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Morgengruß von Helmut Harff: Gesund ernähren

… nicht nur heute

Bereits zum 20. Mal veranstaltet der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED) den „Tag der gesunden Ernährung“. „Mit diesem Aktionstag machen wir die Bevölkerung in Deutschland auf die Wichtigkeit der gesunden Ernährung aufmerksam“, so Margret Morlo vom VFED. Ich finde es einerseits gut, andererseits bedenklich, dass es so einen Tag gibt, dass es ihn wohl geben muss.

Gesund essen – es gibt wohl niemand, der nicht eine Antwort auf die Frage hat, was gesundes Essen bedeutet. Doch auch nach gefühlten Millionen Aufklärungskampagnen, Flyern, Koch- und Ernährungssendungen, Aufklärungen in Kitas und Schulen, gesundem Kantinenessen und, und, und scheint gesundes Essen dennoch nur ein Thema für Minderheiten zu sein. Wieso sonst brauchen wir auch noch 2017 einen Tag der gesunden Ernährung?

Ich frage mich andererseits, ob sich so viele Leute so verdammt ungesund ernähren. Ich frage mich, wieso wir in Deutschland immer älter werden und das, obwohl wir uns doch ach so ungesund ernähren. Vielleicht tun wir das in der Masse ja doch nicht. Kann es nicht viel mehr sein, dass wir uns gar nicht so schlecht ernähren, aber mit dem Thema gesundes Essen sehr viel Geld zu verdienen ist? All die Ernährungsberater, mehr oder weniger selbst ernannten Experten, die Hersteller und Händler von vermeintlich gesundem Essen, all die, die uns predigen, dass vegetarische und vegane Ernährung so gesund ist – all die würden keinen roten Heller verdienen, würden wir nicht in ihre Falle tappen. Diese Falle heißt schlicht „gesunde Ernährung“.

Alles soll Bio sein, soll aus der Region kommen. Wenn man schon so uneinsichtig ist und Fleisch verzehrt, dann soll das von glücklichen Kühen, Schweinen und Hühnern kommt. Komisch, von glücklichen Schafen und Fischen hört man kaum etwas. Man soll sich mal mediterran, mal wie die Steinzeitmenschen ernähren. Andere wollen uns von fleischloser Kost überzeugen. Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen sich um unsere Ernährung kümmern, uns gern ein schlechtes Gewissen machen und gleich ein Heilsversprechen für uns haben.

Ich habe die Befürchtung, dass es für uns wesentlich gesünder ist, sein Leben lang nur Fastfood zu essen, als jedem Ernährungstrend hinterher zu rennen. Ich glaube, dass Fertigkost uns weniger schadet, als bei jedem Bissen, bei jedem Einkauf darauf zu achten, was da alles auf dem Beipackzettel steht, ob das Zeug auch soooooooooooooooooo gesund ist, ob das auch von den unzähligen oder zumindest dem eigenen Ernährungsguru empfohlen wurde. Ich glaube, dass ständiger Verzicht, ständige Selbstkasteiung weniger gesund ist, als hin und wieder über die Strenge zu schlagen.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich will hier nicht Fastfood und Fertiggerichten das Wort reden. Ich mag beides nicht. Ich finde, selbst gekochtes, gebratenes und gebackenes ist – richtig gemacht - nicht nur gesünder, es schmeckt auch besser. Preiswerter ist es auch noch. Ich verstehe nicht, wieso man so viel Geld für Lebensmittel ausgibt, die nichts taugen. Ich verstehe aber auch nicht, warum angeblich gesunde Lebensmittel häufig so teuer sind, dass einem gleich der Appetit vergeht.

Ich glaube, dass man sich dann gesund ernährt, wenn man dem so gern beschworenen gesunden Menschenverstand benutzt, selber den Kochlöffel schwingt und das ißt, worauf man Lust hat und was einem bekommt. Dann muss das auch nicht immer Gnade vor den Augen der Ernährungsgurus finden, dann kann man auch mal an der Imbissbude zuschlagen, mal sündigen.

Ich halte es mit Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, den wir als Paracelsus kennen. Der meinte mal: „Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding' kein Gift ist.“. Demnach können sogar Äpfel schädlich sein, ein Döner nicht. Das ist doch tröstlich – auch am Tag der gesunden Ernährung.

Ich mache jetzt erstmal Frühstück - mit vielen gesunden und manchen nicht so gesunden Dingen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 07.03.2017

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