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28.06.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Teurer Tropfen

... oder mehr Schein als Sein

Gestern lief auf arte ein Beitrag in Filmform, in dem es um Wein ging. Um genauer zu sein, es ging um sündhaft teuren Wein. Ich meine nicht Flaschen so zwischen 1.000 und 5.000 Euro, ich meine Flaschen für die man pro Stück 10.000. 50.000 Euro und mehr bezahlen muss. Es ging um Auktionen und Sammler. Und des ging um Betrüger.

Klar, da wo es um viel Geld geht sind auch Krimminelle, sind auch Betrüger nicht weit. Das ist bei Kunst, bei Münzen und vielen anderen Dingen so. Warum nicht auch beim Wein? Warum nicht gerade beim Wein? Edle Tropfen, Superweine und solche, die vor Jahrzehnten abgefüllt wurden, sind sichere Geldanlagen. Wie hieß es in dem Beitrag sinngemäß: Geldanlagen in Wein sind das Beste was man machen kann, denn Wein wird regelmäßig getrunken und somit immer weniger. Das gilt aber eben nur für Wein, der nicht als Geldanlage gebunkert wird. Und genau dieser Kauf von Wein als Geldanlage oder Spekulationsobjekt macht es für Fälscher relativ leicht, ihrem "Gewerbe" nachzugehen. Solche Flaschen werden voraussichtlich nie geöffnet. Selbst wenn, können die allermeisten Weinfans nicht wirklich sagen, wie ein uralter Wein schmeckt. Das können nur die wenigsten unter den Weinliebhabern. Und selbst die haben große Schwierigkeiten, denn sie wissen nicht, wie der Wein wo gelagert wurde.

Wein als Fälschungsobjekt, das kennt man schonn lange. Man mischt Zucker dazu, lagert den Wein nicht in teuren Fässern, sondern gibt einfach Holzschnitzel zum Wein. Bekannt ist auch, dass man teure Weine mit minderwertigem streckt. Solche Dinge gehen immer wieder durch die Medien, was zumindest hoffen lässt, dass die Panscher und Fälscher über kurz oder lang auffliegen. Man schmeckt einfach, dass bei dem Wein etwas nicht stimmt und forscht nach. Es ist dann nur ein kleiner Schritt, bis die Öffentlichkeit informiert ist.

Das ist bei den sübdhaft überteuerten, weil seltenen und besonders begehrten Weinen anders. Welcher als Weinspezialist geltender Händler oder Sammler wird schon zugeben, dass er nicht erkannt hat, dass er Betrügern aufgesessen ist, dass er hunderttausende oder Millionen Euro für Fälschungen ausgegeben hat? Diese Blöße will sich kaum jemand geben. Das erleichtert den Fälschern das Leben noch einmal gewaltig. Und doch, werden immer wieder Flaschen als Fälschung entlarvt. Da kommen Magnumflaschen eines Weingutes in den Handel, das zu dem angeblichen Abfülldatum noch gar nicht in solche Flaschen abfüllte. Es gibt auch Fälle, da wurden Flaschen mit einem Wachs überzogen, das von diesem Weingut nie verwendet wurde. Doch mal ehrlich, wie viele Experten weltweit gibt es, die so etwas erkennen? Fälschungen wird es also immer geben und es werden ganz sicher gefälschte Weine auch aus renomierten Sammlungen unter den Hammer kommen.

Kann man sich davor schützen? Ich glaube nicht - zumindest nicht, so lange man mit solchen Fälschungen Millionen Euro verdienen kann und das Risiko der Entdeckung relativ gering ist.

Mein Mitleid mit Menschen, die für einen Flasche Wein zigtausende Euros ausgeben, hält sich in ziemlich engen Grenzen. Niemand kann mir erzählen, dass ein Wein, den man auch trinken will, das wert ist. Hier wird der Wein wohl eher wegen seines Preises als wegen seines exorbitanten Geschmacks zum Genuss. Da heißt es dann auch gern: Wir haben einen 1945... zum Preis von 55.000 Euro getrunken. Das Weingut oder die Traube spielen da vielfach maximal noch eine untergeordnete Rolle. Da ist es dann auch egal, was da wirklich in der Flasche ist.

Frei von Fälschungen ist hoffentlich mein Frühstück. Wer will schon Kaffee, Brötchen oder Aufschnitt für wenige Euros fälschen. Wobei, sicher ist man ja nie.

Ihnen wünsche ich ein ungefälschtes Frühstück. Sehen Sie doch mal ihren Weinkeller durch.

 


Veröffentlicht am: 14.09.2016

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