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Alice Neel – Painter of Modern Life

Erfolg dem Zeitgeist zum Trotz

Das Werk der Künstlerin Alice Neel fand in ihren ersten vier Schaffensjahrzehnten kaum Beachtung: Sammlern und Kuratoren erschien ihr Stil rückständig und unzeitgemäß. Erst in den siebziger Jahren gelang der Amerikanerin mit ihren Arbeiten der Durchbruch. Andy Warhol, Marlene Dumas und Alex Katz ließen sich von ihr porträtieren. Heute zählt Neel zu den bedeutensten figurativen Malerinnen der Kunstgeschichte. Ihre erste deutschsprachige Monografie Alice Neel – Painter of Modern Life ist aktuell bei Hatje Cantz erschienen.

Berlin, 30. Juni 2016 – Viele Jahrzehnte malte Alice Neel (1900 bis 1984) ohne nennenswerte Anerkennung: Sie stellte kaum aus, verkaufte fast nichts und lebte mit ihren Kindern im New Yorker Stadtteil Spanish Harlem von Sozialhilfe. Im Kunstbetrieb dominierten Männer das Geschehen, figurative Malerei schien in Zeiten der Abstraktion unzeitgemäß und im kapitalistisch orientierten Amerika fiel die überzeugte Kommunistin politisch aus der Reihe. Die Vorzeichen standen somit schlecht für Alice Neel – an Selbstbewusstsein mangelte es der Amerikanerin jedoch nicht. Stoisch ging sie ihren Weg, blieb ihrem Stil treu und zählte bald namhafte Künstler und Künstlerinnen wie Chuck Close, Elizabeth Peyton, Marlene Dumas oder Alex Katz zu ihren Bewunderern. In den siebziger Jahren interessierte sich schließlich auch eine wachsende Öffentlichkeit für ihr Werk. Den endgültigen Durchbruch brachte 1974 eine Retrospektive im Whitney Museum of American Art. Für ihre zweite Ausstellung am selben Ort in New York wurde die Malerin im Jahr 2000 posthum noch fulminater geehrt.

Neels gesamtes OEuvre steht im Spannungsfeld zwischen Realismus und Expressionismus, zwischen Naturalismus und Deformation. Die eindringliche Ehrlichkeit ihrer Arbeiten scheint das Direkte, Wahrhafte offen zu legen. Ihr androgyn anmutendes Portät von Andy Wahrhol beispielsweise, zeigt den Künstler verletzlich mit nacktem, seine Schusswunden offenbarendem Oberkörper. Auch ihr Selbstporträt, ein Akt aus dem Jahr 1980, mutet schonungslos, fast brutal ehrlich an: Sie zeigt sich als Achtzigjährige nackt, körperlich gealtert und nur mit Pinsel und Brille ausgestattet – ein Bild voller Würde. Jenseits von persönlichen Beziehungen oder gesellschaftlichen Typisierungen war Alice Neel überzeugt davon, dass Menschen das Recht hätten, als Individuum wahrgenommen zu werden. Ihre radikale Bildsprache enthüllt Ängste und Schwächen, offenbart jedoch gleichzeitig die Authentizität und Einzigartigkeit des menschlichen Geschlechts. Ihre Porträts muten bis heute nahezu zeitlos modern an und haben über die Jahrzehnte nichts von ihrer Eindringlichkeit eingebüßt.

Die Monografie Alice Neel – Painter of Modern Life umfasst rund 70 Gemälde ihres OEuvres. Ein Großteil der Arbeiten bilden Porträts, es werden aber auch Stadtansichten und Stillleben gezeigt. Den großformatig abgebildeten Werken werden detaillierten Erläuterungen zu dargestellten Personen, zur Schaffensperiode sowie zur gesellschaftlichen Einordnung gegenübergestellt. Gleichzeitig steht die Person Alice Neel sowie ihre die künstlerische Entwicklung, ihre Lebensgeschichte und ihre unnachgiebige Haltung im Amerika des 20. Jahrhunderts im Fokus der Publikation.

Alice Neel – Painter of Modern Life erscheint flankierend zur gleichnamigen Ausstellung im Ateneum Art Museum, Helsinki. Im Anschluss werden die Werke in Den Haag, Arles und ab Oktober 2017 in den Hamburger Deichtorhallen gezeigt.

Alice Neel – Painter of Modern Life
Herausgeber: Jeremy Lewison
Texte von Bice Curiger, Petra Gördüren, Jeremy Lewison, Laura Stamps, Annamari Vänskä
Verlag: Hatje Cantz 
Preis: 39,80 Euro
ISBN 978-3-7757-4176-7

 


Veröffentlicht am: 06.07.2016

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