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Morgengruß von Helmut Harff: Wohin damit

... für die nächsten 1.000.000 Jahre

Wir haben ein Problem. Wir müssen hochgiftigen Müll für einige Jahre so verbuddeln, so dass niemand zu Schaden kommt. Es ist nicht irgendwelcher Müll, es ist Atommüll. Der muss so rund 1 Millionen Jahre liegen, bis man ihn einfach so anfassen kann und nicht daran stirbt.

1.000.000 Millionen Jahre. Ich wage zu behaupten, dass niemand weiß, wie dann die Erde aussehen wird. Menschen, solche wie wir heute sind, wird es garantiert nicht mehr geben. Es werden wohl die meisten Tiere und Pflanzen ausgestorben sein und unzählige neue Arten bevölkern eine ziemlich anders aussehende Erde. Ob darunter auch Wesen sind, die uns ähnlen, die überall rumbuddeln, die neugierig sind und alles erforschen wollen?

Doch bis dahin ist es noch einiges hin. Vieles passiert bis dahin und viele verändert sich. So wie wir heute nur bruchstückhaft wissen, wie das Leben auf der Erde vor tausend, vor zehntausend oder hunderttausend Jahren aussah, wissen die dann lebenden auch nicht viel von dem, was wir heute getrieben haben. Es ist wenig wahrscheinlich, dass die dann noch ein warnendes Hinweisschild als solches erkennen. Würden wir heute ein solches aus der Zeit vor 10.000 oder mehr Jahre erkennen? Ich bezweifel das.

Doch selbst wenn, existiert das dann überhaupt noch? Weiß man dann noch, wo der Atommüll vergraben wurde? Haben dann nicht Naturereignisse, Kriege oder andere Katastrophen das Territorrium, das wir heute Deutschland nennen, so verändert, dass alte Karten, dass Überlieferungen nicht mehr genügen, die hochgiftigen Lagerstätten zu lokalisieren?

Wir wissen nicht viel und tun doch so, als ob wir in der Lage wären, den Atommüll so zu vergraben, dass er dort völlig sicher 1.000.000 Jahre lagern kann. Wer das allen ernstes behauptet, glaubt auch daran, dass wir in nächster Zeit alle Krankheiten besiegen werden oder mal schnell auf einen Kaffee auf den Mars fliegen.

Doch wenn das so ist, warum machen wir so ein Gewese darum, die "richtige" Lagerstätte zu finden? Weil man schon mit dem Finden viel Geld verdienen kann. Man kann auch sehr lange mit den ganz sicher begründeten Ängsten der Menschen spielen und dabei seine eigene Suppe kochen. Auslöffeln müssen die irgendwann Menschen oder andere Lebewesen, die mal auf unsere Hinterlassenschaft stoßen. Heute geht es vor allem darum, dass der eingene Pelz nicht nass gemacht wird. Ein Politiker, der heute sagt, in meinem Wahlkreis ist der beste Lagerplatz, war die längste Zeit Politiker. Es wird also niemand so töricht sein.

Doch was tun? Eine ganze Gegend entvölkern und dort den Mist vergraben? Man hat ja auch Gegenden entvölkertm um Kohle zu fördern, Das kostet einige Milliarden, doch es ginge relativ schnell. Gut, zwei, drei Generationen später wird das Gelände dann wieder besiedelt - siehe Tschernobil. Was bliebe noch? Lagerstätten in anderen Ländern kaufen und dahin den Müll schaffen? Das wäre vielleicht noch billiger, aber im postkolonialen Zeitalter politisch verdammt unkorrekt.

Es ist klar, weg muss der Atommüll. Klar ist auch, dass keiner dem in seiner Nähe haben will. Es ist aber auch klar, dass wir uns vor allem über das Heute und vielleicht die nächsten 100, 200 Jahre Gedanken machen müssen. Was danach passiert, können wir ohnehin nicht vorausagen, beeinflussen noch viel weniger. Vielleicht gräbt man das irgendwann wieder nutzbare Zeug wieder aus und freut sich über den Schatz, den man gefunden hat.

Etwas ratlos, aber froh, das Problem nicht lösen zu müssen, frühstücke ich jetzt erst einmal.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Haben Sie die Idee, was wir mit dem Atommüll machen?

 


Veröffentlicht am: 06.07.2016

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