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ALBERTO GIACOMETTI in der Tate Modern

... vom 10. Mai bis 10. September 2017

Ab 10. Mai widmet die Tate Modern dem Bildhauer, Maler und Zeichner Alberto Giacometti (1901-1966) eine bedeutende Retrospektive, die erste in Großbritannien seit mehr als 20 Jahren.

Alberto Giacometti ist weltweit für seine großen, überlangen und spindeldürren Figuren bekannt, Werke, die in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts eingegangen sind. Die Retrospektive will an die Bedeutung erinnern, die Giacometti – neben Matisse, Picasso und Degas – als Maler und Bildhauer des 20. Jahrhunderts hat. Die Werkschau vereint mehr als 250 Werke, darunter außergewöhnliche Leihgaben aus der Sammlung und den Archiven der Fondation Alberto und Annette Giacometti in Paris.

Präsentiert werden bislang nur selten gezeigte Zeichnungen und Arbeiten aus Gips, die die ästhetische Entwicklung seiner fünfzigjährigen Schaffenszeit illustrieren, angefangen von seinen ersten Kompositionen, darunter «Frauenkopf (Flora Mayo» aus dem Jahr 1926 bis hin zu seinen zu Ikonen der Kunstgeschichte gewordenen Bronzeskulpturen wie «Der schreitende Mann I» aus dem Jahr 1960.

Alberto Giacometti, 1901 in der Schweiz geboren, ließ sich in den 1920er-Jahren in Paris nieder, wo er zunächst noch unter dem Einfluss des Kubismus stand, bevor er sich im Jahr 1932 den Surrealisten anschloss. Weltbekannte Werke wie «Frau mit durchgeschnittener Kehle» aus dem Jahr 1932 spiegeln den Einfluss des Surrealismus wider sowie seine Auseinandersetzung mit den Themen Brutalität und Sadismus. Die Ausstellung setzt eine bedeutende Auswahl großer Skulpturen in Beziehung mit Zeichnungen und Büchern.

Werke wie «Ohne Titel (Maske)» aus dem Jahr 1934 bringen sein Interesse für die Dekorativen Künste zum Ausdruck, während «Mann (Apollo)» aus dem Jahr 1929 und «Wagen» aus dem Jahr 1950 von einer Ästhetik zeugen, die ihre Inspiration in der ägyptischen und afrikanischen Kunst findet. Diese Retrospektive stellt vor allem die Art und Weise in den Vordergrund, mit der Giacometti - vielleicht mehr als andere Künstler seiner Zeit - die Grenzen zwischen klassischer und moderner Kunst überschritten hat und die Trennung zwischen Schönen und Dekorativen Künsten hinterfragt.

Im Jahr 1941 verließ Giacometti Paris und ging nach Genf, wo er bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs blieb. In dieser Zeit, Giacometti hatte dem Surrealismus bereits den Rücken gekehrt, setzte er sich in seinen Arbeiten mit der Frage nach der Perspektive und Distanzerfahrung aus, die bereits in seinen kleinen und realistischen Figurenkompositionen wie «Kleine Figurine» aus den Jahren 1937-1939 ihren stilistischen Niederschlag fand. Nach dem Krieg kehrte er wieder nach Paris zurück, wo er seine langen, filigranen Figuren entwarf, die ihn weltberühmt machten.

Giacometti hat nach dem Modell gearbeitet, seine Auseinandersetzung mit der isolierten und ausgemergelten Figur wird zu einem Hauptmotiv, das die Hoffnungslosigkeit zum Ausdruck, die nach dem Zweiten Weltkrieg vorherrschte. Die Ausstellung präsentiert eine erstaunliche Auswahl diese Meisterwerke wie «Zeigender Mann» aus dem Jahr 1947, «Taumelnder Mann» aus dem Jahr 1950 sowie «Die Hand» aus dem Jahr 1947, die zusammen mit bedeutenden Malereien des Künstlers, darunter «Diego sitzend» (1948) und «Caroline in rotem Kleid» (1964-65) gezeigt werden.

Die Retrospektive legt einen weiteren Schwerpunkt auf einige Zeitgenossen, die in seinem persönlichen und künstlerischen Leben eine große Rolle gespielt haben, darunter seine Frau Annette, sein Bruder Diego, seine Geliebte Caroline. Die persönlichen und freundschaftlichen Beziehungen Giacomettis übten einen starken Einfluss auf sein Schaffen aus, denn Freunde und Familienmitglieder dienten ihm als Modell. Ihnen wird deshalb ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet, in dem die Porträts von Diego und Annette zu sehen sind. Die Gesichter und menschlichen Figuren zeugen von Giacomettis scharfer Beobachtungsgabe.

Während Giacometti vor allem für seine Skulpturen aus Bronze bekannt ist, erinnert die Retrospektive auch an sein großes Interesse für andere Materialien, vor allem für Gips und Ton. Materialien, die weich und formbar sind und ihm erlaubten, freier zu arbeiten und unermüdlich zu experimentieren, vor allem mit Gips. Dadurch konnte er Material und Oberfläche zerfurchen. Eine große Anzahl dieser sehr zerbrechlichen Gipskompositionen, die nur selten ausgeliehen werden, sind in dieser Ausstellung erstmals zu sehen, darunter auch die weltbekannten «Frauen von Venedig» (1956). Giacometti hatte sie für die Biennale in Venedig geschaffen. Seitdem ist das Ensemble in seiner Gesamtheit erstmals zu sehen.

Die «Frauen von Venedig» seit 60 Jahren erstmals vereint

Giacometti hat für die Biennale in Venedig, auf der er Frankreich im Jahr 1956 repräsentierte, eine Gruppe aus sechs Gipsfiguren ausgestellt, die er eigens für die Kunstausstellung in der Lagunenstadt geschaffen hatte. Jede stellt eine lange, stehende Frauenfigur dar. Das weltbekannte Ensemble «Frauen von Venedig» ist seit seiner Entstehung im Jahr 1956 erstmals vereint. Die sechs Skulpturen werden neben zwei anderen Kompositionen aus Gips zu sehen sein, die zur selben Serie gehören, die Giacometti im selben Jahr in der Kunsthalle Bern präsentiert hatte. Die Werke zeugen von einem Schlüsselmoment in der Arbeit Giacomettis, denn sie stellen eine eingehende Studie seiner Frau Annette dar. Die Skulpturen stellen den Höhepunkt seiner künstlerischen Entwicklung dar, in der Giacometti die Wirklichkeit der menschlichen Form abbildet.

Diese Werke wurden von der Fondation Alberto und Annette Giacometti eigens für die Ausstellung restauriert und vereint.

Die Retrospektive bietet die einzigartige Gelegenheit, diese bedeutenden Skulpturen, die zu den zerbrechlichsten seines Gesamtwerks gehören, nicht nur zusammen ausgestellt zu sehen, sondern auch in einer ursprünglich vom Künstler entworfenen Anordnung.

Kuratoren, Katalog

Alberto Giacometti wurde kuratiert von Frances Morris, Leiterin der Tate Modern und Catherine Grenier, Leiterin und Chefkonservatorin der Fondation Alberto und Annette Giacometti (Paris) mit Unterstützung von Lena Fritsch, stellvertretende Konservatorin an der Tate Modern, in Zusammenarbeit mit Mathilde Lecuyer, Konservatorin der grafischen Bestände der Fondation Alberto und Annette Giacometti. Die Ausstellung wurde von der Tate Modern und der Fondation Alberto und Annette Giacometti (Paris) organisiert. Sie wird von einem von der Tate Publishing publizierten Katalog begleitet, an dem die Autorinnen Frances Morris und Lena Fritsch mitgewirkt haben, sowie Catherine Grenier und Mathilde Lecuyer. Ein Programm mit Konferenzen und einer Reihe von Veranstaltungen ergänzt die Retrospektive.

Mit Unterstützung von Maryam und Edward Eisler sowie des Alberto Giacometti Exhibition Supporters Circle, der Tate Patrons, der Tate Americas Foundation und den Tate Members

Tate Modern, Eyal Ofer Galleries
Eintritt für Erwachsene: 18, 50 £ (ohne Geldspende 16.80 £). Ermäßigter Tarif: 16,50 £ (ohne Geldspende: 15,00 £)
Täglich geöffnet von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, freitags und samstags bis 22 :00 Uhr
Information auf Englisch unter: +44(0)20 7887 8888, www.tate.org.uk und Twitter @Tate #Giacometti

Bild: Alberto Giacometti and his sculptures at the Venice Biennale, 1956 Archives of the Giacometti Foundation

 


Veröffentlicht am: 17.04.2017

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