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21.07.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Helm ab

… zum Gebet

Heute Abend ergeht in Berlin wieder der Befehl „Helm ab zum Gebet“. Er gilt einer Ehrenformation der Bundeswehr. Der Grund ist die Verabschiedung von Bundespräsident Joachim Gauck. Der wird mit einem sogenannten Großen Zapfenstreich der Bundeswehr in den Ruhestand verabschiedet.

Doch passt so ein preußisch-militärisches Ritual ins 21. Jahrhundert? Verabschiedet man so in dieser Zeit einen Bundespräsidenten, verabschiedet man so einen Pfarrer? Ich befürchte, dass Joachim Gauck, der das Wort Freiheit so gern im Mund führt, diese Zeremonie gut gefällt. Na ja, irgendwie passt ja „Helm ab zum Gebet“ zu einem protestantischen Geistlichen auch.

Ich sehe das kritischer: Soldaten in Paradeuniform, Fackeln, Trommelwirbel, laute Befehle und Marschmusik – da fehlt nur noch der Stechschritt. So viel Militär, so viel Preußentum, das passt für mich so gar nicht zu einem Land, das sich so gern für den Weltfrieden einsetzt. Vielleicht fällt jemand ja mal ein dem Amt und der heutigen Zeit adäquates Zeremoniell ein.

Doch bei dem Befehl „Helm ab zum Gebet“ geht mir noch eines durch den Kopf: Zu welchem Gebet wird da von wem der Helm abgenommen? Sind in den Reihen der Ehrenkompanie der Bundeswehr nur Kirchensteuerzahler, nur Christen? Wenn das so sein sollte, ist das gesetzeskonform?

Was ich meine? In der Bundeswehr tun Christen, Atheisten, aber auch Moslems und Menschen mit anderem Glauben Dienst. Befiehlt man nun all denen „Helm ab zum Gebet“? Müssen dann eventuell auch Moslems, Juden oder Atheisten ihre Helm abnehmen, um so dem christlichen Gott zu huldigen? Das kann und darf doch nicht sein.

Ich frage mich angesichts solch überholter Rituale, wie die Verteidigungsministerin dann ihren Plan umsetzen will, gerade auch Männer und Frauen mit Migrationshintergrund zu animieren, bei der Bundeswehr anzuheuern. Da passt doch einfach nichts mehr zusammen. Ich frage mich auch, was man macht, wenn der erste nicht christliche Deutsche Bundespräsident wird. Heißt es dann auch „Helm ab zum Gebet“?

Ich möchte heute allen Verantwortlichen befehlen: „Helm ab zum Nachdenken“. Rituale sind grundsätzlich nichts schlechtes, doch sie gehören hin und wieder auf den Prüfstand.

Mein Frühstücksritual ist ja auch nicht mehr das von vor 50 Jahren.

Ihnen wünsche ich ein ganz friedliches und genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 17.03.2017

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