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Zigaretten-Schockbilder wirkungslos

Ekelfotos auf Verpackungen sind keine wirksame Maßnahme gegen das Rauchen

Die große Mehrheit der Deutschen hält Schockbilder auf Zigarettenpackungen für wirkungslos im Kampf gegen die Tabaksucht. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage* im Auftrag der DAK-Gesundheit. Für 81 Prozent der Befragten sind Ekelfotos von geschädigten Organen keine wirksame Maßnahme, um Raucher zum Aufhören zu bewegen. Auf Grundlage einer EU-Tabakrichtlinie müssen ab Mitte Mai Hersteller alle neuen Zigarettenpackungen mit großformatigen Bildern versehen, um vor den Gefahren des Rauchens zu warnen.

Knapp 60 Prozent der Befragten glauben, dass die abschreckenden Fotos auch bisherige Nichtraucher nicht davon abhalten, künftig zur Zigarette zu greifen. Bei den ständigen Rauchern sind sogar 66 Prozent davon überzeugt, dass Schockbilder keine geeignete Präventionsmaßnahme darstellen. „Ob jemand zur Zigarette greift oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab“, sagt DAK-Suchtexperte Ralf Kremer. „Schockbilder auf Zigarettenpackungen sind nur ein Präventionsfaktor. Wir setzen auf Information und Aufklärung, die schon in den Schulen beginnt. Einen starken Einfluss hat auch, ob die Eltern rauchen oder wie stark Zigaretten im Freundeskreis akzeptiert sind.“

Nach der aktuellen Umfrage der DAK-Gesundheit halten neun von zehn Befragten eine verstärkte Aufklärungsarbeit an Schulen für eine geeignete Maßnahme, um Menschen vom Rauchen abzuhalten. 83 Prozent befürworten einen konsequenteren Schutz vor dem Passivrauchen, etwa durch ein Rauchverbot in Autos, in denen Kinder mitfahren. Für ein totales Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden waren 77 Prozent, für ein Verbot von Tabakwerbung 62 Prozent und für eine höhere Besteuerung von Tabakprodukten 60 Prozent der Befragten.

Die neuen Schockfotos auf den Schachteln zeigen mögliche Gesundheitsschäden durch Zigaretten, zum Beispiel verfaulte Zähne, Krebsgeschwüre oder Raucherlungen. Ein großer Teil der Verpackungsfläche muss für die Bilder und passende Texte reserviert sein. Laut Umfrage finden zwei Drittel der Befragten es grundsätzlich in Ordnung, dass solche Bilder in dieser Deutlichkeit gezeigt werden – ganz unabhängig von der möglichen abschreckenden Wirkung. Bei den Nichtrauchern liegt die Zustimmung sogar bei 73 Prozent.

Deutschland setzt mit den Schockbildern auf Zigarettenpackungen eine EU-Richtlinie für Tabakprodukte um. Ziel ist es, die Raucherquote von Jugendlichen und die Zahl vorzeitiger Todesfälle zu senken. Etwa 110.000 Todesfälle pro Jahr sind in Deutschland unmittelbar auf das Rauchen zurückzuführen.

DAK-Umfrage: Geeignete Maßnahmen, um Menschen vom Rauchen abzuhalten
- Verstärkte Aufklärungsarbeit an Schulen (89 Prozent)
- Verstärkter Schutz vor dem Passivrauchen (83 Prozent)
- Totales Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden (77 Prozent)
- Verbot von Tabakwerbung (62 Prozent)
- Höhere Tabaksteuer (60 Prozent)
- Beschränkte Vertriebsmöglichkeiten (59 Prozent)
- Förderung von Rauch-Stopp-Seminaren (47 Prozent)

*Repräsentative Bevölkerungsbefragung durch Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit, 16. bis 21. Juni 2016, 1.015 Befragte über 18 Jahre.

 


Veröffentlicht am: 29.06.2016

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