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Morgengruß von Helmut Harff: Ein Anruf

... der mich irritierte

Gestern erhielt ich einen Anruf. Das ist nun wirklich nichts besonderes. Doch diesmal wollte der Anrufer wissen, ob genussmaenner.de eine christliche Seite sei. Nach dem ich verneinte, fragte der Anrufer, warum ich wie in meiner letzten Kolumne immer mal wieder die Bibel zitiere. Meine Antwort, dass wir in einem christlich geprägten Land lebten und die Bibel ein wichtiges Buch sei, befriedigte meinen Anrufer nicht.

Er frage etwas erstaunt, wieso ich als in der DDR aufgewachsener Mensch (er ließt wohl regelmäßig meine Kolumne) von einem christlichen Deutschland rede? Ich versuchte ihm zu erklären, dass auch die DDR auf christlichen Wurzeln gestanden hat, dass unsere Kultur, ob Deutschland Ost, Deutschland West oder Gesamtdeutschland christlich geprägt ist. Und der Islam, wollte er wissen. Der gehört zu Deutschland, aber nicht zu unseren Wurzeln, war meine Antwort. Ich war gespannt, was noch kommt.

Ich lehne also den Islam ab, war die nächtse Frage, die eher als Behauptung bei mir ankam. Wie er darauf käme, wollte ich wissen, schließlich hatte ich nichts dergleichen gesagt. Na, ich würde nie den Koran zitieren und ihn also ablehnen. Ich fand das schon ziemlich komisch und antworte, dass ich auch die heiligen Schriften andere Religionen nicht zitiere. Jetzt wurde es wirklich komisch, denn der Anrufer, der sich übrigens nicht mit Namen vorgestellt hatte, meinte, es gebe nur eine heilige Schrift und das sei der Koran. Ich bezweifelte das und bekam daraufhin sehr wortreich erklärt, warum nur der Koran zählt.

Ich hörte mir das geduldig an und sagte ihm, dass er mir gerade den Grund geliefert hat, warum ich den Koran nicht zitieren würde. Stille an der anderen Seite der Leitung. Dann der Satz, auf den ich gewartet habe.  Man wollte wissen, warum ich den Islam hasse. Im ersten Impuls wollte ich auflegen. Das war mir zu dumm. Doch dann antwortete ich, dass ich keine Religion hassen kann, also auch den Islam nicht. Mein "Gesprächspartner" setzte gleich wieder an, mir die Einmaligkeit des Islam zu erklären, doch ich unterbrach ihn. Ich frage jetzt ihn, warum er die Christen hasst. Ich frage ihn auch, warum Moslems Moslems so hassen, dass man sich gegenseitig umbringt. Er meine, dass wir das als Christen ja auch getan hätten.

Ich gab ihm recht, verwies aber darauf, dass das schon einige Zeit her sei. Ich verwies auch darauf, dass der Islam, dass die islamischen Länder vor Jahrhunderten mal die fortschrittlichtsten waren. Ich zählte ihm auf, dass islamische Staaten die waren, in denen die Wissenschafte und Künste blühten und in denen man mehr als tolerant gegenüber Andersgläubigen war. Ich schlug ihm dann vor, dass ich ab dem Tag regelmäßig den Koran zitieren werde, von dem an sich die islamische Welt wieder auf ihre Traditionen besinnt. Damit endete dann das Telefonat.

Ich war sichtlich irritiert. Wie kann man so aneinander vorbei reden, wie kann man sich so wenig verständigen. Ich freute mich aber auch, dass so ein Gespräch hier in Deutschland so möglich ist und niemand irgend welche Konsequenzen fürchten muss.

Nun freue ich mich auf meinen Frühstückskaffee.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück - ganz gleich welches für Sie das Buch der Bücher ist.

 


Veröffentlicht am: 05.07.2016

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