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Morgengruß von Helmut Harff: Reisefieber

Die Temperatur steigt

Die Reisebranche bereitet sich auf die Tourismusbörse - die ITB - Anfang März in Berlin vor. Schon füllen zahlreiche Einladungen und Meldungen das Mail-Fach und den Briefkasten. Alle Welt will sich wieder den reiseverrückten Deutschen präsentieren.

Das ist nicht verwunderlich, denn wir reisen nun mal gern. Einige lernen sogar dabei etwas über andere Kulturen, können so auch besser mit ihnen im eigenen Land, in der eigenen Stadt, im eigenen Haus umgehen. Dass man fast überall selber der Ausländer ist, spricht sich rum. Es spricht sich aber auch rum, dass man nicht überall willkommen ist. Es spricht sich rum, dass Fanatiker den Tourismus, die Touristen als Waffen, als Opfer ihrer kaum nachvollziehbaren Ideen nutzen.

Überall da, wo Bomben explodieren, wo sich Selbstmordattentäter in die Luft sprengen, wo Menschen sterben oder verletzt werden, leidet der Tourismus. Wo der Tourismus leidet, leiden nicht nur die Opfer, sondern viele Menschen vor Ort. Sie verlieren häufig ihre Existenz, weil die Touristen verständlicher Weise Orte meiden, an denen ihr Leben, an denen ihre Gesundheit in Gefahr ist.

Das erleben die Menschen in allen Krisenregionen, aber auch die in Paris oder Köln. Auch hier verzichten Touristen auf Besuche, genau wie nun auf Reisen nach Istanbul. Das perfide daran ist ja, dass Attentäter genau dies bezwecken. Man "bestraft" wie im Fall der Morde in der türkischen Metropole "die Deutschen" für ihre Beteiligung am Kampf gegen den IS und man "bestraft" genau dafür auch die Türkei und die Türken. Dabei spielt der Glaube der Beteiligten überhaupt keine Rolle. Den Mördern in Paris und Istanbul oder sonst wo auf der Welt ist die Religion ihrer Opfer völlig egal. Da wird nie vorher gefragt, ob eigene Glaubensbrüder, ob Sympathisanten gerade in der Nähe sind.

Doch was macht das mit uns? Fahren wir noch gern weg? Noch wohl ja. Ich nehme an, dass sich die Menschen an den ITB-Besuchertagen wieder an den Ständen drängeln werden. Doch wonach werden sie suchen, was werden sie fragen? Nicht der Preis, nicht das Super-Angebot wird mehr im Fokus stehen. Vielmehr wird danach gefragt werden, wie sicher ist diese, ist jene Urlaubsdestination. Die Frage wird sein, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich körperlich unversehrt meinen Urlaub genießen kann. Es wird sicherlich auch ein Thema sein, ob man seinen Urlaub nur noch bewacht von schwer bewaffnetem Militär überlebt.

Wenn man böse ist, kann man gleich Urlaub unter dem Motto "Mit den Scharfschützen auf Du und Du" anbieten. Dann gibt es nicht mehr einen Galaempfang mit dem Hotelchef, sondern mit dem kommandierenden General. Man fährt dann nicht mehr mit dem Glasbodenboot sondern mit dem Küstenschutzschiff. Ausflüge werden dann auch nicht mehr mit dem vollklimatisierten Bus, sondern mit dem gepanzerten Mannschaftswagen unternommen. Der kommt dann wenigstens aus Deutschland.

Zugegeben, mir bleibt dabei das Lachen im Halse stecken. Ich habe auch keine Antwort, ob man lieber Urlaub auf Balkonien, auf dem kleinen Campingplatz oder im eigenen Kleingarten machen soll. Jeder muss für sich heraus finden, ob er sich für einen Urlaub in einer Region entscheidet, in der es nicht so richtig sicher ist, oder auf die weniger werdenden Orte ausweicht, die noch als sicher gelten. Ich bin gespannt, welche Erkenntnisse die ITB dahingehend liefert.

Ich kann nur sagen, dass ich im vergangenen Jahr mehrfach in sogenannten Krisenländern wie dem Senegal und der Ukraine war und mich da ziemlich sicher fühlte. Ich würde auch heute noch in die Türkei fahren.

Doch jetzt mache ich mir erst einmal mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und trotz allem viel Spaß bei der Urlaubsplanung.

 


Veröffentlicht am: 13.01.2016

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