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Morgengruß von Helmut Harff: Einig Vaterland

Gehen wir mit gutem Beispiel voran

Das Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland wird wohl die Europäische Gemeinschaft verlasssen. Überall zeigt man sich entsetzt. Horrorszenarien werden an die virtuelle Wand gemalt. Auf der einen Seite fürchtet man sogenannte Nachahmer, die nun auch aus der Gemeinschaft austreten wollen, auf der anderen den Zerfall Großbritanniens.

Angeblich hat nie damit jemand gerechnet. Wieso gibt es dann einen Austrittspassus, wenn man so einen Austritt für unmöglich hielt? Wie kommt überhaupt jemand auf die Idee, dass ein Zusammenschluss wie die EU auf Ewigkeit bestehen wird. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass nie etwas für die Ewigkeit besteht. Alle Zusammenschlüsse, alle Zweckbündnisse zerfallen irgendwann.

Das gilt nun augenscheinlich auch für die Europäische Gemeinschaft. Die, so habe ich in einem Fernsehbericht erfahren, ist unter anderem durch massivem Druck der US-Amerikaner zustande gekommen und ein Ergebnis des kalten Krieges. Die USA kann heute einen solchen Druck nicht mehr aufbauen und vom kalten Krieg wie wir ihn bis zum Zerfall der Sowjetunion hatten, will auch keiner mehr reden.

Es gibt also rational keinen Grund, dass die Britten in der EU bleiben. Es gibt aber auch keinen Grund, dass das Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland in seiner jetzigen Form bestehen bleibt. Wie heißt das so schön: Das einzig Beständige ist der Wandel.

Die eingangs erwähnten Horrorszenarien malen auch gern deutsche Politiker an die Wand. Es scheint so, als ob Europa - gemeint sind die in der EU verbundenen 28 Staaten - wieder in mittelalterliche Verhältnisse zurück kehrt, wenn nun die Britten das Staatbündnis verlassen. Die Gefahr der Kleinstaaterei wird an die Wand gemalt. Deutsche Politiker warnen vor Kleinstaaterei. Das ist, als ob ein kolumbianischer Drogenbaron vor den Gefahren des Drogenkonsums warnt.

Liebe deutsche Politiker, liebe bayerische Politiker, wenn ihr etwas gegen die Kleinstaatlichkeit in Europa machen wollt, dann fangt zu Hause an und schafft hier die Kleinstaaten ab. Wir haben hier Kleinstaaten, da wohnen so viele Menschen, wie in einem kleinen Bezirk von Tokio oder Mexiko-Stadt. Wir sind doch die, die von ihren Kleinstaaten nicht lassen können, einige brauchen sogar den Titel Freistaat. Frei von wem eigentlich?

Ich kenne auch noch genug offizielle Stimmen aus dem Freistaat Bayern, die ihre Provinz vom restlichen Deutschland abspalten wollten - oder vielleicht noch immer wollen.

Wenn wir also ein gemeinsames Europa wollen, wenn wir die nationalstaatlichen Rechte in weiten Teilen an die EU abtreten wollen, dann sollten wir das erst mal in den eigenen Grenzen umsetzen. Was nützt eine europäische Polizei, eine gemeinsame Terrorabwehr, wenn die zwischen Brandenburg und Bayern in etwa so funktioniert wie die zwischen Weißrussland und dem Vatikan? Gerade wurde das erste gemeinsame Schulbuch für polnische und deutsche Schüler vorgestellt. Toll, doch in welchen Bundesländern wird das auch eingeführt? Darauf hat unsere Regierung null Einfluss, weil die Bildung in Deutschland in den Händen von Kleinstaaten liegt.

Ich bin nach wie vor für eine europäische Zusammenarbeit, gern auch im Rahmen der EU. Noch viel mehr favorisiere ich allerding ein Einig Vaterland, ein modernes Deutschland ohne Kleinstaaten und ihre Territorialfürsten.

Nun gibt es erst einmal ein zielmich internationales Sonntagsfrühstück.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück und einen schönen Sonntag.

 


Veröffentlicht am: 26.06.2016

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