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Marderschäden?!

Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf

Wer einen Gebrauchtwagen kauft, sollte auch auf vorhandene Marderschäden achten. Händler müssen Fahrzeuge diesbezüglich nämlich nicht prüfen. Doch unentdeckte Schäden können schnell teuer werden. Das Vergleichsportal TopTarif zeigt, welche Versicherung im Ernstfall zahlt.

Urteil: Händler müssen vorliegende Marderschäden nicht prüfen


Zwar müssen Gebrauchtwagenhändler Fahrzeuge vor dem Verkauf auf Unfallschäden untersuchen und diese den Käufern mitteilen. Für Marderschäden gilt das jedoch nicht, wie das Landgericht Aschaffenburg urteilte (32 O 216/14). Wurde ein vorhandener Marderschaden ordnungsgemäß repariert, besteht keine Aufklärungspflicht. Laut Urteil seien Marderschäden nicht mit Unfallschäden gleichzusetzen, da sie meist nur punktuell auftreten und keine tragenden Teile des Autos in Mitleidenschaft ziehen. Bleibt der Marderbiss allerdings unentdeckt, kann aus einem angenagten Kühlschlauch schnell ein Motorschaden in vierstelliger Höhe entstehen. „Wer dann nur einen unzureichenden Schutz in seiner Kfz-Versicherung hat, bleibt auf den Kosten sitzen“, erklärt Dr. Arnd Schröder, Geschäftsführer des Vergleichsportals TopTarif.

Marderbiss: Folgeschäden nicht über jede Versicherung abgedeckt

Seit Jahren sind Marderschäden in der Pkw-Schadensbilanz auf den oberen Plätzen vertreten. Die Gefahr steigt vor allem im Frühjahr und Sommer. „Wer eine Teil- oder Vollkaskoversicherung besitzt, ist gegen Marderschäden zwar meist geschützt – aber nicht unbedingt gegen deren Folgekosten“, so Dr. Schröder. „Empfehlenswerter sind daher umfassende Tarife, die auch die Folgeschäden abdecken.“

Der bessere Schutz ist kaum teurer: Ein Berliner Autofahrer zahlt für die günstigste Vollkasko mit Komfortschutz im Schnitt nur rund ein Prozent oder 9 Euro mehr im Jahr. „Einen Blick ins Kleingedruckte sollten Autofahrer dennoch werfen. In der Regel ist der Höchstbetrag für Folgeschäden auf bis zu 3.000 Euro pro Schadensfall begrenzt. Einige Policen sichern auch in unbegrenzter Höhe ab“, sagt Dr. Schröder.

Marderschäden erkennen und abwehren

Viele Autofahrer entdecken Marderschäden häufig erst, wenn es schon zu spät ist: Der Motor macht schlapp oder andere Funktionen sind beeinträchtigt. Anzeichen für einen Marderbesuch sind beispielsweise eine angenagte Isoliermatte an der Motorhaube oder kleine, dreieckige Bissspuren, die sich meist an gut erreichbaren Kabeln und Schläuchen befinden. Im Allgemeinen sind die Spuren aber nur sehr winzig. Auch häufig betroffen ist der Faltenbalg für Antrieb und Lenkung. Darüber hinaus sind Tierhaare, Tatzenspuren und Fäkalien Indizien dafür, dass im Motorraum ein Marder zu Gange war.

Zur Abwehr gegen Marder sind Besitzer einer Garage deutlich im Vorteil. Die Tiere reagieren zudem sehr aggressiv auf die Duftstoffe ihrer Artgenossen. Hier hilft eine regelmäßige Motorwäsche. Dadurch werden die Duftspuren entfernt. „Generell sollten Autofahrer häufiger mal einen Blick unter ihre Motorhaube werfen. So können mögliche Schäden frühzeitig erkannt und behoben werden. Der beste Schutz bei einem Marderschaden bleibt aber weiterhin der Versicherungsschutz“, sagt Dr. Schröder.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 12.04.2017

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