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21.08.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Schock

... und Erleichterung

Eigentlich wollte ich Ihnen heute von der Schönheit des Spreewaldes im südlichen Brandenburg vorschwärmen. Doch sicherlich geht es nicht nur mir so - mich beschäftigten heute viel mehr die Ereignisse von München.

Ich kann und möchte mir nicht vorstellen, was in mir vorgehen würde, wenn ich in der Situation der Menschen wäre, wie die gestern im Olympia-Einkaufszentrum. Denen war sicherlich völlig egal, ob der Verrücke dort mit einer Pistole in der Hand ein Amokläufer oder ein Terrorist ist. Entscheindend ist dann nur, da läuft ein durchgeknallter und ganz sicher zu allem entschlossener Mensch rum, der auch mich ermorden will. Klar, da will man nur eines - weg. Da hat man keine Zeit und auch keinen Nerv dafür, sich den Typen anzusehen um ihn später der Polizei zu beschreiben.

Das war wohl auch der Grund, weshalb man in München lange Zeit davon ausging, dass es mehrere Täter - unter Umständen sogar drei - waren. Die panischen Menschen wollten auch sogenannte Langwaffen gesehen haben. Davon spricht die Polizei nun nicht mehr. Wie gesagt, den total verwirrten und verunsicherten Zeugen kann und darf man dafür keinen Vorwurf machen.

Ich glaube auch, dass man der Polizei, vor allem der aus München, keinen Vorwurf machen kann. Die Frauen und Männer wussten augenscheinlich ziemlich genau, was zu tun ist. Auch die Zusammenarbeit mit den zivilen Kräften - Stadtregierung, städtische Verkehrsbetriebe und Bahn - scheint gut funktioniert zu haben. Klar, im Nachhinein ist man immer schlauer. Vielleicht war es nicht nötig, den gesamten Nahverkehr in der bayrischen Landeshauptstadt lahm zu legen. Verständlich war das für mich aber schon.

Die Münchener Polizei zeigte sich auch medial auf der Höhe der Zeit. Die Ordnungshüter nutzten sofort die sozialen Medien, um die Bevölkerung zu informieren. Das kam glaube ich sehr gut an. Wohl nicht nur bei mir kam dagegen die mediale Berichterstattung im Fernsehen nicht gut an. Stundenlang flimmerten die gleichen Bilder über den Bildschirm. Egal ob öffentlich rechtlich oder privat - die Sender berichteten wie in einer Endlosschleife immer das selbe. Dazu kamen immer wieder so genannte Experten, die - das war die bessere Variante - nichts zu sagen hatten oder nichts sagen wollten, oder die, die auf Teufel komm raus spekulierten. Es gab stundenlang nichts zu berichten - und man tat diese mit viel Aufgeregtheit. Ich hatte den Eindruck, dass man damit nur eines wollte - seine eigene Wichtigkeit zu unterstreichen.

Nicht verstehen kann ich all die, die noch sensationslüsternder als die Medien Fotos und völlig unangemessene Kommentare in den sozialen Netzwerken posteten. Hier sollte man - so es das noch nicht gibt - mal überlegen, ob man solche Dinge nicht unter Strafe stellt.

Doch das ist alles nebensächlich. Ich muss vor allem immer an die Menschen in München denken. Ich denke an die Angehörigen, Freunde und Bekannte der wohl neun Toten, an die verletzten und traumatisierten Menschen. Ich denke auch an all die Menschen, die in dieser Nacht im Einsatz waren, die Polizisten, aber auch an die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe, der Bahn, der Stadt. Die mussten mit Situationen umgehen, die man einfach nicht trainieren kann.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück und bin froh, dass München allmählich wieder zur Tagesordnung zurück kehren kann.

Ihnen wünsche ich ein unaufgeregtes Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 23.07.2016

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