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Morgengruß von Helmut Harff: Der Einkauf

... eines Ahnungslosen

Einkaufen, das sollte folgendermaßen passieren: Man(n) weiß ganz genau, was er will und geht in das Geschäft, in dem er das, was er will auch ganz sicher bekommt. Wenn es optimal läuft, dann weiß er sogar wo das was er will liegt oder hängt. Er hat maximal an der Kasse noch Kontakt zu einem Menschen in dem Geschäft.

Das klappt auch - wenn ich zum Bäcker oder in den Supermarkt gehe. Da kenne ich mich aus und weiß, was ich will. Vielleicht ist das auch noch im Schuhladen und in der Modeboutique so. Wobei, beim Klamottenkauf nehme ich schon mal die Verkäuferin in Beschlag. Manchmal hat die sogar Verständnis für meine Idee, dass sie mich beim Kauf beraten soll. So lange ich nicht wissen will, ob die Knöpfe von Kindern hergestellt wurden oder wie man das Teil waschen muss, geht das ja noch.

Viel schlimmer ist es beispielsweise in der Autowerkstatt. Für micht ist ein Auto so ein Ding wie eine Kaffeemaschine. Es soll mich sicher und zuverlässig von A nach B bringen. Ich will da weder einen Wackeldackel noch am Smart eine Porsche-Auspuffanlage. Wenn ich nun mit dem Wagen in die Werkstatt fahre, weil irgend ein Lämpchen leuchtet oder mich ein ungewöhnliches Geräusch beunruhigt, dann nervt mich der Autofachmann mit unzähligen Fragen. Wenn ich die beantworten könnte, wäre ich ja wahrscheinlich gar nicht in die Werkstatt gefahren.

Noch schlimmer kommt es, wenn mein Rechner oder mein Handy nicht mehr genau das macht, wofür ich sie gekauft habe. Dann muss ich in eine Werkstatt oder den Handyshop. Ich verstehe nie, warum man da immer auf Leute stößt, die zwar deutsch sprechen, allerdings eines, was ich nicht verstehe. Nichts gegen Denglisch, aber was dort für ein Kauderwelsch gesprochen wird, geht häufig auf keine Kuhhaut. Ich werde ja den Verdacht nicht los, dass die "Fachleute" selber nicht so genau verstehen, was sie da von sich geben. Es klingt eben so wichtig, dass ich selbstverständlich einwillige, mein Laptop - Neupreis 600 Euro - für nur 550 Euro reparieren zu lassen.

Solche Experten bekommt man nur mürbe, wenn man nicht das tut, was auch ich in der Vergangenheit getan habe: Nicken und so tun, als ob man das Kauderwelch verstanden hat. Ich frage jetzt nach. Wenn der Typ - solche selbstverliebten Fachleute sind in 99 Prozent der Fälle Männer - wirklich so gut ist und so viel weiß, dann sollte er auch in der Lage sein, mir in für mich verständlichen Worten zu erklären, was Sache ist und wofür er mein Geld haben will.

In den allermeisten Fällen, in denen ich auf die Besserwisser getroffen bin, stellte sich sehr schnell heraus, dass die Ahnung nach einigen Fachfloskeln sehr schnell gegen Null tendiert. Meistens bin ich freundlich geblieben oder in ein anderes Geschäft gegangen - so das möglich war.

Das mache ich heute nicht mehr. Will mich einer heute mit technischen Floskeln zutexten, so frage ich ihn erst höflich, ob er das auch so erklären kann, dass das auch seine Oma versteht. Wenn er mir dann erklärt, dass seine Oma Professorin ist, bitte ich ihn die Oma zu holen. So eine Oma hat allerdings kaum einer in der Realität. Ich bitte dann um die Beratung durch einen Kollegen, der das wirklich kann.

Ich mach mir damit nicht immer Freunde, habe so schon diverse Geschäfte, die auf meiner schwarzen Liste stehen. Ich habe so aber auch schon hunderte Euro gespart. Wenn mir jemand mein Problem mit dem Auto, dem Laptop oder dem Handy so erklären muss, dass ich das verstehe, dann relativieren sich diese Probleme und sind zumeist deutlich preisgünstiger zu beheben.

Das Problem habe ich bei meinem Bäcker nicht. Da weiß ich welche Brötchen ich will. Die hole ich jetzt.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 10.05.2016

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