder, die ein Krippenspiel aufführten oder aufführen mussten, waren nicht gerade mit Spaß bei der Sache. Sie wurden von den Erwachsenen allerdings noch übertroffen. Es war nichts, aber auch so gar nichts davon zu merken, dass wir Weihnachten die Geburt eines Kindes feiern. Der Pfarrer sprach von Leid und Tod, der Chor sang aber von der Freude der Geburt. Scheinbar hat niemand den Widerspruch bemerkt. Oder doch, denn zum nächsten Gottesdienst wird die Kirche wohl wieder leer sein.

Spaß an Silvester, Spaß zu Weihnachten in der Kirche, dass ist kein Widerspruch zum Spenden. Viele Menschen haben Spaß daran zu spenden. Verbindet man den Spaß mit der Aufforderung, sein Herz und seine Geldbörse zu öffnen - wie das im Fernsehen immer wieder passiert - so tun die Menschen genau das. Sie haben Spaß an den Sendungen und am Spenden.

Wieso also nicht an Silvester die bösen Geister vertreiben und sich beim lieben Gott - jeder bei seinem - für die gelungenen Dinge im abgelaufenen Jahr bedanken? Wieso nicht "Brot und Böller"? Nicht Verzicht ist angesagt, sondern Genuss - beim Böllern und beim Spenden. Wer genießt, dem geht sicherlich das Herz und die Brieftasche auf.

Ich genieße jetzt mein Frühstück

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück und etwas Spaß.

 


Veröffentlicht am: 29.12.2015

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