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Morgengruß von Helmut Harff: Wertbeimessungsstörung

... ein für mich neuer Begriff

Heute hörte ich wie zumeist mehr mit halben Ohr Radio. Da fiel der Begriff Wertbeimessungsstörung. Da ich nicht genau mitgekommen hatte, worum es geht, bemühte ich wie in einem solchen Fall immer Wikipedia. Dort erfuhr ich, dass unter einer Wertbeimessungsstörung leidet, dem man ein Messi-Syndrom attestiert.

O.k., damit kann ich was anfangen. Und doch, leiden nicht viel mehr Menschen unter dieser ominösen Störung? Sicherlich sind wir nicht alle Messis, doch tun wir uns nicht fast alle schwer damit, uns von Dingen zu trennen? Haben wir nicht alle zumindest schon einmal gedacht, das schmeiße ich nicht weg, das kann ich ja noch mal brauchen? Dabei wussten wir doch, dass wir das Ding nicht noch einmal brauchen. Wir wussten in den allermeisten Fällen sogar, dass das Ding völlig überflüssig ist. Man kann sich nur nicht trennen.

Ich bin mir sicher, dass man solche Dinge, die ihrem Überleben nur unserer Wertbeimessungsstörung verdanken, in allen Kellern, Speichern und Kramecken findet. Ich meine nicht die Dinge, die man wirklich hin und wieder braucht, sondern all den Kram, den wir für noch wertvoll halten, der es aber nun mal nicht ist.

Unter Wertbeimessungsstörung leiden aber in vielen Fällen auch Leute, die kein unnützes Zeug aufheben. Sie meinen, dass Dinge in ihrem Besitz viel Wert sind. Vielleicht waren sie das mal, vielleicht hat man dafür mal viel Geld ausgegeben. Doch die Zeiten haben sich geändert. Davon können ganz sicher viele DDR-Menschen ein lautes Lied singen. Die gehorteten „Schätze“ - von Dachpappnägeln über Trabbi-Auspuffanlagen bis zu alten Möbeln und Hausrat – hatte von heute auf morgen seinen Wert fast völlig eingebüßt. Man wähnte sich wohlhabend, weil man ein tausende DDR-Mark teures altes Lexikon, weil man ein Service aus Meißner Porzellan hat und nun war das Lexikon unverkäuflich und das Service mit dem gekreuzten Schwertern nur noch wenige hundert D-Mark wert.

Unter einer Wertbeimessungsstörung leiden aber auch viele Erben. Sie haben immer darauf spekuliert, die tollen Dinge von der Erbtante, von Oma und Opa in bare Münze verwandeln zu können. Und was dann? In den allermeisten Fällen sind die Dinge eben nicht das Wert, was sie schienen, wie man sie in der Familie eingeschätzt hatte.
Diese Fehleinschätzungen, diese Wertbeimessungsstörung sind sogar Grundlagen für einige Fernsehsendungen, bei denen Menschen häufig erstmals erfahren, wie viel oder eben wie wenig ihre „Schätze“ wirklich wert sind.

Und ich? Ich leide doch nicht unter so einer Störung – zumindest nicht immer. Kaputtes kommt weg, dennoch hebe ich vieles auf. Doch nicht, weil ich meine, die wären tausende Euros wert. Ich hebe Dinge auf, weil ich sie gern habe, weil ich Spaß an ihnen habe, weil sie mir gefallen. Doch das hat nichts mit einer Wertbeimessungsstörung zu tun, das ist ein Sammelsyndrom. Doch das ist ein anderes Thema.

Einen hohen Wert hat für mich ein schönes Frühstück. Da kann ich dann auch immer auswählen, welchen Eierbecher ich nehme. Die sammele ich nämlich, wertvoll sind die aber garantiert nicht.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.  Mal ausmisten ist doch am Ostersonnabend irgendwie passend. Man sucht, was man nicht finden will.

 


Veröffentlicht am: 15.04.2017

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