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Morgengruß von Helmut Harff: So schön mit 60

Merkwürdiges Rechtsempfinden

Zugegeben, warum es auf unseren Autobahnen mal freie Fahrt für freie Bürger gibt und man mal mit 80 über die Autobahn „düsen“ darf, das erschließt sich mir genauso wenig, wie Millionen anderen Autofahrern. Noch unsinniger wird die Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn die mit „Straßenschäden“ per Schild begründet wird. Nur Straßenschäden gibt es ausgerechnet da weit und breit nicht.

Ich verstehe auch Begrenzungen mit dem Zusatz „bei Nässe“ nur bedingt. Was heißt „bei Nässe“? Bei Morgentau? Bei Nebel? Bei Nieselregen oder einzelnen Schneeflocken? Ich verstehe auch nicht, warum ich auf der einen zweispurig ausgebauten Autobahn so schnell wie ich will fahren kann, auf einer auf zwei Spuren eingeengten aber teilweise nur mit 60 km/h  dahin tuckeln muss.

Doch die, die Schilder aufstellen, sind nun mal im Recht und in vielen Fällen haben sie auch Recht. Steht da 80 oder 60, so darf ich nun mal nicht schneller fahren. Und doch rasen immer wieder Autofahrer an einem vorbei, wenn man sich an die Regeln hält. Das sind junge Frauen in ihrem Smart, genau wie Männer in ihren hochmotorisierten SUVs und vor allem die Fahrer von Kleintransportern. Nahezu alle denken, dass die Verkehrsregeln für sie nicht gelten.

Ich wundere mich immer wieder, wie locker Autofahrer mit dem Risiko umgehen, ihren Führerschein zumindest für einen gewissen Zeitraum abgeben zu müssen. Oder ist das Risiko gar nicht so hoch? Wie hoch ist das Risiko, in eine Polizeikontrolle zu geraten? Wie hoch ist das Risiko, dass auf der Autobahn von einem ein schönes Bild am Lenkrad gemacht wird? Wahrscheinlich ist das ähnlich hoch wie ein Millionengewinn im Lotto oder bei „Deutschland sucht den Superstar“ zu gewinnen. Am Pfingstwochenende habe ich beispielsweise zwischen Köln und Berlin in beiden Richtungen nicht einen Polizisten gesehen.

Doch ist das der Freibrief für Drängler, für Raser, für potentielle Unfallverursacher, für Verrückte am Lenkrad? Nein, das ist kein Freibrief. Regeln machen nur Sinn, wenn sich alle daran halten. Die sich da als Rambos auf den Autobahnen bewegen, möchte ich mal sehen, wenn sich jemand an der Supermarktkasse vordrängelt, wenn ihr Arbeitgeber zwei Cent zu wenig Lohn überweist oder gar jemand mit seinem Auto leicht an das ihre kommt. Dann ist die Aufregung groß, dann wird sich aufgeregt und gleich nach der Polizei gerufen oder der Anwalt eingeschaltet. Wozu hat man auch sonst die teure Rechtsschutzversicherung.

Die hilft allerdings auch kaum, wenn man für zu schnelles Fahren zur Kasse gebeten wird. Augenscheinlich kalkulieren das die Raser schon ein. Zahle ich eben die 30 oder 60 Euro. Mir kam in einer Langsamfahrstrecke auf der Autobahn die Idee, den Rasern genau das zu nehmen, was sie mit ihrem Fahrstil hoffen einzusparen – die Zeit. Wer mit mehr als 10 km/h zu schnell unterwegs ist, muss für jeden zu schnellen Kilometer 5 Minuten auf dem Parkplatz warten. Ist er 20 km/h zu schnell steigt die Wartezeit auf 10 Minuten.

Um meine Idee umzusetzen wäre allerdings eines notwendig: Mehr Polizei auf der Straße. Doch die  kümmert sich lieber um die Besucher von Fußballstadien oder um die ach so bösen Flüchtlinge. Dabei könnten Polizisten auf der Autobahn viel Geld einsammeln, viel mehr als sie selber kosten. Das würde die kommunalen Säckel füllen und endlich dafür sorgen, dass es nicht mehr so oft auf unseren Autobahnen knallt, dass alle sicherer nach Hause kommen. Ein paar mahnende Schilder sind da sicherlich nicht zielführend.

Jetzt muss ich noch schnell frühstücken und dann wieder ab auf die Autobahn. Mal sehen, an welcher Baustelle ich diesmal wieder kilometerlang 60 fahren darf.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und fahren Sie vorsichtig.

 


Veröffentlicht am: 18.05.2016

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