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26.03.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Wie geht’s uns denn

Sprüche, die mich auf die Palme bringen

Gestern war ich viel unterwegs. Ich hatte einen Arzttermin und wollte mich mal durchchecken lassen. Das sollten Männer mit fortgeschrittenem Alter schon mal machen lassen. Ich bin mir allerdings sicher, dass zumindest mein Blutdruck zu hoch sein dürfte. Daran ist aber weniger mein unsteter Lebenswandel und mein Kaffeekonsum schuld. Schuld daran sind ausschließlich dumme Sprüche, die mich so richtig auf die Palme bringen.

Das fing schon im sehr gut gefüllten Bus an. Da meinte der Fahrer, dass wir jetzt mal aus der Tür gehen, sonst würde er nicht abfahren. Wir gehen jetzt aus der Tür? Ich stand nicht an der Tür, sondern saß brav auf meinem Platz. Ich hoffte, der Fahrer auch, was soll der auch an einer Tür? Wieso fahren wir nicht ab? Das ist doch der Job des Busfahrers – aber der stand ja nach eigener Aussage an der Tür.

Dann beim Arzt: Sie ahnen richtig, der frage mich, wie es uns dann so gehe. Mir geht es gut meinte ich. Ich versicherte ihm, dass ich hoffe, er könne das gleiche von sich sagen. Ansonsten solle er sich doch vertrauensvoll an einen Kollegen wenden. Sein ohnehin aschfahles Gesicht wurde noch fahler. Dann ging es zur Blutabnahme. Die Schwester meinte dann, dass wir jetzt den Arm frei machen. Ich frage mich, ob sie mit freiem Arm die Nadel besser in meine Vene picken kann. Ich versichere, sie konnte es auch mit bedecktem Arm so gut, dass heute nichts mehr von der Prozedur zu sehen ist. Warum wir dabei tapfer waren, weiß ich nicht. Mir jedenfalls macht eine Spritze nicht viel aus. Ob das bei der Schwester anders war?

Dann ging es zum Röntgen. Jetzt muss die beste Frau der Welt nicht weiter lesen, denn die Radiologieschwester war jung und hübsch. Sie meinte, dass wir uns jetzt den Oberkörper frei machen. Toll dachte ich, was ist das für eine aufgeschlossene Arztpraxis. Nun wunderte mich auch nicht mehr, dass so viele Männer im Warteraum saßen. Ob all das wirklich meine Krankenkasse bezahlt? Doch dann war die Enttäuschung groß, denn die Schwester hatte ihren Kittel noch an. Ich verkniff mir eine Bemerkung, auch als ich dann mit dem Worten „jetzt dürfen Sie sich wieder anziehen“, in die Kabine verabschiedet wurde. Hätte die Schwester mir das auch verbieten können? Brauchte ich dazu ihre Einwilligung?

Eine Urinprobe wollte man auch von mir. Ich war gespannt, ob wir jetzt Wasser lassen gehen. Doch da sollte ich ganz allein hin gehen. Ich durfte mir sogar völlig ohne Anweisung die Hose wieder schließen. Es gibt wirklich noch Wunder.

Als ich dann die Praxis verließ, verabschiedete ich mich von der Schwester mit den Worten „Wir gehen jetzt nach Hause“. Sie sah mich erst entgeistert, dann ziemlich sauer an und frage, für wen ich sie hielte. Ich erzählte ihr, wie man mit mir in der Praxis verfahren sei. Sie meinte darauf, man wolle doch nur freundlich sein. Ich versuchte ihr zu erklären, dass ein schlichtes Danke und Bitte dafür völlig ausreichen würde. Ob sie mich verstanden hat weiß ich nicht. Vielleicht erfahre ich es ja, wenn ich mir die Untersuchungsergebnisse erläutern lasse. Doch wen wird der Arzt dann meinen, wenn er hoffentlich sagt, wir sind gesund. Er sah ja wirklich schlecht aus.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Oder sollte ich schreiben, machen wir jetzt unser Frühstück. Möglich, dass Sie dann alle bei mir vor der Tür stehen.

Also wünsche ich ihnen ein genussvolles Frühstück. Genießen wir den Tag – jeder auf seine Weise.

 


Veröffentlicht am: 01.03.2016

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