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26.06.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Teure Energie

Noch mal viele Milliarden mehr

Atomkraft - nein Danke! - dieser Slogan hat mich fast mein ganzes Leben begleitet. Es hat lange gedauert und zwei riesige Atomkatastrophen gebraucht, bis die CDU mindestens so grün wie die Grünen wurde und der Ausstieg aus der Kernenergie zumindest für Deutschland beschlossen wurde.

So weit so gut. Nun haben wir überall Windräder, Solar- und Biogasanlagen. Erneuerbare Energien boomen - und machen unseren Strom teurer. Der Ausstieg aus der Kernenergie und gleichzeitig der aus der Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein weiterer Kostentreiber. Das konnte man ja noch irgendwie verstehen. Modernere Geräte und das Sparen am Strom hielt die privaten Stromkosten noch irgendwie in einem erträglichen Rahmen.

Doch was nun passiert, geht mit über die bekaannte Hutschnur. Da gibt es vor allem im Süden der Republik Menschen - wie viele weiß wohl niemand - die sprechen sich lautstark dafür aus, dass man keine überirdischen Stromleitungen baut, um vom stromreichen Norden Energie in den stromfressenden Süden zu transportieren. Also soll das Kabel in die Erde. Keine schlechte Idee - eigentlich. Doch das Eingraben der Kabel soll nicht nur wesentlich länger daueren, sondern auch 7 Milliarden Euro mehr kosten.

Das der Netzausbau nun mindestens bis 2025 dauern soll, wird all die freuen, die noch heute Kohle fördern und konvertionelle Kraftwerke betreiben. Doch alle anderen werden zur Kasse gebeten. Von 30 Euro jährlicher Mehrkosten pro Durchschnittshaushalt ist die Rede.

Schön, doch wer glaubt das? Ich nicht. Immer wenn der Staat baut, dauert es mindestens doppelt so lange wie vorab geplant und es wird mindestens dreimal so teuer. Ich gebe Ihnen mein Wort, dass es diesmal noch schlimmer kommt. Es gibt gar keine Planung für die Erdtrassen. Die Trassen müssen erst festgelegt werden, es muss Planfeststellungsverfahren geben und alle Beteiligten und Bedenkenträger müssen gehört werden.

Ich wette, dass sich schon heute Bürgerinitiativen gründen, die keine Erdleitungen unter ihrem Land dulden wollen. Es wird Wissenschaftler geben, die vor der Strahlung der Erdkabel warnen. Es wird garantiert auch Umweltschützer geben, die entlang der geplanten Trasse Tiere und Pflanzen schützen wollen.

Wenn das so ist, dann müssen im Süden die konventionellen, vielleicht sogar die Kernkraftwerke noch weiter arbeiten. Die sind aber zumeist alt und müssen nachgerüstet werden. Auch das kostet Milliarden, die auf den Strompreis umgelegt werden.

All das wird den Bau der Erdtrasse über Jahre, wenn nicht über Jahrzehnte verhindern und so teuer machen, dass es - wenn man mal etwas übertreiben will - billiger ist, die Industrie aus dem Süden in den Norden zu verlagern.

Vielleicht reicht es aber auch, erst einmal die Menschen zu befragen, ob sie überhaupt die Erdkabel wollen. Die Frage müsste genau lauten: Wollen Sie Erdkabel zum Stromtransport von Nord- nach Süddeutschland und sind Sie bereit die Mehrkosten zu tragen?. Was meinen Sie, wie die Befragung ausgehen würde?

Es gäbe selbstverständlich noch eine Variante: Der Staat verzichtet in der Höhe der politisch gewollten Mehrkosten auf die Energiesteuer. Allerdings müsste dann auch gesagt werden, welche Auswirkungen die Steuermindereinnahmen an andere Stelle haben.

So, nun werde ich erst einmal ein Frühstücksei kochen, einen Toast machen und die Kaffeemaschine in Gang setzten. Noch kann ich den Strom dafür ja bezahlen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 28.09.2016

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