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Morgengruß von Helmut Harff: Veganismus

… oder die Abwesenheit des Mannes

Wir Männer sind eigentlich Veganer. Wir beginnen unseren Tag mit Kaffee oder Tee und beenden ihn mit Bier. Alles drei sind vegane Lebensmittel. Sie sind sogar laktosefrei und wurden auch nicht an Tieren getestet. Das gilt auch für die Tassen oder Flaschen, aus denen wir Kaffee, Tee und Bier trinken.

 

Doch damit hat es sich in vielen Fällen auch schon. Sehen wir in die Töpfe und Pfannen und vor allem auf die Grills der Männer, ist bei den meisten Schluss mit Vegan, schluss auch mit vegetarisch. Klar, wir Männer essen Obst und Gemüse und ernähren uns gesund. Doch so ganz ohne Fleisch? Mit Tofugulsch und Wurstersatz aus dem Chemielabor, mit Kunststoffen aus Erdöl stand Leder? Damit lockt man nur sehr wenige Männer hinter dem Ofen – heute wohl eher der Fußbodenheizung – vor.

 

Diesen Eindruck hatte ich gestern beim Besuch der Öko-Modemessen Greenshowroom / Ethical Fashion Show in Berlin auch. Nimmt man mal die Unisex-Anbieter raus, so bot man an etwa jedem zehnten Stand ökologische Männer-Mode oder was man dafür hält an. Männer und "grüne" Mode, das scheint keine Liebesbeziehung zu sein. Das wurde auch bei den wenigen Gesprächen - viele unterhielten sich lieber mit ihren Laptop - deutlich. Die allerwenigsten Männer interessieren sich dafür, wie, aus was und wo ihre Kleidung gefertigt wird. Niemand geht in den Laden und verlangt ein nachhaltig und ökologisch einwandfrei produziertes Shirt. Das muss gefallen, sich angenehm tragen und der Preis muss stimmen. Wenn es dann auch noch "grün" produziert wurde, hat Mann auch ein gutes Gewissen.

 

Ich bezweifle allerdings, dass auch die meisten Frauen sich beim Kauf von Kleidung davon leiten lassen, dass der Baumwollpflücker so leben kann wie sie selber und das alles sehr fair bei der Produktion abgegangen ist. Wie sonst ist es zu erklären, dass die beiden genannten Messen deutlich schlechter besucht waren als alle anderen. Auch wenn man sich im Berliner Stadtbild umsieht, so sieht man viele, vor allem junge Menschen mit Papiertüten mit dem Aufdruck Primark. Die dort angebotene Mode ist garantiert alles andere als fair und nachhaltig produziert. Wenn die Nachfrage nach solcher Mode so groß wäre, wie die Protagonisten behaupten - was ja wünschenswert wäre - dann müsste es ja dafür auch Einkaufstempel wie den genannten geben. Ich kenne aber weder in Berlin noch sonst wo große Modekaufhäuser, in denen ausschließlich Kleidung angeboten wird, die fair, nachhaltig und ökologisch einwandfrei produziert ist. Solche Läden würden nicht lange wirtschaftlich überleben.

 

Darüber kann man wehklagen, man kann an das gute Gewissen appellieren - doch gebessert hat sich bisher nicht viel.

 

Jetzt mache ich erst einmal Frühstück und dann geht es an die Aufarbeitung der Messekontakte. Freuen Sie sich darauf.

 

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück und achten Sie ruhig mal auf zumindest fair produzierte Mode.

 


Veröffentlicht am: 01.07.2016

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