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Pumpernickel – geliebt oder gehasst

Seine Namensherkunft ist umstritten, seine geschmackliche Qualität verbürgt

Graubrot, Weißbrot, Roggenbrot, Mehrkornbrot, Zwiebelbrot – all diese Bezeichnungen sagen etwas über das betreffende Produkt aus. Doch wie ist es beim Pumpernickel, dem westfälischen Vorfahren aller Vollkornbrote?

Was sagt uns dieser Name über das traditionsreiche Nahrungsmittel mit dem typischen, leicht süßlichen Geschmack und der langen Haltbarkeit? Je nachdem welche Quelle man hinzuzieht, lässt einen der Name Pumpernickel erst recht irritiert zurück.

So übersetzen Sprachforscher Pumpernickel mit „furzender Nikolaus“. Die Wissenschaftler sehen in dem Begriff eine Kombination aus dem alten sauerländischen Wort Pumper für „Furz“ und der Kurzform von Nikolaus, „Nickel“. Aber was hat der furzende Nikolaus nun mit dem besagten Schwarzbrot zu tun? Angeblich soll dies dem hohen Ballaststoffanteil des Brotes geschuldet sein, der verdauungsfördernd wirkt und dabei durchaus auch Flatulenz auslösen kann.

Einer weiteren Deutung zufolge soll Pumpernickel eine andere, etwas abwertende Bezeichnung für das sogenannte Kommissbrot gewesen sein, das Soldaten als Verpflegung erhielten. Ebenfalls mehr ins Militärische geht die Anekdote, der zufolge Kaiser Napoleon für sein Lieblingspferd Nicole Brot backen ließ, während seinen Soldaten die Mägen vor Hunger knurrten. Dieses Brot wurde demnach „bon pour Nicole“ genannt, zu deutsch „gut oder gerade gut genug für Nicole“, das Pferd. Daraus soll dann mit der Zeit „bon pour Nickel“ und irgendwann Pumpernickel geworden sein.

Wieder andere Überlieferungen führen den Namen Pumpernickel auf einen Bäckermeister mit Namen Nikolaus Pumper zurück, der angeblich dieses Brot aus Roggenschrot erfunden haben soll. In Westfalen wiederum, der unbestrittenen Heimat des inzwischen weltweit bekannten Schwarzbrots, erzählt man sich, dass eine Bauernfamilie zur Zeit des 30-jährigen Krieges eines Abends vergessen habe, Brot aus dem Backofen zu nehmen. Am nächsten Morgen wurde das Versäumnis entdeckt, doch da man damals knapp an Nahrungsmitteln war, wurde das Brot aus dem erkalteten Backofen probiert und für gut befunden. So lautet eine andere Geschichte, die sich um die Herkunft des Pumpernickel-Rezepts rankt.

Und schließlich ist noch jene Variante der Entstehung dieses Namens im Umlauf, der zufolge die Bezeichnung vom lateinischen „bonum panicum“, zu deutsch „gutes Brot“, stammen soll.

Gleich wie der Name nun tatsächlich entstand, als sicher gilt, dass Pumpernickel seinen Ursprung im Westfälischen hat und in Osnabrück vor über 700 Jahren erstmals gebacken wurde. Unbestritten sind gleichermaßen die positiven Wirkungen des ursprünglich aus lediglich Roggenschrot und Wasser hergestellten Brotes auf das Wohlbefinden: Es enthält viele Ballaststoffe, verfügt zudem über einen hohen Anteil an Proteinen und weist signifikante Mengen an Mineralstoffen auf. Da originales Pumpernickel ferner frei von Konservierungsstoffen ist, darf dieses ursprüngliche Vollkornbrot durchaus als reines Naturprodukt gelten. Heutzutage werden zur Abrundung des traditionell süßlich-sauren Pumpernickel-Geschmacks dem Brotteig noch Zuckerrübensirup und Malz beigemengt.

Das Schwarzbrot, wie es in seiner Heimat schlicht genannt wird, eignet sich ausgezeichnet zum Belegen mit deftigem Schinken, würzigem Käse, geräucherter Wurst oder Räucherfisch. Dazu ein Korn und ein Bier, und das „westfälische Abendmahl“ ist vollständig.

Der lustige Name des Traditionsbrotes veranlasste übrigens Deutschlands früheren Lieblingsengländer, den „Schallplattenreiter“ Chris Howland, der den Deutschen nach dem Krieg den „Rhythmus der Welt“ nahebrachte, sich selbst den inzwischen legendären Spitznamen „Heinrich Pumpernickel“ zuzulegen.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 24.01.2017

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