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27.05.2017

 

 

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Der Bienwald – Wald der 1.000 Geschichten

Wandern wo Natur auf Kultur trifft

Erlebnis-Wandern mit Genuss – so lautet die Formel für das Wandern in der frühlingshaften Südpfalz. Die ausgedehnten Wanderwege im Bienwald, dem Bellheimer Wald sowie in den Rheinauen und im Lautertal machen diese Region gerade jetzt im Frühling zu einem reizvollen Eldorado für Wanderer und aktive Naturgenießer.

Eine Vielzahl gut beschilderter Wanderwege sowie der Treidler-Premiumwanderweg erschließen den Landkreis Germersheim und bieten ein abwechslungsreiches Angebot für alle, die gerne auf ebenen Wegen wandern. Und wer glaubt, in der Ebene zu wandern könnte eintönig werden, den wird die Südpfalz überraschen.

Der 12.000 Hektar große Bienwald mit seinen leise dahin plätschernden Bächen und knorrigen alten Eichen im äußersten Süden des Landkreises, an der Grenze zu Frankreich gelegen, lockt als „Wald der 1.000 Geschichten“. Hier wo Wildkräuter und Nadelhölzer um die Wette duften, erzählen Keltengräber, römische Meilensteine, Redouten und Westwallbunker von der bewegten Geschichte der Südpfalz. Manches zeigt sich ganz offensichtlich, anderes liegt auch ganz im Verborgenen. Die zertifizierte Natur-und Landschaftsführerin Heidrun Knoch und die Naturführer Pfalz nehmen ihre Gäste mit auf erlebnisreiche Touren und decken so manches Geheimnis des Waldes auf.

So erfahren die Teilnehmer auf Wanderungen mit Titeln wie „Der Wald, sein Mythos und die Geschichte“ oder „Natur erobert Westwall“ spannende Begebenheiten aus dem Bienwald und vergangener Zeiten. Ein ganz besonderes Relikt deutscher Geschichte, der sogenannte Westwall, direkt an der Grenze zum Elsass gelegen, ist Beispiel dafür, wie Wanderer im Bienwald Natur und Kultur gleichermaßen erleben können. Von 1936 bis 1939 wurde das militärische Verteidigungssystem von rund 630 Kilometern Länge entlang der Westgrenze zwischen Kleve und Weil am Rhein aus Bunkern, Gräben und Panzersperren errichtet.

In der Pfalz verlief die Verteidigungslinie von Zweibrücken über Oberotterbach, Steinfeld, Schaidt, Büchelberg bis zum Rhein bei Hagenbach. Ein besonderer Schwerpunkt der Grenzbefestigung war der Otterbachabschnitt – zwischen Oberotterbach und Schaidt im Bienwald. Hier führt auch der Westwall-Wanderweg Schaidt vorbei an denkmalgeschützten Bunkern, die mit ihren Hohlräumen mittlerweile als wertvolle Lebensräume für Wildkatzen, Fledermäuse, Eidechsen und anderes Höhlengetier dienen.

„Wer auf der Suche nach einem überraschenden Natur- und Kulturerlebnis ist, ist hier auf dem richtigen Weg. Für den Bienwald ganz typische Wege sind die eher breiteren Laufwege die bedingt durch die geschichtsträchtigen Begebenheiten dann so fürchterliche Namen tragen wie z.B. die Mordallee“, erklärt Heidrun Knoch während ihrer geführten Wanderung auf dem Westwall-Weg.

Auf dem Weg liegt auch das Jakobshäuschen. Gebaut anno 1819 unter der Amtszeit des Försters Jakob Eichenlaub diente es als Schutzhütte. Hier ereignete sich ebenfalls Dramatisches: Am 05.03.1908 erschoss sich dort der königlich bayerische Forstmeister Philipp Höpfner. Der hatte ein Verhältnis mit seiner 17-jährigen Dienstmagd Katharina Schaller, die von ihm schwanger wurde und ihr Kind tötete.

Der Westwall-Wanderweg liefert neben dieser eher gruseligen Geschichte aber auch spannende Entdeckungen für Naturliebhaber, denn die Natur ist sich selbst überlassen und so können sich Fauna und Flora ganz frei entfalten. Der Bienwald ist Rückzugsort für bedrohte Arten und Naturschutzgebiet. Heidrun Knoch berichtet von ganz besonderen Naturphänomenen im nassen Bienwald wie dem Vorkommen verschiedener bedrohter Bestände der kleinen Bachmuschel und des stark gefährdeten Urzeitkrebs Siphonophanes grubei. Die Gewässer im Bienwald speisen sich alleine durch Grundwasser bzw. Stauwasser, was wegen der großflächigen, oberflächennahen Lehmschichten nicht abfließen kann. Im Winterhalbjahr erscheint der Bienwald deshalb mitunter wie ein wildes Sumpfgebiet, wo sich Bachmuschel, Abenteurer & Co. besonders wohlfühlen.

Ob es nun wirklich 1.000 Geschichten sind, die der Bienwald zu erzählen hat? Finden Sie es heraus und erleben Sie Ihre eigene Geschichte. Starten Sie z.B. mit einer (geführten) Wanderung auf dem Westwall-Wanderweg in Schaidt. Eine genaue Routenbeschreibung zum Westwall-Wanderweg finden Sie hier: Westwall-Wanderweg Schaidt.

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen zeigen sich nun auch in der restlichen Südpfalz erste Frühblüher zum Auftakt der Wandersaison. Es scheint, als hätten sich die Bäume ein feines Frühlingskleid angelegt. Überall rechts und links der Wege, auf den Hängen der Weinberge und in den Gärten der Obstplantagen leuchtet es in zarten Grün-, Weiß- und Rosatönen.  Die sanfte Wärme und die hellen Tage machen jetzt große Lust, an den Wochenenden oder den bevorstehenden Urlaubstagen schon mal kräftig Sonne zu tanken und sich mit abwechslungsreichen Wandertouren die freie Zeit zu gestalten.

Weitere Wandertouren in der Südpfalz entdecken Sie hier: Wanderwege Südpfalz

Wandern bedeutet gerade in der Südpfalz auch Rasten und Genießen, weshalb die Einkehr in gemütliche Gasthöfe, Biergärten und Restaurants dazugehört. Sie bieten ein breites Angebot an Pfälzer Spezialitäten aus regionaler Produktion und moderner Küche mit saisonalen Produkten. Versäumen Sie es nicht, bei einem regionalen Hofladen oder Winzer in der Region anzuhalten. Direktvermarktung in der Südpfalz hat Tradition und Zukunft. Einkaufen beim Erzeuger ist ein aktiver Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft.

Foto: Südpfalz-Tourismus Landkreis Germersheim e.V.

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Veröffentlicht am: 20.04.2017

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