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Unfallflucht

... der neue Volkssport

In die Situation geraten immer mehr Autofahrer inzwischen viel zu oft: Sie kehren zu ihrem abgestellten Fahrzeug zurück und müssen feststellen, dass dieses in ihrer Abwesenheit beschädigt wurde. Und vom Verursacher des Schadens fehlt jeder Hinweis, jede Spur. Diesen Geschädigten stellt sich dann die Frage, wie man auf ein solches Vorkommnis richtig reagiert und wer im Zweifel für den Schaden aufkommt.

Leider wird Fahrerflucht, und darum handelt es sich rechtlich, wenn man sich unerlaubt von einem Unfallort entfernt, heutzutage vielfach als eine Art Kavaliersdelikt angesehen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des NDR ist hierzulande nahezu jeder zweite Autofahrer schon einmal Opfer einer Unfallflucht geworden. Konkret wurden 45 Prozent der befragten Autofahrer in einen Unfall verwickelt, bei dem sich der Verursacher gesetzeswidrig vom Unfallort entfernte. Daraus folgert der Sender, dass Fahrerflucht offenbar zum „Volkssport“ geworden sei. In der Untersuchung räumten außerdem 13 Prozent der Befragten ein, selbst schon mal einen Unfall verursacht zu haben und dann weggefahren zu sein.

In fast allen norddeutschen Bundesländern – entsprechend dem Sendegebiet des NDR – stieg nach den Recherchen des Senders die Zahl der Fahrerfluchten zwischen 2010 und 2015 spürbar an. Aber auch im übrigen Bundesgebiet registriert die Polizei eine deutliche Zunahme der Fälle von unerlaubtem Entfernen vom Unfallort. Nach den Zahlen der Ordnungshüter ist etwa in Berlin unterdessen bei rund 22 Prozent aller Verkehrsunfälle Fahrerflucht im Spiel, in Stuttgart beträgt die Quote knapp 24 Prozent, und in Düsseldorf machen sich nach Unfällen mit Blechschäden sogar zwei Drittel der Autofahrer aus dem Staub, wie die „Zeit“ berichtet.

Angesichts solcher Daten drängt sich manchen Beobachtern schon der Begriff „Massenkriminalität“ auf. Denn beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort handelt es sich um eine Straftat, die entsprechende strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann: Dafür drohen neben Führerscheinentzug bzw. Fahrverbot hohe Geldstrafen bis hin zu Gefängnis. Doch davon lassen sich offenbar immer weniger Unfallverursacher abschrecken. Wissenschaftler erklären die Bereitschaft, trotz der angedrohten Bestrafung vom Unfallort abzuhauen, damit, dass es sich dabei um eine Stresssituation handele, in der viele Menschen nicht vernünftig reagieren. Manche Autofahrer machen sich aber auch aus dem Staub, weil sie um ihren Schadenfreiheitsrabatt bei der Autoversicherung fürchten oder einfach glauben, „mich erwischt keiner“.

Die Gründe für eine Unfallflucht sind den Geschädigten jedoch in aller Regel gleichgültig. Sie fragen sich vielmehr, wie sie zu ihrem Recht kommen und wer den ihnen zugefügten Schaden bezahlt? Zunächst sollte das Opfer einer Unfallflucht dieses Delikt und den daraus resultierenden Schaden sofort nach deren Feststellung der Polizei melden. Es kann zudem zur Identifizierung eines Unfallflüchtigen beitragen, sich am Tatort nach möglichen Zeugen umzusehen. Das sollte am besten zeitnah geschehen.

Kann der flüchtige Verursacher eines Schadens dennoch nicht ermittelt werden, ist dies für das Opfer der Unfallflucht zunächst einmal unangenehm, denn er oder sie bleibt auf dem Schaden und den damit verbundenen Kosten sitzen. Denn die Aufwendungen für die Beseitigung des Schadens hat die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers zu tragen, und wenn der nicht bekannt ist …

Etwas besser sind Unfallopfer mit einer Vollkaskoversicherung gestellt, denn die kann den Schaden am eigenen Fahrzeug übernehmen. Doch dafür wird der Versicherte dann beim Schadensfreiheitsrabatt hochgestuft. Das trifft bei Unfallflucht auch dann zu, wenn der Verantwortliche gefasst wird, wie Anwälte betonen. Diese Mehrkosten muss das Unfallopfer anschließend bei dem Schadensverursacher einklagen. Eine Teilkaskoversicherung tritt für solche Unfallschäden grundsätzlich nicht ein.

Quelle: Goslar-Institut

 


Veröffentlicht am: 17.03.2017

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