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24.03.2017

 

 

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Ein Prosit aufs bayerische Bier und sein Reinheitsgebot

Highlights aus der Zugspitz Region zum 500. Jubiläum

Im April 2016 wird das 500. Jubiläum des deutschen Reinheitsgebots gefeiert. Auch rund um Deutschlands höchsten Berg stößt man auf das älteste Lebensmittelgesetz der Welt an und lässt das Bier hochleben.

Welche Brauereien und Betriebe in der Zugspitz Region für geschmackvolle Variationen des Gerstensafts sorgen, zeigt dieser Überblick:

Brauerei Karg in Murnau: Weißbierspezialist mit Tradition


Unweit des Staffelsees braut die Familie Schubert bereits in der vierten Generation obergäriges Weißbier. Helles, dunkles, leichtes – oder besonders süffig das Staffelsee Gold mit einem besonders edlen Hopfen. Für die, die es etwas stärker mögen, ist der Weizenbock ein Traum. Die Grundlage für alle Rezepturen legte der Großvater des heutigen Geschäftsführers Franz Schubert bereits 1912.

Mehr als 100 Jahre später war die Murnauer Brauerei im Rahmen des G7-Gipfels 2015 in aller Munde, Barack Obama prostete mit seinem Karg-Weißbierglas in die Kameras. Die originalen Weißbiergläser werden übrigens im neuen „Haus der bayerischen Geschichte“ in Regensburg ausgestellt. Die Bierbank, auf der Barack Obama gemeinsam mit Angela Merkel Brezn und alkoholfreies Bier genoss, steht in den Sommermonaten im Biergarten der Brauerei. 

Privatbrauerei Mittenwald: Deutschlands höchstgelegene Privatbrauerei

Inmitten der Alpenwelt Karwendel liegt Deutschlands höchstgelegene Privatbrauerei, die sich seit 1808 der flüssigen Nahrung verschrieben hat. Das heimische Brauwasser aus den umliegenden Bergen zeugt von höchster Qualität. Diese ist einer der wichtigsten Bestandteile bei der Bierherstellung und prägt entscheidend den Charakter der Mittenwalder Bierspezialitäten. Was große Bierhersteller als „unrentabel“ bezeichnen, ist in Mittenwald gelebte Brauphilosophie: Jede Biersorte wird nach einem speziellen Rezept einzeln eingebraut, in offenen Gärbottichen vergoren und mindestens sechs bis acht Wochen gelagert.

Beste Rohstoffe, handwerkliches Geschick, die Liebe zum Produkt und ausreichend Reifezeit für die Entfaltung der ganz persönlichen Note sind dabei entscheidend. Helles, Pils, Dunkles und Export, Leicht und Radler sind das ganze Jahr über im Sortiment. Je nach Saison entstehen in den Sudkesseln auch ein heller oder dunkler Bock und das beliebte Märzen-Festbier. Wer mehr über die Brauerei und ihre Biere erfahren möchte, nimmt am besten an einer der Brauereiführungen teil, die von Mai bis Oktober regelmäßig durchgeführt werden. Gruppen können das ganze Jahr über Termine vereinbaren.

„Ammergauer Maxbräu“: Kellerbier aus renommierten 5-Sterne-Hotel

Das Hotel „Maximilian“ im Herzen Oberammergaus ist das einzige 5-Sterne-Hotel in Bayern mit eigener Brauerei. Im Hotel-Restaurant „Maxbräu“ ist der große Kupferkessel, in dem das Bier gebraut wird, nicht zu übersehen – zumindest die obere Hälfte. Den Rest der Brauanlage kann man bei einem Gang ins Untergeschoss durch Schaufenster begutachten. Das obergärige Kellerbier mit 4,9 % Alkoholgehalt und 11,8% Stammwürze wird ausschließlich hier ausgeschenkt und verkauft. Ebenso wie Stout, Indian Pale Ale und andere besondere Biersorten, die außer der Reihe produziert werden. Tipp: Unbedingt auch die Bier-Gerichte probieren! Wie wäre es zum Nachtisch zum Beispiel mit einem Weißbiertiramisu? Wer das Rezept nachkochen möchte, schaut im regionalen Ammergauer Alpen Kochbuch nach.

Im Murnauer Griesbräu in einem Tag zum Bierkenner werden


Wahrscheinlich dienten die alten Gemäuer des Griesbräus, die seit 1676 bestehen, schon viel früher zum Brauen des beliebten bayerischen Getränks. Seit 1808 wird hier nachweislich Bier produziert. Und das bis heute. Die ganzjährigen Klassiker heißen:
„Griesbräu Helles“, „Griesbräu Weisse“, „Werdenfelser Ur-Dunkel“. Die Saisonbiere: „Griesbräu IPA“, „Murnator“, „Maibock“, „Drachenblut“, „Braunbier Bruno“, „Griesbräu Märzen“, „Griesbräu Weißbier Dunkel“, „Ein Stout zu Nikolaus“ und „Weihnachts-Weizenbock“. Die Biere gibt’s nur im Griesbräu: Entweder zu einem bayerischen Gericht im hauseigenen Gasthof oder zum Mitnehmen aus dem „Laderl“.

Wer seine Bierkenntnisse nicht nur mit einem Blick ins Glas vertiefen möchte, meldet sich zu den Brauereiführungen oder Seminaren an. Wer das Bierseminar besucht, kommt neben einer Führung auch in den Genuss einer Verköstigung. Anschließend wird das Wissen auf die Probe gestellt und mit einer Urkunde bestätigt.

Hardware für Brauereien und Gastronomie: Kunstschmiede Franz Würzinger

Braukessel, Sudhauben, Schankanlagen, Maßkrugtresore und noch viel mehr. Das ist die Spezialität der Kunstschmiede Würzinger in Eschenlohe. Namhafte Brauereien und Gastronomiebetriebe aus der ganzen Welt bestellen ihre Bier-Hardware bei Franz Würzinger, der den Betrieb 1988 zunächst als „One-Man-Show“ gründete und heute als Familienunternehmen führt. Von Hongkong über Moskau bis nach Sidney reichen die Referenzen der Kunstschmiede, die natürlich auch in den heimatlichen Gefilden tätig ist. Brauereien von Rang und Namen aus Bayern, und natürlich auch aus der Landeshauptstadt München selbst, zählen zur Stammkundschaft des Familienbetriebs. Übrigens: Das Unternehmen ist nicht nur in „Bier-Mission“ tätig: Franz Würzinger fertigte 1993 das Gipfelkreuz für die Zugspitze an und schmiedet mit seinem Team so manches Schmuckstück – vom Balkongeländer über Türen und Tore bis hin zu Lampenschirmen und Treppengeländern.

Fotos: Griesbräu zu Murnau, Hotel Maximilian, Kunstschmiede Franz Würzinger

 


Veröffentlicht am: 04.02.2016

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