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30.05.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Vorbei

Kein Alkohol, keine Kamelle, kein Handy mehr

Nun ist die Karnevalszeit offiziell vorbei und heute beginnt die Fastenzeit. Soviel zur Theorie, denn wie will man in den Orten die Fastenzeit einhalten, in denen man in den nächsten Wochen den gerade abgesagten Faschingsumzug nachholen will? Was gibt es dann anstelle Kamelle und anderen Süßigkeiten? Keine Ahnung? Wird am Rande des Zuges dann nur alkoholfreies Bier und laktosefreie Milch ausgeschenkt?

Doch egal, wie dem auch sei, heute ist Aschermittwoch und die Fastenzeit beginnt. Anscheinend ist das für viele Menschen eine wichtige Zeit. Zu der Ansicht kann man zumindest kommen, wenn man sich die zahlreichen Meldungen zum Thema Fasten ansieht. Zumindest kommt man dazu, wenn man nur oberflächlich ließt.

Was sagt uns eine Meldung, nach der jeder fünfte Deutsche vor hat, ab heute auf das Handy zu verzichten, keinen Alkohol zu trinken und weniger Fleisch zu essen? Sie sagt uns nicht mehr und nicht weniger, als sich das Leute vornehmen können. Ich habe noch nie gelesen, dass jeder fünfte Deutsche wirklich fastet. Wir wissen ja, wie das mit den guten Vorsätzen ist.

Dann stellt sich noch die Frage, ob beispielsweise der Verzicht auf Schokolade schon etwas mit Fasten zutun hat. Dann esse ich eben Salzstangen. Wie ist das mit dem Verzicht auf das Handy? Bleibt das jetzt bis Ostern aus und in der Schublade? Wird gar nicht mehr telefoniert - oder nur über das Festnetz? Ich habe wirklich meine Zweifel, ob da nicht nur der Geist willig, das Fleisch aber schwach ist.

Fasten, was ist das eigentlich? So ganz genau kann ich das gar nicht sagen, doch warum gibt es Wikipedia. Da ist zu lesen: "Fasten als Gestaltungselement des Lebens ist historisch in zahlreichen Religionen belegt und kommt in vielfältigen Formen sowie in teilweise festgelegten Ritualen vor: für bestimmte Jahreszeiten oder Zeitabschnitte, kollektiv oder individuell, als völliger oder teilweiser Verzicht auf Nahrungsmittel sowie auf Genussmittel, Fleisch, Alkohol, Sexualität u. a. Kulturhistorisch überwiegen Fastenzeiten im Frühling, wo sie neben religiösen Aspekten besonders auch der Darmreinigung nützlich sind". Das mit der Darmreinigung kann ich verstehen, warum man dafür allerdings auf Sexualität verzichten soll, verstehe ich nicht.

Für mich viel mehr verständlich ist die moslemische Form des Fastens - der Ramadan. Einen Monat hat (fast) jeder Gläubige die Pflicht, von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang dem Körper keinerlei Substanzen mit Nährwert zuzuführen, das heißt, auf die Aufnahme von Speisen und Getränken und auch auf das Rauchen zu verzichten. Kein Wort von Handy oder Körperkontakt, kein Wort von Fernsehabstinenz oder anderem Verzicht. Eine klare Ansage - so kann Fasten funktionieren.

Ich kann der ganzen Thematik nichts abgewinnen. Ich bin der Ansicht, dass wer 365 Tage auf sein Leben, seine Ernährung, sein Umgang mit modernen Technologien achtet, seinem Körper viel mehr gutes tut, als mal für einige Tage oder Wochen nicht mit dem Handy schlafen zu gehen, beim Frühstück auf Nutella zu verzichten und seine Pizza nicht mit Schinken sondern mit Sardellen zu belegen.

Man kann ja auch keinen Marathon laufen, wenn man mal drei Wochen wie wild trainiert. Bis zum ersten Lauf über die 42 Kilometer muss man einen langen Atem haben und monatelang trainieren. Das gilt auch für einen gesunden Körper, der bekanntermaßen die beste Hülle für einen gesunden Geist ist. Mal auf einige Dinge verzichten, mal etwas weniger über die Strenge schlagen, das beruhig eher das schlechte Gewissen. Viel wichtiger ist, den inneren Schweinehund jeden Tag an die Leine zulegen.

Jetzt mache ich erst einmal mein Frühstück. Es gibt Joghurt - nicht weil Fastenzeit ist, sondern weil ich den jeden morgen esse.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück - ob Sie nun fasten oder nicht.

 


Veröffentlicht am: 10.02.2016

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