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Aufgespießt: 8. Mai

Ein bedeutungsschwerer Tag

(Helmut Harff/Chefredakteur) Der 8. Mai sorgt bis heute für unterschiedliche Gefühle bei vielen Deutschen. Für einige ist es ein Tag der Niederlage, für die meisten - so hoffe ich jedenfalls - ein Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und für andere - so befürchte ich - ein Tag ohne wirkliche Bedeutung.

Klar ist, am 8. Mai 1945 endete der Krieg zwischen den deutschen und den alliierten Streitkräften und damit der zweite Weltkrieg in Europa. Festgelegt war in der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands übrigens, dass am 8. Mai 1945 ab 23:01 Uhr die Waffen endgültig schweigen sollten.

Klar hatte Deutschland den Krieg verloren und wohl die allermeisten empfanden das damals als Niederlage. Als was sollte man es auch sonst ansehen? Schließlich war man besiegt, besetzt und stand unter fremder Verwaltung. Erst mit den Jahren setzte sich die Ansicht durch, dass man befreit wurde, befreit vom Nationalsozialismus. Man war damit genau von dem befreit, was man jahrelang bejubelt hatte. Vielleicht ging einem das Wort vom Tag der Befreiung auch deshalb relativ leicht von den Lippen, weil noch Jahrzehnte später die Befreier das Sagen hatten. Vielleicht fühlte man sich auch etwas von seiner Schuld befreit.

Viele, die selber als Wehrmachts-Soldat unterwegs waren und viele die diesen nachfolgten, tun sich bis heute schwer von einem Tag der Befreiung zu sprechen. Soldaten haben es nun mal nicht gern, die Waffen strecken zu müssen, zu kapitulieren und in Gefangenschaft zu müssen. Das als eine Art von Befreiung anzusehen fällt ihnen schwer. Wie wir nun gerade medial erleben, fällt das Soldaten bis heute schwer. Man verherrlicht, was es nicht mehr gibt - und das machen sicherlich nicht nur wenige. Ganz nebenbei habe ich solche Tendenzen und noch schlimmeres auch in der Nationalen Volksarmee der DDR erlebt. Vielleicht ist es so, dass eine Armee ohne Traditionen, ohne Chorgeist, ohne Verherrlichung vergangener Schlachten nicht so richtig existieren kann.

Da blendet man schon mal alles Schlechte aus. Da macht auch die Bundeswehr keine Ausnahme. Man wird aber auch in keinem Traditionskabinett der US-Streitkräfte oder der russischen Armee lesen können, wie viele Tote auf das jeweilige Konto kommen, wie viele Frauen vergewaltigt wurden, wieviel gestohlen, geplündert wurde. Man brüstet sich lieber seiner Siege, zeigt erbeutete Fahnen und die Bilder eigener Helden. So ist das beim Militär. Wer so etwas nicht will, muss für diese Form von Heldenverehrung, von Traditionspflege anderes finden und anbieten. Doch einen erfolgreichen Ansatz in diese Richtung habe ich bisher noch nicht gesehen.

Übrigens: Der 8. Mai ist auch der Weltrotkreuz- und Rothalbmondtag. Er wird jährlich am 8. Mai, dem Geburtstag von Henry Dunant, dem Begründer der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, begangen. Zwei Anlässe, die bis heute untrennbar zusammen hängen - der Krieg, das Rote Kreuz und der Rote Halbmond. Wir kennen das Rote Kreuz nur als Einrichtung, die bei Großereignissen die versorgen, denen es aktuell nicht gut geht oder als die, die mit dem Krankenwagen unterwegs sind, wenn wir es nicht mehr allein zum Arzt oder in Krankenhaus schaffen. Doch weltweit sind es vor allem Krieg, Bürgerkriege, Katastrophen und Hungersnöte, die beide Organisationen auf den Plan rufen. Ohne deren Arbeit würde es deutlich mehr Not und Tod weltweit geben.

Hier kommt mir eine Idee: Wie wäre es, wenn man bei der Bundeswehr nicht Soldaten verherrlicht, sondern die, die deren Treiben Menschlichkeit gegenübersetzten? Anstelle von rostigen Stahlhelmen, die Soldaten auf hatten, die ihr junges Leben auf einem Schlachtfeld beendeten, kann man doch Rot-Kreuz-Devotionalien sammeln.

 


Veröffentlicht am: 08.05.2017

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