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29.06.2017

 

 

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Aufgespießt: Freiräume

Haben wir Männer die noch?

(Helmut Harff/Chefredakteur) Am Freitagabend sah ich eine Sendung - wohl eine Wiederholung - in der sich Gloria von Thurn und Taxis den Fragen von Sandra Maischberger stellte. Die Fürstin machte das, was sie gern macht: Sie antwortete wie ihr der Schnabel gewachsen ist.

Sie polarisierte, schocke auch manchmal. Sie scherte sich nicht um den Mainstream oder um das was man heute so zu sagen hat. Kurz, die ehemalige Punklady und heutige Unternehmerin blieb sich treu. Ehrlich, als Chefin möchte ich die adlige Dame nicht haben.

Und doch, sagte sie etwas, was man als Mann vielleicht gern hört, was aber wohl sonst so nicht im Fernsehen zu hören ist. Sie billigte uns Männer Freiräume zu. Gloria von Thurn und Taxis meinte damit die katholische Kirche und ihr Festhalten an ausschließlich männlichem Leitungspersonal. Die Fürstin sprach sich dafür aus, diese Männerdomäne zu erhalten. Sie meinte auch, dass es keine Masseneintritte in die katholische Kirche geben würde, wenn es weibliche Priester in der Papstkirche gäbe. Wahrscheinlich hat sie sogar recht.

Doch dieses Thema beschäftigte mich nur kurz. Die Äußerung, wonach man Männern Freiräume zubilligen müsse, bewegte mich logischer Weise viel mehr. Schön, die Posten in der katholische Kirche werden - so es nicht um die praktische Arbeit am Nächsten oder die mit dem Staubsauger geht - ausschließlich an Männer vergeben. Doch wo gibt es noch solche Freiräume? Im Fußball? Vielleicht, wenn man das auf die Kicker im Männerfußball reduziert. Doch das gilt für alle Sportarten, in denen Männer und Frauen nicht zusammen an den Start gehen. Und doch, es gibt heute Schiedrichterinnen und ich wette, dass es Trainerinnen im Männerbereich gibt und dass Fußballvereine auch von Frauen geführt werden. Nichts also mit einem männlichen Freiraum.

Gibt es sonst wo männliche Freiräume? Ja, es gibt Dinge, in denen Männer in der Überzahl sind. Doch sind das männliche Freiräume? Ich glaube nicht. Jeder männlicher Freiraum wird Stück für Stück von Frauen eingenommen. Davon gehen wir Männer sicherlich nicht ein. Und wir rächen uns, nehmen auch den Frauen ihren Freiraum. Selbst im Kreissaal ist Frau nicht mehr allein und wir haben sogar gelernt, beim ersten Schrei des Nachwuchses aufzuschrecken. Zumindest ist das in der Theorie so.

Doch was bringt es uns, wenn die Geschlechter zuzusagen austauschbar sind? Die Fürstin würde wohl sagen, dass das nichts bringt. Und ich? Ich würde ihr zustimmen. Warum? Noch einmal zu Kirche. Die männliche katholische Kirche verbucht immer weniger Mitglieder, die von Männern und Frauen geführte evangelische Kirche wird aber von noch mehr Menschen verlassen. Liegt das nun an den Männern? Wohl kaum. Wurde der Fußball besser, weil die deutschen Kickerinnen so erfolgreich sind? Ist die Geburt weniger schmerzhaft, weil da ein Mann ziemlich sinnlos im Kreissaal im Wege steht und im besten Fall nicht ohnmächtig wird? Ich glaube nicht. Wird die USA viel besser, wenn das Land erstmals von einer Frau regiert wird? Ich glaube nicht.

Nicht, dass Frauen nicht (fast) alles genauso oder besser als Männer können, doch die Frage nach der gestrigen Fernsehausstrahlung war, was das mit dem Mann macht. Wenn die Fürstin, die sich selber als Frauenrechtlerin bezeichnet, sich für Freiräume für Männer ausspricht, so würde mich interessieren, wo sie die außerhalb der katholischen Kirche sieht. Sie ließ durchblicken, dass für sie auch dazu gehört, dass ihr deutlich älterer Ehemann nach der Geburt des Stammhalters wieder sein ausschweifendes Playboy-Leben aufnahm. Das klingt ja irgendwie interessant, doch sind das wirklich die Freiräume, die uns Männer fehlen?

Freiräume für Männer - ich habe keine Idee, wie die wirklich aussehen sollten. Oder doch - es gibt sie, beispielsweise in den sich gerade etablierenden Barbershops oder den ersten Kosmetikstudios nur für Männer. Pflegen wir diese zarten Freiraum-Pflänzchen.

 


Veröffentlicht am: 23.10.2016

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