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Morgengruß von Helmut Harff: Sag mir

... wo die Frauen sind

Seit der gestrigen Lektüre von zwei Lokalzeitungen aus der Lausitz geht mir eine Textzeile aus dem Lied "Sag mir wo die Blumen sind" nicht mehr aus dem Kopf. Die zweite Strophe beginnt:

Sag mir wo die Mädchen sind,
wo sind sie geblieben?
Sag mir wo die Mädchen sind,
was ist geschehen?


Ja, was war geschehen? Seit Wochen lese ich, dass die Rosenstadt Forst wie jedes Jahr eine neue Rosenkönigin sucht. Wieso ruft man dazu im Wochentakt auf? Haben sich noch nicht genug junge Frauen gefunden, die gern mal ein Jahr im regionalen und überregionalen Rampenlicht stehen möchten? Vielleicht will man ja auch nur allen die Chance geben, sich zu bewerben - dachte ich.

Seit gestern zweifele ich an den jungen Frauen. Da las ich, dass man in Guben Schwierigkeiten hat, eine junge Frau für das Ehrenamt einer Apfelkönigin zu begeistern. Erstmals dürfen sich jetzt auch Männer und sogar Paare dafür bewerben. Schon komisch, dass man erst dann an einen Apfelkönig - also die männliche Alternative - denkt, wenn die holde Weiblichkeit keine Lust mehr hat oder die einfach die Heimat verlassen haben.

Doch ist das nur ein Lausitzer Problem? Ich glaube nicht, denn überall hört man ja die Frage:

Sag mir wo die Mädchen sind,
wo sind sie geblieben?
Sag mir wo die Mädchen sind,
was ist geschehen?


Die Frage war auf der Berlinale zu hören. Da wurde bemängelt, dass es kaum weibliche Regisseure und Produzenten gibt. Gleiches gilt, wenn man sich ansieht, wie wenig Professorinnen es gibt. Frauen in Vorstandsetagen und Aufsichtsräten sind ebenfalls noch immer Mangelware.

Auch in den Parteien fragt man sich vielerorts

Sag mir wo die Mädchen sind,
wo sind sie geblieben?
Sag mir wo die Mädchen sind,
was ist geschehen?

wenn es darum geht, Posten paritätisch zu vergeben.

Nun kann man es sich einfach machen und sagen, die Männer und ihre Seilschaften sind schuld. Man kann auch darauf verweisen, dass Frauen nun einmal die Kinder bekommen und die Vereinbarung von Kind und Karriere noch immer eher suboptimal ist.

Kann man sagen, doch stimmt das auch? Frauen bekommen in Deutschland im Schnitt mit 30 ihr erstes Kind, viele sehr gut ausgebildete noch später oder gar nicht. Mit 30 dürfe man für eine Apfelkönigin schon fast zu alt sein. Mit 30 kann man aber schon Frau Doktor oder - im besten Fall - schon Professorin sein. Zumindest sollte es möglich sein, schon die ersten Sprossen auf der Karriereleiter erklommen zu haben.

Ich habe auf die Liedzeile

Sag mir wo die Mädchen sind,
wo sind sie geblieben?
Sag mir wo die Mädchen sind,
was ist geschehen?

ehrlicher Weise keine Antwort. Ich wüsste nur einmal zu gern, wo all die Frauen bleiben, die mal mit einer Krone auf dem Kopf und im Abendkleid vor den Kameras posieren wollen? In Berlin laufen mir die ständig über den Weg. Allerdings sprechen die eher gebrochen deutsch und kommen zumeist aus Osteuropa.

Vielleicht denkt man in Guben mal darüber nach, in der polnischen Schwesterstadt Gubin nach einer Apfelkönigin zu suchen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Dabei wird mir der Marlene-Dietrich-Titel nicht aus dem Kopf gehen.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 27.02.2016

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