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23.03.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Nachgedanken

... nach dem Krippenspiel

Gestern veröffentlicht ich an dieser Stelle die Weihnachtsgeschichte. Die hörte ich gestern noch mehrfach, unter anderem auch in der kleinen Kirche der Lausitzgemeinde Groß-Schacksdorf. Die Kirche war wie immer einmal im Jahr rappelvoll und die Kinder spielten in völlig neuer Dekoration und in neuer Regie eben diese Weihnachtsgeschichte.

Später hörte und sah ich diese Weihnachtsgeschichte noch im Fernsehen. Die wurde immer von Kindern gespielt. Warum nur von Kindern? Ist die Weihnachtsgeschichte eine, die für Kinder gemacht ist? Ist das Krippenspiel willkommene Ablenkung für den auf die Geschenke wartenden Nachwuchs? Ich möchte mal ein Krippenspiel mit Erwachsenen sehen. Die können sicherlich eher nachempfinden und darstellen, wie sich Maria und Joseph gefühlt haben, als irgendwelche kleinen Kinder.

Vielleicht würden Erwachsenen aber auch die vielen Widersprüche in der Weihnachtsgeschichte auffallen. Was ich meine? Wieso nimmt Joseph seine hochschwangere Frau – oder doch eher Gefährtin, Freundin, eben nicht angetraute sondern vertraute Maria – mit auf eine Reise, auf der sie aber auch so gar nichts zu suchen hatte. Joseph war aus dem Hause David und musste sich schätzen lassen. Seine Frau nicht, denn Frauen mussten damals keine Steuern zahlen.

Wieso wartet dieser komische Joseph nicht einige Tage, bis Maria ihren Sohn – seiner war es ja wohl nicht – geboren hat? Wieso blieb Maria nicht einfach in Nazareth im Kreise der dortigen Frauen? Mit ihr hochschwanger loszuziehen war im höchsten Maße unverantwortlich. Man stelle sich mal vor, das würde heute ein Mann machen.

Dann wird ja immer so getan, als ob die beiden arm gewesen sind. Arm? Joseph musste Steuern zahlen. Er war also kein Habenichts, kein Hartz-4-Empfänger. Er war einer aus dem Stamme Davids – eines Königsgeschlechts und er war Handwerker. Er war so vermögend, dass er einen Esel mit auf die Reise nahm. Das entspricht in etwa einem Kleinwagen. Pech nur, dass unsere heutigen Esel schneller und bequemer sind. Dafür haben wir heute den Klimawandel. Vielleicht noch eins: Die Zeiten waren auch damals nicht sicher. Wieso sind die beiden völlig allein von Nazareth nach Betlehem marschiert und haben sich nicht einer Gruppe angeschlossen, die auch in Richtung Betlehem unterwegs war.

Und dann die Suche nach der Unterkunft. Wenn ich richtig informiert bin, dann war damals Betlehem ein winziges Nest. Da hat es sicherlich keine Herbergen gegeben. Bestimmt haben die Leute in Betlehem an Durchreisende Quartiere vermietet. Doch nicht an eine hochschwangere. Die versaut womöglich noch das Lager. Also ab mit ihr in den Stall. Der war wahrscheinlich wirklich nicht sauber, aber die viel  gepriesenen Wohlgerüche des Orients waren auch in den Wohnungen damals nicht zu finden. Es wird auch behauptet, im Stall war es kalt. Wer schon mal in einem Stall war, weiß, dass es darin nicht wirklich kalt ist, wenn darin auch Großvieh wie ein Ochse stand. Ich bin mir sicher, dass, wer ein Ochse hat, auch mindestens eine Kuh sein eigen nennt.

Was mich schon immer gewundert hat, ist die Sache mit der Geburt. Maria war eine junge Frau, die ihr erstes Kind zur Welt bringen sollte. Sie hatte also keine Ahnung. Das trifft genauso auf Joseph zu. Ich bezweifel, dass Joseph überhaupt bei der Geburt dabei war. Männer im Kreissaal, das ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Die Männer damals waren bei der Geburt garantiert nicht dabei. Das lässt nur den Schluss zu, dass Maria nicht allein mit ihren Wehen gelassen wurde. Da waren noch andere Frauen dabei, die der Erstgebärenden halfen, die beispielsweise die Nabelschnur durchtrennt haben. Wäre Maria wirklich allein gewesen, ist zumindest fraglich ob Jesus gesund zur Welt gekommen wäre.

Viele Fragen, auf die ich noch keine Antworten gefunden habe. Was ich weiß, ist was ich jetzt frühstücke – einen Kaffee.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und weiter viel Spaß an Weihnachten.

 


Veröffentlicht am: 25.12.2016

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