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20.09.2017

 

 

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Besorgt um die Zukunft, zufrieden mit der Gegenwart

Repräsentative Umfrage der Körber-Stiftung

Nur zwei Prozent der Deutschen glauben, dass die bisherigen Rentenreformen ausreichen, damit künftige Rentner nicht unterversorgt sind. Und nur jeder vierte Deutsche (25 Prozent) traut der Politik zu, das Rentensystem auf eine sichere Grundlage zu stellen. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Umfrage »Arbeit, Rente, unversorgt? Was uns übermorgen erwartet«*, die forsa im Oktober 2016 im Auftrag der Körber-Stiftung durchgeführt hat.

Im Rahmen ihres Fokusthemas »Neue Lebensarbeitszeit« untersucht die Stiftung, was die Deutschen über ihr Leben, Arbeit, Rente und das Alter denken. Jeder zweite Deutsche (49 Prozent) macht sich demnach Sorgen um sein Auskommen im Alter – Frauen mehr als Männer (53 vs. 45 Prozent), Jüngere mehr als Ältere (54 Prozent der unter 50-Jährigen vs. 40 Prozent der über 50-Jährigen).

Die Zukunft der jungen Menschen wird pessimistisch gesehen


Dass es der heute jüngeren Generation in etwa 30 Jahren besser gehen wird als ihren Eltern oder Großeltern, glaubt nur jeder zehnte Deutsche (9 Prozent). Knapp zwei Drittel (61 Prozent) meint, dass es den heute Jungen im Alter schlechter gehen wird. »Beim Blick in die Zukunft, in die Zeit nach der Erwerbstätigkeit, sind die meisten Deutschen pessimistisch«, sagt Andreas Geis, Leiter des Fokusthemas »Neue Lebensarbeitszeit« der Körber-Stiftung. »Geht es allerdings um die Gegenwart, offenbart die Umfrage eine große Zufriedenheit der Deutschen mit ihrem Leben und ihrer Arbeit.«

Die Menschen sind erstaunlich zufrieden – beruflich und privat


Jeder zweite Deutsche (48 Prozent) würde in seinem Leben nichts anders machen, wenn er noch einmal »von vorn« anfangen könnte. Die großen Lebensentscheidungen hinsichtlich Ausbildung, Berufs- und Partnerwahl, Familie und Wohnort werden nicht in Frage gestellt. Auch die Zufriedenheit im Berufsleben ist hoch: Die große Mehrheit der Deutschen (85 Prozent) ist mit ihrer aktuellen Arbeit zufrieden. Neun von zehn Erwerbstätigen (89 Prozent) glauben, dass ihr Arbeitsplatz sehr oder eher sicher ist.

Erwerbstätige wollen einen Tag weniger arbeiten


Die Umfrage zeigt aber auch, dass Wunsch und Wirklichkeit in manchen Bereichen des Lebens auseinanderklaffen. So arbeiten die Deutschen pro Woche fast einen ganzen Arbeitstag mehr als sie möchten. Sie wünschen sich im Durchschnitt eine 31,3-Stunden-Woche, verbringen nach eigenen Angaben aber im Mittel 37,6 Stunden mit ihrem Job. »Ob Mann oder Frau, älter oder jünger – alle wünschen sich mehr Zeit als sie momentan haben«, sagt Geis. Dies lasse nur einen Schluss zu: »Wir müssen die Chance eines längeren Lebens nutzen und unsere dicht getakteten Berufsbiografien entzerren.«

Aufgabenteilung in Familien wird anders gelebt als gewünscht


Nach ihrem Wunschmodell zur Aufgabenteilung innerhalb von Familien befragt, wird ebenfalls eine Diskrepanz zur gelebten Realität deutlich. Vier von zehn Deutschen (39 Prozent) wünschen sich, dass beide Elternteile ihre Arbeitszeit reduzieren und sich die Familienaufgaben gleichermaßen teilen. Allerdings leben nur vier von 100 Familien mit Kindern unter 16 Jahren tatsächlich danach. In mehr als der Hälfte der Familien (59 Prozent) arbeitet der Mann Vollzeit, die Frau reduziert und kümmert sich vorrangig um Kinder und Haushalt.

Beruf und Familie lassen sich ohne große Probleme vereinbaren


Geht es um ihre generelle Meinung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zeichnen die Deutschen ein düsteres Bild: Mehr als ein Viertel (28 Prozent) nimmt große Probleme für Eltern in Deutschland wahr, zwei Drittel (67 Prozent) sehen einige Probleme. Nur zwei von 100 Befragten meinen, es gebe so gut wie keine Probleme. Erstaunlich ist jedoch: Nach der eigenen Situation befragt, sind die tatsächlich Betroffenen mit Kindern unter 16 Jahren deutlich entspannter. Große Probleme bei sich zu Hause erleben nur fünf Prozent der Deutschen. Die Hälfte (48 Prozent) sieht einige Probleme. Doch fast genauso viele Eltern (44 Prozent) geben an, selbst so gut wie keine Probleme mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu haben.

Das Fokusthema »Neue Lebensarbeitszeit« der Körber-Stiftung

Mit ihrem Fokusthema »Neue Lebensarbeitszeit« fragt die Körber-Stiftung, wie wir in der Zeit des langen Lebens arbeiten wollen – und wie lange. Die Stiftung glaubt: Es gibt gute Gründe, mit der Lebenserwartung auch die Lebensarbeitszeit zu erhöhen, schon aus Gründen der Generationengerechtigkeit. Und sie plädiert dafür, die demografische Chance einer längeren Lebenszeit zu nutzen, um unsere dicht getaktete Berufsbiografien zu entzerren. Die Stiftung präsentiert neue Ideen und Modelle, wie Leben, Arbeit und Zeit anders zu verbinden wären und plädiert für mehr Zeitsouveränität in der Arbeitswelt.

Mehr zum Fokusthema unter www.neue-lebensarbeitszeit.de und auf Twitter.

 


Veröffentlicht am: 02.12.2016

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