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Morgengruß von Helmut Harff: Angst

... kein guter Ratgeber

Nach jedem Terroranschlag steigt die Angst. Das ist auch der Grund, warum viel eigentlich beliebte Urlaubsländer immer mehr gemieden werden. Sie werden gemieden, weil dort Menschen bei Terroranschlägen getötet wurden. Nun hatten auch wir "unseren" Terroranschlag. Gott sei Dank starb dabei niemand. Man ist schon geneigt, froh darüber zu sein, dass es "nur" Verletzte gab.

Nun wird auch die Angst in jedem Zug mitreisen. Jeder, der auch nur annähernd wie ein Moslem aussieht - wie sehen die eigentlich aus - wird nun argwöhnisch beäugt. Es gibt auch schon Diskussionen in den Medien, wie man die Sicherheit in den Zügen erhöhen kann. Besser kann man die wenig rationalen, aber durchaus nachvollziehbarem Ängste nicht schüren. Die Folge ist, dass es jetzt Menschen geben wird, die sich weit weg von Südländern setzten. Andere werden öffentliche Verkehrsmittel ganz meiden.

Wie gesagt, dass die Angst immer mehr umsich greift, ist verständlich. Wer will schon Opfer eines irren Attentäters werden. Und doch, die Gefahr für Leib und Leben geht nicht von Terroristen aus. Blitze sind ähnlich gefährlich. Ihnen fallen jährlich rund zehn Deutsche zu Opfer. Weltweit sollen es 24.000 sein. Viel, viel  mehr sterben in Deutschland bei der Hausarbeit. Laut dem Statistischen Bundesamt sind das mehr als 7.500.

Nun kann man sagen, dass Blitzeinschläge zum normalen Lebensrisiko zählen und die Betroffenen an Haushaltsunfällen in der Regel selber schuld sind. Das ist also etwas anderes als der Tod durch einen Terroristen. Und was ist mit den Terroristen, die uns Tag für Tag begegnen, die wir kennen, zu denen wir aber auch zumindest hin und wieder gehören? Wen ich meine? Uns alle, die Verkehrsteilnehmer. Allein in Deutschland sterben 3.475 Menschen bei Verkehrsunfällen In der Türkei sterben im Straßenverkehr rund 10.000 Menschen, das sind 12 Tote je 100.000 Einwohner.  In der Dominikanischen Republik liegt diese Zahl bei 41,7, in Tailand bei 38,1, in Marokko bei 18, in Agypten bei 13,2, und in Griechenland noch immer bei 12.2. Hat das je jemand davon abgehalten dort seinen Urlaub zu verbringen. In Deutschland sind es übrigens 4,7 Todesopfer je 100.000 Einwohner, die bei Verkehrsunfällen zu Tode kommen.

Und, haben wir ständig Angst, wenn wir zu Fuß, per Rad oder Auto unterwegs sind? Ich glaube kaum, von Ausnahmen mal abgesehen. Dabei sprechen die Zahlen eine ganz andere Sprache. Auf der Straße lauert der Tod. Da fahren Radfahrer bei rot über die Ampel, da rasen Autofahrer im Baustellenbereich, da sind viele Verkehrsteilnehmer betrunken unterwegs, da achten Fußgänger beim Überqueren der Straße mehr auf ihr Handy als auf die Straße, da überschätzen sich Motorradfahrer. Das Ergbnis ist immer gleich: Tausende Tote und viel, viel mehr Verletzte.

Doch Angst haben wir nicht. Angst haben wir auch nicht, wenn wir - Schockbilder hin oder her - rauchen. Angst haben wir auch nicht, wenn wir uns untrainiert auf die Ski stellen, wenn wir unerfahren in die Berge gehen oder uns überhitzt in die Fluten stürzen. Überall da sterben Menschen.

Angst haben wir aber vor Terroranschlägen. Wie gesagt, das ist verständlich. Weniger verständlich ist, dass wir uns von dieser Angst immer mehr beherrschen lassen. Noch unverständlicher ist, wenn diese Ängste von verschiedenen Seiten auch noch angestachelt werden. Es geht aber nicht, wenn wir von einzelnen Verrückten darauf schließen, dass alle Moslems potentielle Mörder sind. Kommt jemand auf die Idee, jeden Autofahrer, jeden Radfahrer für einen potentiellen Mörder zu halten?

Wir sollten versuchen, etwas rationaler mit unseren Ängsten umzugehen und uns von Ihnen nicht unser Leben diktieren zu lassen. Menschen, die unter Ängsten wie der vor engen oder dunklen Räumen, vor spitzen Gegenständen, vor offenen Fenstern oder ähnlichem leiden, wissen wovon ich rede. Sie leben in einem Käfig, in einem Käfig ihrer Ängste. Lassen wir uns nicht von sehr wenigen Verrückten in einen Käfig sperren.

Ich mache mir jetzt angstfrei mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich wie jeden Morgen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 20.07.2016

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