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Morgengruß von Helmut Harff: Ausbeutung

... oder Karrieresucht

Heute erhielt ich eine Meldung, die mich nicht wunderte und doch nachdenklich machte. Es ging vordergründig darum, dass wir Deutsche 2016 weniger Überstunden machen, als im Jahr zuvor. Folgt man dem „Arbeitszeitmonitor 2016“ der Vergütungsanalysten Compensation Partner, so sind das im Schnitt sind das 3,21 Stunden. 61 Prozent der Arbeitnehmer machen demnach erst später Feierabend, als vertraglich geregelt.

Das klingt gut und ist es wohl auch. Doch dann las ich weiter und stutzte, denn Unternehmensberater arbeiten mit durchschnittlich 5,5 Überstunden am längsten. Auch machen mehr ältere, als jüngere Menschen Überstunden. Noch erstaunlicher war, dass Männer - so die Studie von Vergütungsanalysten Compensation Partner  - dentlich länger im Job zubringen als Frauen. In der Gruppe mit bis zu fünf zusätzlichen Stunden in der Woche kommen Frauen auf 39 Prozent, Männer auf 61 Prozent. Beschäftigte mit 26 bis 30 Überstunden pro Woche sind dagegen zu 80 Prozent männlich.

Männer werden also mehr als Frauen ausgebeutet oder lassen sich mehr als Frauen ausbeuten. Nun kann ma ja sagen, dass die Frauen sich (leider) noch immer mehr um Kinder und Küche kümmern als Männer. Doch sieht man genauer hin, machen jüngere Menschen - Männer wie Frauen - ja deutlich weniger Überstunden. Das könnte zumindest bedeuten, dass in jungen Jahren die Kinder mehr Zeit in anspruch nehmen und man später mehr Zeit in den Job investieren kann.

Doch das wirklich erstaunlicher ist, dass die Überstundenmonster fast ausschließlich Männer sind. Nein, ich glaube nicht, dass Männer, dass ältere Männer einfach länger brauchen, um die gestellten Arbeitsaufgaben zu erfüllen. Ich glaube, dass Männer sich mehr mit ihrem Job identifizieren. Ich glaube auch, nein ich bin davon überzeugt, dass Männer in sehr vielen Fällen aus Karrieregründen mehr als die vorgegebenen 40 Wochenstunden arbeiten. Wer die Karriereleiter raufklettern oder sich auf ihr behaupten will, kann nicht einfach Feierabend machen, wenn die Werkssirene (gibt es so etwas noch?) den verkündet.

Ist das vielleicht eine Erklärung dafür, dass Männer die Nase noch immer vorn haben, wenn es um Karriere, wenn es um Leitungsposition geht? Ich bin überzeugt davon, dass das so ist. Ich bin auch überzeugt davon, dass Karriere ohne Überstunden zumindest in Deutschland kaum möglich ist. 26 bis 30 Uberstunden, dass ist fast so, als ob man noch einen zweiten Job hat. Da bleibt für Privatleben, für Familie, für die Liebe, für Hobbys, für die Gesundheitsvorsorge, für den Shoppingtripp, für den Urlaub, für den Besuch beim Friseur nur noch wenig Zeit. Sind Männer eher bereit, auf all das zugunsten eines besseren Postens, zugunsten von Karriere zu verzichten als Frauen? Es hat zumindest den Anschein.

Wenn man dann noch bedenkt, dass Frau heute laut Angaben des Statistischen Bundesamtes das erste Kind mit fast 31 Jahren bekommt, dann wird deutlich, warum Frau in so vielen Fällen dem Mann auf der Karrierleiter nicht folgen kann.

Nun kann man es bedauern oder gar verteufeln, dass Karriere ohne Mehreinsatz augenscheinlich kaum möglich erscheint. Es ist nun einmal Tatsache. Ob man das ändern kann, weiß ich nicht.

Ich weiß nur, dass es eine große Gruppe von Menschen - Männer und Frauen - gibt, deren Arbeitszeiten und Überstunden überhaupt nicht erfasst werden. Ich meine die Selbständigen. Bei dieser Gruppe sind wohl 20, 30 "Überstunden" eher die Regel, denn die Ausnahme. Schließlich heißt es ja "selbst" und "ständig".

Ich mach mir jetzt mein Frühstück. Dafür muss einfach immer Zeit sein.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 25.05.2016

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