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Morgengruß von Helmut Harff: Regionale Küche

Und wenn es keine gibt?

Regional kochen ist in. Nein, regionale Küche ist keine Erfindung von irgendwelchen Köchen. Regionale Küche ist auch nichts besonderes. Regionale Küche - das kennt die Menschheit seit sie das Feuer bändigen konnte. Schon unsere Vorfahren vor zigtausend Jahren kochten regional. Was blieb ihnen auch anderes übrig.

Regional kochen, das finde ich nur hin und wieder spannend und ich habe noch keinen Koch erlebt, der das wirklich durchgezogen hat. Es gibt sicherlich keine Küche, die nur und ausschließlich mit regionalen Produkten ihre Gäste bekochen will. Diese Küche wäre für unserern Geschmack mehr als langweilig. Wir essen ja schließlich nicht nur, um satt zu werden, um unseren Kalorienhaushalt ausgeglichen zu halten und um arbeitsfähig zu bleiben. Wir wollen genießen - das gern auch regional.

Doch in letzter Konsequenz gibt es keinen, der heute ausschließlich regional kocht, also ohne Pfeffer oder was wir sonst so importieren. Ich finde das auch alles andere als schlimm. Schlimm finde ich nur, wenn man die regionale Küche als das Nonplusultra der moderen Küche propagiert. Noch schlimmer finde ich, wenn alles, was nur nach Regionalität riecht, als regionale Küche verkauft wird.

Wie Sie ja wissen, waren die beste Frau der Welt und ich gerade auf Rügen. Wir waren auf der Insel auch auf den Spuren der regionalen Küche unterwegs. Und was soll ich Ihnen sagen? Es gibt keine rüganer Küche. Klar, Rügen ohne Fisch ist wie der Schwarzwald ohne Schinken. Doch dass es auf einer Insel Fisch gibt, das ist nichts wirklich regionales, das gibt es auf jeder Insel in einem Meer. Auf Rügen, wie auf anderen Inseln, wird der Fisch gekocht, gedünstet, gebraten, geräuchert oder mariniert. Auf Rügen schmeckt der Fisch deshalb nicht rüganisch, genau wie er nicht helgoländisch oder wangeroogisch schmeckt.

Ich weiß auch nicht, ob man allein auf Rügen Fleisch von Rindern bekommt, die als Mähmaschinen auf Salzwiesen "arbeiten". Auch die Schweine auf Rügen grunzen und schmecken nicht anders, als die vom ostseenahen Festland. Doch was macht der Koch, der regional kochen will? Der kocht Kohl. Das schmeckt und klingt auch regional. Doch wer wie wir über die Insel fährt, wird feststellen, dass Kohlfelder dort fast so selten wie Skilifte sind. Auch der Kohl kommt vom Festland. Nichts mit regionaler rüganer Küche.

Und die Köche? Die machen einfach das, was sie können: Sie kochen verdammt lecker mit dem was die Insel und das umgebende Festland bietet. Was nicht von dort kommt, wird eben in bester Qualität gekauft. Denn eines ist für Urlauber wie Rüganer, wie für uns alle am wichtigsten - es muss schmecken, es muss lecker sein und es muss uns hin und wieder auch überraschen. Wir wollen schon wissen, was da auf dem Teller landet, doch das muss nicht unbedigt vom Hof um die Ecke, vom Fischer aus der nächsten Bucht stammen. Wollten die Köche auf Rügen nur damit uns Gäste verköstigen, so müssten wir wohl hungern, denn so viele Lebensmittel lassen sich auch auf Deutschlands größter Insel nicht produzieren.

Und doch, auch wenn es keine explizierte rüganer Küche gibt, so kann man auf der Insel überall lecker, in vielen Fällen sehr lecker essen. Dabei muss der Gast nicht unnötig tief in die Tasche greifen. Es lohnt garantiert, mal einen großen Bogen um Pizza und Schnitzel zu machen und ein Steak vom Salzwiesenrind oder eine gebratene Scholle zu probieren. Angst vor zu vielen Kalorien auf dem Teller muss man nicht haben. Die Insel bietet so viele Möglichkeiten zur Bewegung, dass das mit den Kalorien kein Problem ist. Leider oder Gott sei Dank locken immer wieder kleinere oder größere Cafés und Gasthäuser zu Einkehr. Kein Problem, wandert oder radelt man einfach noch einige Kilometer mehr.

Übrigens: Die "Erste Edeldestillerie auf Rügen" garantiert, dass sie nur rüganer Obst zu extrem tollen Bränden und Likören verarbeiten. Hierher wandert man oder kommt mit dem Rad. Als Autofahrer kann man ja nichts verkosten.

Ich verkoste jetzt mein Frühstück - wieder am heimischen Tisch.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Sonntagsfrühstück.

 


Veröffentlicht am: 11.09.2016

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