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Morgengruß von Helmut Harff: Nachdenken

... am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus …

Heute ist Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Ich finde gut, dass es einen solchen Tag gibt, der an alle Opfer dieses mörderischen Regimes erinnert. Wobei, nur Hitler und seiner Clique die Drangsalierungen, die Vertreibungen und Morde anzuhängen und die heute soviel beschworene Zivilgesellschaft außen vor zu lassen, das geht nicht.

In der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch schon davor, haben weite Teile der deutschen Gesellschaft einfach versagt, waren zumindest Mitläufer, Mitmacher, Mitverdiener. Allerdings trifft das nicht nur auf die Deutschen zu. Auch in sogenannten verbündeten Staaten, ja sogar in den besetzten Gebieten kam es durch die dort Lebenden zu Übergriffen gegenüber Minderheiten wie Juden, Zigeunern oder homosexuellen Menschen.

Und ansonsten? Die Welt wusste bescheid, was in Deutschland und in weiten Teilen Europas passierte. Erst zeigte man sogar Bewunderung für die Deutschen, bejubelte die von ihnen ausgerichteten Olympischen Spiele, machte mit ihnen tolle Geschäfte. Dann verhandelte man mit den Mördern und verschob am grünen Tisch die Grenzen in Europa. Als das große Vertreiben und Morden begann, sah man weg, schloss seine Grenzen, ließ nur vermögende Flüchtlinge und solche, die man brauchen konnte, ins Land.

Fällt Ihnen auf, dass ich das, was ich da gerade geschrieben habe, mit anderen Namen versehen auch als ganz aktuellen Beitrag verfassen könnte. Die Bilder gleichen sich. Nein, so ganz gleichen sie sich nicht. Damals gab es keine Staaten, in denen Millionen Juden, Zigeuner und andere Verfolgte in Flüchtlingslagern zumindest überleben konnten. Damals machten sich auch nicht Millionen in Booten auf den Weg nach Afrika oder Asien, damals gab es keine Balkanroute. Damals gab es auch keine Staatschefin, die meinte „Wir schaffen das“ und die die Landesgrenzen für Flüchtlinge öffnet.

Damals gab es aber auch Länder wie Sowjetunion/Russland, wie die USA, wie die lateinamerikanischen Staaten, wie Spanien, wie Portugal, wie Griechenland, wie Italien, wie die Schweiz, die ihre Grenzen für in Deutschland und den annektierten Ländern verfolgten und vom Tod bedrohten Menschen schlossen. Hätte es damals mehr Hilfsbereitschaft, weniger Nationalismus, weniger Engstirnigkeit, weniger Hass gegenüber Juden, Zigeunern, Homos und wer sonst so verfolgt wurde gegeben, Millionen Menschen wären nicht in den Mörderlagern gelandet und dort vergast worden.

Wenn wir heute Flüchtlinge aufnehmen, dann verhindern wir auch millionenfachen Mord, millionenfaches Leid. Wenn wir heute Flüchtlinge, viele, sehr viele Flüchtlinge aufnehmen, dann verhindern wir Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wenn wir heute Millionen Flüchtlinge aufnehmen, dann zeigen wir, dass zumindest wir Deutschen aus der Geschichte gelernt haben.

Das sollte jedoch auf keinen Fall dazu führen, dass wir die Nasen jetzt besonders hoch tragen, gar auf andere herabsehen, die ihre Grenzen wie schon zu Zeiten der nationalsozialistischen Machthaber geschlossen halten. Wir sollten all diese Staaten und ihre Bewohner an ihre Mitschuld  am millionenfachen Tod in den deutschen Vernichtungslagern erinnern. Leider – so zumindest mein Eindruck – hat man uns Deutschen alle Schuld zugeschoben und sich zu den Siegern geschlagen. Das ist wohlfeil und führt dazu, dass man schnell wieder die Grenzen schließt.

Dabei muss die Botschaft gerade heute sein: Flüchtlinge aufnehmen und so den Tod oder zumindest das Elend von Millionen Menschen verhindern.

Gleich setzte ich mich nachdenklich an den Frühstückstisch.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und ein großes Herz, wenn es darum geht, Menschen  zu helfen.

 


Veröffentlicht am: 27.01.2016

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