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Morgengruß von Helmut Harff: Eignungstest

... nicht nur für Müllmänner

Wer einen Job will, der muss seine Qualifikation nachweisen, der muss Zeugnisse und Bewertungen vorlegen. Doch das reicht zumeist nicht. Vor dem Job steht noch ein Eignungstest. Dann beginnt die Probezeit.

Nun kann und darf man über die Sinnhaftigkeit von Eignungstest streiten. Ich finde sie wenig zielführend, so es sich nicht um Tests handelt, die genau auf den anvisierten Job zugeschnitten sind. Doch egal, wie ich dazu stehe, wird es diese Tests noch lange geben.

Eine Berufsgruppe ist von solchen Tests ausgenommen. Diese Gruppe muss auch seine Qualifikation nicht wirklich nachweisen und Referenzen sind auch nicht zwingend notwendig. Welche Berufsgruppe ich meine? Na die Politiker. Nein, ich will hier nicht auf die Politiker einprügeln, obwohl sie immer wieder dafür sorgen, dass dieser Wunsch in einem aufkommt.

Aktuell trifft das auf den Herrn Wirtschaftsminister zu. Wieder einmal hat ein Gericht - bin ich froh, dass es in Deutschland Gerichte in diese Form gibt - einem Politiker sein Handeln um die Ohren gehauen. Leider müssen die unterlegenen Politiker die anfallenden Prozess- und Anwaltskosten nicht selber zahlen. Das dürfen wir Steuerzahler erledigen. Sie bekommen auch keine Abmahnung wie jeder andere Beamte, der Mist gebaut hat.

Nun wieder zur Qualifikation und zum Einigungstest: Haben Sie schon einmal erlebt, dass sich ein Politiker beim Wahlvolk oder gegenüber der Partei um einen Posten bewirbt? Kennen Sie ein solches Bewerbungsschreiben? Haben Sie als wählender Arbeitgeber eines Politikers erlebt, dass der seine Zeugnisse, seine Bewertungen, seinen kompletten Lebenslauf vorgelegt hat? Wissen Sie von einem Fall, in dem ein Politiker einen Eignungstest für Führungskräfte erfolgreich absolviert hat?

Ich muss zumindest für mich alle Fragen verneinen. Klar stellt sich so ein Parteisoldat den Parteigremien. Klar stellt er sich auch den Fragen der Wähler. Doch was macht er da mehr oder weniger ausgeprägt? Er sagt, was die Klientel hören will, er sagt Dinge von denen er hofft, dass es in der Partei und beim Wahlvolk gut ankommt. Würde er so viel Blabla bei einem Bewerbungsgespräch um einen führenden Managerposten ablassen, so könnte er in den allermeisten Fällen den Job ganz schnell vergessen.

Doch um Politiker zu werden, passiert das nicht. Das müssen dann ja immer andere ausbaden. Im besten Fall beschäftigen sich dann Gerichte mit der Unfähigkeit der Politiker. Im schlimmsten Fall müssen wir - das Volk, der Steuerzahler - die Fehler der Politiker ausbaden. Wie wir aus unsere Geschichte wissen, kann das sogar in den Krieg führen. Das ist heute nicht mehr möglich? Dann sehen sie sich mal an, wo überall in der Welt deutsche Soldaten mit der Waffe in der Hand die westlichen Werte verteidigen.

Allerdings muss ich auch sagen, dass wir das Politikern leicht machen. Wir fragen nicht nach Qualifikationen, machen die Wahlveranstaltungen nicht zu Eignungstests. Wir sind froh, dass sich wer findet, der den Job Politiker freiwillig machen will. Befürchten wir, dass unsere Qualifikationen nicht reichen oder können wir nicht jedem zum Munde reden? Ist uns das Einkommen eines Politikers - über das wir so gern meckern - doch nicht hoch genug? Oder ist es so, dass wir lieber meckern, als selber in den Ring zu steigen?

Ich habe mal nach der Wende damit geliebäugelt in die Politik zu gehen und mir den Betrieb angesehen. Ich bin lieber Journalist geworden. Da ich Einigungstests mehr als überflüssig finde, habe ich mich selbstständig gemacht.

Und doch, ich finde, Politiker sollten nicht nur vor Wahlen ihre Eignung wie jeder Jobsuchende unter Beweis stellen und für Fehler - erst recht für solche, die gerichtsfest sind - auch persönlich einstehen. Wie war das? Zwei Abmahnungen gleich fristlose Entlassung!

Jetzt genieße jetzt mein Frühstück. Dazu braucht es keinen Eignungstest.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 13.07.2016

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