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Morgengruß von Helmut Harff: Kindermund

Was wird aus der Hausstaubmilbe?

Vor einigen Tagen hörten ich im Radio eine Sendung, es war wohl im Kinderfunk, in der Kinder gefragt wurden, was wohl passiert, wenn die Menschen einmal ausgestorben sein werden. Ein junges Schulmädchen antwortete, dass dann die Hausstaubmilben ganz groß werden würden, vielleicht so groß wie einst die Dinos.

Erstaunen bei der Moderatorin. Auch ich staunte über die Antwort. Das Mädchen erklärte, dass niemand mehr die Hausstaubmilben wegsaugen würde und sie so mehr Überlebenschancen haben. Eine interessante Idee.

Doch was würde wirklich passieren wenn das einträte, was wir gern als Untergang der Welt oder zumindest den Untergang der Erde bezeichnen? Gibt es uns nicht, wird es auch die Erde nicht mehr geben. Kleiner machen wir an Größenwahn leidenden Menschen es nicht.

Doch noch mal die Frage, was passiert? Die Frage ist relativ leicht zu beantworten: Erst einmal nichts. Es würde eine Spezies weniger auf der Erde rumlaufen. Das würde vielleicht einige auf Menschenblut spezialisierte Insekten in Schwierigkeit bringen. An den Menschen gewöhnte und von ihm abhängige Tiere würden sicherlich elendig verhungern und über kurz oder lang aussterben.

Und sonst? Wie gesagt, erst mal würde nicht viel passieren. Wie es dann weiter geht, wissen wir von Orten wie Machu Picchu in Peru oder Angkor Wat in Kambodscha - die Natur holt sich zurück, was wir ihr genommen haben. Sind wir weg, atmet die Natur auf. Das gilt für die Tier- genau wie für die Pflanzenwelt.

Wir müssen aber gar nicht nach Peru oder Kambodscha reisen um zu sehen was passiert, wenn der Mensch sich zumindest zurück zieht. Das sieht man in streng geschützten Wäldern - wenn man denn diese betreten dürfte - und das sieht man auf vom Menschen mehr oder weniger aufgegebenen Flächen. Ich meine alte militärische Liegenschaften, aber auch verfallene Bauwerke.

Solche Beobachtungen konnte man nach der Wende an vielen ostdeutschen Industriestandorten, auf durch das Grenzregime der DDR "geschützte" Landschaften und aufgegebene Militärareale machen. Überall siedelten sich Pflanzen an, die an anderen Orten schon als ausgestorben galten. Gleiches gilt für Tiere. Die Natur nahm wieder in Besitz, was wir ihr lange streitig gemacht haben. Länger dauert es, bis es der Natur gelingt, unser Hinterlassenschaften - viel Beton, viele Bauwerke, rostigen Schrott oder Glas - zumindest zu überwuchern.

Es dauert, doch dann bricht der Beton auf und Gras, Löwenzahn und auch Bäume siedeln sich an. Mauernischen werden von Bäumen, Vögeln und allerlei anderem Getier in Beschlag genommen. Das hält auf die Dauer kein Bauwerk aus.

Ja, und was ist nun mit der Hausstaubmilbe? Die haben trotz nicht mehr aktiver Staubsauger wahrscheinlich Trauer. Ich glaube, die trauern uns und unseren Betten, Polstermöbel und Teppichen nach. Bei uns lebten sie doch im Schlaraffenland. Sind wir Menschen weg, müssen sie sich völlig neu orientieren. Ob das zu einen gigantischen Milbenwachstum führt? Ich weiß es nicht. Obwohl, zumeist überleben ja nur die stärksten und größten Individuen einer Art. Die Hausstaubmilbe hat also alle Chancen - aber erst wenn wir entgültig den Staubsauger aus der Hand gelegt haben.

Ich mache mit jetzt mein Frühstück.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Sonntagsfrühstück. Übertreiben Sie heute nicht ihren Kampf gegen die Hausstaubmilbe. Genießen sie den Sonntag.

 


Veröffentlicht am: 31.01.2016

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