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Morgengruß von Helmut Harff: Entgeltgleichheit

Heute ist der Equal Pay Day...

Heute ist also der Equal Pay Day (EPD), der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. Wie bei Wikipedia zu erfahren ist, wird er in zahlreichen Ländern an unterschiedlichen Tagen begangen.

Der Aktionstag in Deutschland markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Arbeitszeit: Die durchschnittliche Entgeltdifferenz von 22 % soll einem Zeitraum von 80 Kalendertagen im Jahr entsprechen, wobei diese Art der Berechnung aus Sicht der Prozentrechnung Probleme bereitet.

Ich sehe weniger die Probleme in der Prozentrechnung. Ich sehe generelle Probleme. Wer kann eigentlich wirklich sagen, wie viel Mann in genau dieser Position an genau diesem Arbeitsplatz bei genau diesem Arbeitgeber verdient, und was Frau bei genau gleichen Voraussetzungen verdient oder verdienen würde? Genau hier liegt für mich das Problem, das Problem, dass Löhne wie Staatsgeheimnisse behandelt werden. Unsere Datenschutz-Paranoia feiert hier einen sehr zweifelhaften Sieg.

Wenn Löhne, wenn Gehälter keine Geheimnisse wären - wie beispielsweise in Schweden - dann wüssten Frauen wie Männer, welches Gehalt sie fordern könnten. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht die Welt noch mal ganz anders aus. Will ein Unternehmen einen ganz bestimmten Mitarbeiter, eine ganz bestimmte Mitarbeiterin abwerben oder halten, so wird der oder die immer mehr verdienen, als gleich qualifizierte Mitwettbewerber. Fehlen Arbeitskräfte, greift man auch gern dazu, beim Gehalt etwas drauf zu legen. Wenn ich mir Zeitungsanzeigen beispielsweise im Raum Cottbus ansehe, so werben viele Unternehmen mit übertariflicher Bezahlung - für Männer und Frauen. Firmen, die das nicht machen, werben nahezu ohne Unterlass um neue Mitarbeiter. Sie scheinen keine zu finden.

Ich sehe noch ein anderes Problem: Wo immer ich mich umhöre, beklagen Frauen ihren niedrigen Lohn. Doch sie tun viel zu selten etwas dafür, das zu ändern. Das fängt bei der Jobsuche an und endet damit, dass Frau viel zuwenig um mehr Lohn und damit eine Anerkennung ihrer Arbeit kämpft. Da stimmt auch im Rollenverständnis der Frauen selber noch etwas nicht. Mehr, häufig viel mehr Selbstbewusstsein, ist hier gefragt.

Sie meinen, das ist eine Machoansicht? Stellen Sie sich mal vor, Nicole hätte "He Boss, ich brauch mehr Geld" und Gunther Gabriel "Ein bißchen Frieden" gesungen. Meinen Sie, beide Titel wären so erfolgreich gewesen, wie sie es bis jetzt sind?

Dass Frau an vielen Stellen weniger verdient, liegt aber auch daran, dass man gerade in ohnehin schlecht bezahlten Jobs überwiegend Frauen trifft. Wir brauchen also keine Quote für Frauen in Topjobs, sondern eine Männerquote für schlecht bezahlte Jobs wie in der Pflege, in der Kinderbetreuung oder ähnlichen Jobs. Müssten hier alle Stellen paritätisch besetzt werden, müssten die Arbeitgeber beim Lohn deutlich zulegen um überhaupt Männer zu finden. Allerdings würde das in vielen Bereiche - so in der Alten-, Kranken- und Kinderbetreuung - zu deutlichen Kostensteigerungen führen.

Allerdings gilt auch hier, dass was ich eingangs schrieb: Wir brauchen mehr Transparenz beim Lohn und Frau muss eine gerechte Bezahlung auch einfordern.

Jetzt mache ich mir mein Frühstück. Ich hoffe, meine Bäckereiverkäuferin wird vernünftig bezahlt.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 19.03.2016

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