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Bücher auf Rezept

Lesen wirksamer als Glückspillen


Bücher sind besser als Glückspillen. Das weiß man in den angelsächsischen Ländern schon lange und spart damit eine Menge Geld für Placebos, Tranquilizer und Schmerzmittelchen. Bücher auf Rezept wären auch hierzulande ein gutes Mittel der Kostendämpfung. Vorsicht Buch! hat sich umgehört und Fachleute nach ihren Erfahrungen befragt.

Alexander Wilhelm betreibt seit 1983 in Dortmund eine erfolgreiche Praxis für Sprach- und Psychotherapie. Er arbeitet mit Schlaganfallpatienten, mit traumatisierten Menschen, Gestressten oder Sprachgestörten u. a. als Bibliotherapeut und ist überzeugt: "Würden die Verantwortlichen des Gesundheitswesens die dem Lesen innewohnende Kraft mehr nutzen und fördern wie in England und in vielen skandinavischen Ländern, wäre die Bibliotherapie sicherlich eine ideale Methode für die Prävention und Behandlung der verschiedensten Störungen und Krankheiten."

Denn:  Bücher wirken! Beim Lesen können Menschen aus schwersten Lebenssituationen "entfliehen", entspannen, "abschalten", am Schicksal anderer teilhaben. Gelesenes kann zeigen, dass man mit einem Problem - Krankheit, Trennung, Alter - nicht allein ist. In der Therapie heißt das "Solidaritätserfahrung". Deshalb ist für Wilhelm die Bibliotherapie auch viel zentraler als die wesentlich populärere Schreibtherapie. Wilhelms Empfehlung zum Gesundbleiben: "Lesen Sie wenigstens einmal täglich mindestens zehn Minuten lang einen Text, der Ihnen gefällt!"

Von der heilenden Kraft der Bücher wussten schon Psychiater und Ärzte, die im 18. Jahrhundert die ersten  Patientenbibliotheken aufbauten. Mittlerweile hat langjährige Praxis erwiesen, dass sich die Selbstheilungskräfte des Körpers umso besser entfalten können, je entspannter oder "heiterer" die psychische Verfassung des Betroffenen ist.

Diese Beobachtung macht auch Brigitta Hayn. Sie leitet seit 41 Jahren die Patientenbibliothek des Universitätsklinikums Charité in Berlin. Und empfiehlt Bücher, ganz individuell. "Bücherlesen unterstützt in jedem Fall den Genesungsprozess, denn es entspannt, lenkt von der Krankheit ab und schafft für den Kranken einen Rückzugsort. Das gilt auch, wenn der Patient die Zeit im Krankenhaus für Hobbies und Weiterbildung nutzt, wenn er das liest, was ihn interessiert". Die Klinikleitung der Charité sorgt deshalb zuverlässig für ausreichend Ressourcen: 15 000 Titel werden an die Krankenbetten gebracht und in einer Präsenzbibliothek angeboten - von Fachleuten. Brigitta Hayn hat über die Jahre einen besonders guten Blick dafür entwickelt, welcher Titel zu einem Patienten passt. Wenn sie Bücher (und andere Medien) wieder einsammelt, ist die Freude jedes Mal groß, wenn sie merkt: "Ich habe das Richtige vorgeschlagen!"

Der Autor Eugen Roth hat das auf den Punkt gebracht: "Wer wäre nicht schon krank gewesen / Und hätt` sich nicht gesund gelesen / Denn Goethe, Keller oder Stifter / Sind wahre Tröster und Entgifter".

Mit Stifter hat auch der Schweizer Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher Franz Hohler gute Erfahrungen gemacht. So fand er Trost angesichts der schrecklichen Bilder von 9/11 T in Stifters Nachsommer, in - wie er formuliert - "einem Buch, in dem gute Menschen Gutes tun und Menschen Schönes schaffen und niemand irgendjemanden etwas zu Leide tut."

 


Veröffentlicht am: 17.01.2016

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