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20.08.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Fragen

Stimmt das mit der Bibel?

Im Wort zum Tage zitierte heute in Deutschland Radio Kultur ein Geistlicher aus der Bibel. Das ist zugegeben nichts besonders. Und doch hörte ich auf, denn es war das Zitat: "Da sprach Jesus zu ihm; Stecke dein Schwert an seinen Ort! denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen".

Mein erste Gedanke war etwas böse, denn mir ging durch den Kopf, dass dann ja die Polizei in der Silvesternacht in Köln alles richtig gemacht hat. Sie haben das Schwert, sprich Schlagstock, Tränengas und Wasserwerfer, stecken gelassen. Komisch nur, dass es vor allem christlich geprägte Menschen sind, die immer wieder fordern, das Schwert zu ziehen.

Mir fällt dazu auch noch das Bibelzitat ein, das da lautet: „Wenn dich einer auf die linke Backe schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“. Beide Bibelstellen sind wohl den meisten von uns bekannt und werden viel und gern zitiert. Doch glauben wir wirklich daran? Sind sie wirklich hilfreich für unser tägliches Leben?

Was helfen all die Zitate denjenigen, die tagtäglich durch Krieg und Terror ihr Leben oder zumindest ihre Gesundheit verlieren? Helfen uns diese Bibelsprüche, wenn wir sehen, wie unsere persönliche Freiheit immer mehr beschnitten wird, wenn wir sehen, wie die Furcht vor denen, die das Schwert ziehen, die uns auf die linke Backe schlagen, immer mehr unser Leben bestimmt?

Können wir unser Leben noch genießen, wenn wir das Schwert stecken lassen und auch noch die rechte Wange hinhalten? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass man - folgt man diesen Bibelstellen - schnell zum Opfer wird. Man wird zum Opfer auf dem Schulhof, im Job und zum Opfer von Kriegstreibern und Fanatikern.

Doch was ist zu tun? Selber schlagen? Das Schwert schärfen? Auge um Auge, Zahn um Zahn - um noch einmal die Bibel zu bemühen? Dann wären bald alle blind und zahnlos, ist dann immer zu hören. Leider scheint es so, als ob die Realität seit der Vertreibung aus dem Paradies, seit Kain und Abel eine andere ist. Der das Schwert zieht, der zurückschlägt, ist derjenige, der zumindest im Moment der Gewinner ist. Er ist Herr über die Futtertröge, Herr über Leben und Tod.

Doch wie verhält man sich, wie verhalten wir uns denn nun richtig? Die Bibel zitieren und Waffen liefern? Doch die Waffen zu Flugscharen umschmieden? Sich raushalten, jeden verlorenen Sohn willkommen heißen, mit der Aussicht auf ein besseres Leben im Jenseits froh den Tod zumindest ignorieren?

Ich habe keine Antworten. Das finde ich jetzt nicht schlimm. Schlimm finde ich, dass augenscheinlich niemand Antworten hat. Schlimm finde ich, dass ich von einem Geistlichen ein Bibelzitat wie das eingangs erwähnte höre und dann mit meinen Fragen alleine gelassen werde. Schlimm finde ich, dass die, die das Schwert ziehen dann Krokodilstränen vergießen, wenn andere, wenn unschuldige, durch eben dieses Schwert umkommen.

Das eine predigen und anders handel, dass ist heute so einfach geworden. Man stelle sich einmal vor, die heute befehlen, die Schwerter zu ziehen, müssten das in vorderster Linie selber tun? Man stelle ich einmal vor, dass die Hintermänner des IS selber mit einem Sprengstoffgürtel um den Bauch für ihre Ideen eintreten müssten. Man stelle sich einmal vor, die Politiker, die Kriegseinsätze befehlen, müssten selber mit Stahlhelm und Sturmgewehr an die Front. Es würde sicherlich weniger Terroranschläge und Kriege geben. Leider fällt mir dazu gerade kein Bibelzitat ein. Na, vielleicht passt das: "Der gute Hirte lässet sein Leben für seine Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verlässet die Schafe und fleucht".

Jetzt mache ich mir erst einmal mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.  Wie sagte Oscar Wilde? "Ich schwärme für einfache Genüsse. Sie sind die letzte Zuflucht der Komplizierten."

 


Veröffentlicht am: 14.01.2016

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