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Morgengruß von Helmut Harff: Vorurteile

... stimmen nicht immer

Es ist - oh, welche Erkenntnis - Fußball-Europameisterschaftszeit. Allmählich geht die Gruppenphase zu Ende und wir hoffen, dass die Deutschen diese überstehen. Liebe Nordiren, stürzt uns nicht in die nationale Trauer.

Mir fällt gerade in solchen Fußballzeiten jenseits der Bundesliga immer wieder auf, wie die Werbewirtschaft uns Männer entdeckt. Alles wird irgendwie mit einem Fußball "verziert" und schwarz-rot-gold angemalt. Selbst Produkte, die sonst kaum mit der Zielgruppe Mann beworben werden, sind nun fussballerisch verziert. Alle? Das stimmt nicht. Ich habe noch keinen EM-Kaffee gesehen. Auch EM-Chanmpagner oder EM-Wein konnte ich nicht entdecken. Gibt es ein EM-Deo, eine EM-Seife? Keine Ahnung.

Warum mir das auffiel? Weil es ein Klischee bedient, wonach verschwitzte Männer vor dem Bildschirm sitzen, grillen, Fleisch essen und Bier trinken. Es gibt also Shirts, Frenseher, Grillgerätschaften und viel Alkoholiker mit einem Fußball darauf. Ein Klischee, wonach Männer beim Fußball Schwarzwälder Kirschtorte oder Frankfurter Kranz mit einem leckeren Cappuchino trinken gibt es genauso wenig, wie das Vorurteil, dass Männer auf den Sieg ihrer Lieblingsmannschaft mit Prickelwasser - sprich Champagner - anstoßen.

Wie gesagt, diese Klischees gibt es nicht und folgerichtig werden Schwarzwälder Kirschtorte, Kaffee und Champagner zumindest hierzulande auch nicht mit der Fußball-Europameisterschaft beworben. Schade eigentlich, denn Klischees haben eines gemeinsam: Sie stimmen nie oder zumindest nie wirklich. Es wäre doch ein schönes Bild, wenn Männer vor der Glotze sitzen und sich bei Kaffee und Kuchen ein Spiel ansehen. Höre ich da den Einwurf, dass sei doch schwul? Und wenn? Ist es nicht irgendwie schwul, wenn sich Männer ein Spiel ansehen, in dem 22 Männer auf dem Platz ihre trainierten Körper zur Schau stellen? Sind Sportarten wie Fußball vielleicht nur deshalb so populär, weil sich Männer hier Kerle ansehen können, die alles haben, was der Zuschauer nicht hat. Der Fussballer hat einen trainierten Körper, ist reich, ist populär und hat mindestens eine Superfrau. Man kann sich über die Füße, über die Waden, über den Sixpack der Kicker auch mit anderen Männern unterhalten, ohne gleich als Schwul zu gelten.

Die Spieler sind auch noch in vielen anderen Fragen Trendsetter. Bei dieser EM tragen viele Bart. Der ist also wieder in - was man auch an der entsprechenden Werbung sieht - und man sieht täglich mehr Bartträger im täglichen Umfeld. Warum eifern eigentlich so wenig Männern den Fußballern nach und trainieren ihren Sexpack, tun alles dafür erfolgreich zu sein und eine Wahnsinnsfrau zu haben? Nein, nicht weil sie schwul sind. Sie tun das nicht, weil das mit dem Bart viel einfacher ist. Der wächst von ganz allein. Für alles andere muss man sich anstrengen.

Ist Fußball eine Sportart für alle, die sich für Männer interessieren? Na ja, vielleicht nicht nicht nur. Doch warum interessieren sich dann immer mehr Frauen für Fußball? Weil sie die Abseitsregel verstanden haben? Weil sie es so schön finden, wenn die Kanzlerin stellvertretend für sie Schweinsteiger und Co. drücken darf? Das glaube ich nicht. Ich glaube viel eher, dass sie sich gern Männer ansehen, die nicht wie die ihrigen ihre Figur mit Bier und Fleisch formen. Da würden sie sogar das verschwitzte Shirt in Kauf nehmen - bei den Kickern, nicht beim eigenen Mann.

Jetzt gibt es ohne eine Deutschlandfahne Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und ein hoffentlich siegreiches Spiel der deutschen Kicker.

 


Veröffentlicht am: 21.06.2016

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