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23.11.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Elektrisch unterwegs

Doch wie…

Glaubt man der Politik, glaubt man allen, die vor dem Klimawandel warnen, so kann die Menschheit nur gerettet werden, wenn wir elektrisch unterwegs sind. Letzteres glaube ich nicht. Nicht dass ich etwas gegen neue Antriebe habe, doch ein Auto mit Batterie ist für mich weder neu, noch sinnvoll.

Die Berliner fuhren früher gern mit der „Elektrischen“ oder mit dem „O-Bus“. Beide, die Straßenbahn und der Oberleitungsbus, galten mal als die fortschrittlichsten Nahverkehrsmittel überhaupt. Das ist nun schon etwa 100 Jahre her. Noch älter sind die ältesten Elektroautomobile aus dem Hause Siemens. Und heute? Da tun wir so, als wären diese Technologien etwas ganz neues, ganz tolles.

Wenn dem so ist, warum fahren dann nicht viel mehr Straßenbahnen, viel mehr Oberleitungsbusse? Zu teuer, zu unflexibel sei das, hat man jahrzehntelang gehört. Und jetzt? Jetzt will man sogar LKWs auf der Autobahn per Oberleitung fahren lassen. Und in den geplagten Großstädten und Ballungscentern? Wo gibt es die konkreten Pläne, beispielsweise in Stuttgart Straßenbahnen statt Autos fahren zu lassen? Wo werden gerade Oberleitungen für Busse gebaut? An denen könnten nachts dann auch Transporter unterwegs sein.

Was macht man stattdessen? Man baut Radwege aus – oder denkt zumindest darüber nach. Abgesehen davon, dass das Rad kein Ersatz für das Auto sein kann, was passiert, wenn wirklich die Hälfte der Autofahrer auf das Rad – am besten aufs E-Bike - umsteigt? Was, wenn in Berlin eine Millionen Menschen auf das Rad umsteigen? Das würde schöne Staus auf den Radwegen geben.

Gut, das wird nicht passieren, denn die Regierung will ja, dass wir auf Elektroautos umsteigen. Ich stelle mir vor, nur die Hälfte aller Autos fahren mit Batterien, die aufgeladen werden müssen. Es würde sicherlich leiser in unseren Städten werden, aber würde uns das wirklich helfen?

Hat mal jemand überlegt, wo all der Strom für die Straßenbahnen und Oberleitungs-LKWs, für die E-Bikes und E-Autos herkommen soll? Aus regenerativen Energien? Glaubt das wirklich jemand? Hat mal jemand ausgerechnet, wie viele Ladestationen für E-Autos allein in einer Stadt wie Berlin erreichtet werden müssten, wenn jedes zweite Auto mit Strom aus der Dose unterwegs ist? Hat mal jemand überlegt, wo und wie all die Batterien gewartet und entsorgt werden sollen? Einst war die Atomenergie die Lösung aller Energieprobleme und keiner dachte an den Müll. Droht uns nun das gleiche bei der E-Mobilität?

Hat mal jemand versucht auszurechnen, was der Umstieg auf die E-Mobilität wirklich kostet und wie dieser Umbau unsere Umwelt belastet? Hat mal jemand überlegt, wie man es machen soll, dass man sein Auto überall aufladen kann? Hat mal jemand darüber nachgedacht, wie viele Kilometer Straße aufgerissen werden müssen, um Kabel für die Ladestationen zu verlegen? Hat mal jemand darüber nachgedacht, wie viele zusätzliche Solarparks, Windräder, Wasserkraftwerke oder Biogasanlagen gebaut werden müssen, um die schönen und nicht so neuen Elektroautos, E-Bikes und anderen mit Strom betriebenen Fahrzeuge mit Energie zu versorgen? Hat mal jemand überlegt, was die Schaffung dieser völlig neuen Infrastruktur für unsere Umwelt bedeutet?

Hat mal jemand darüber nachgedacht, was mit all den Autos mit Verbrennungsmotoren passieren soll, die wir dann nicht mehr benötigen? Schaffen wir die nach wie vor in Länder, die sich weder die neue Technologie noch umweltfreundlichere Autos mit Verbrennungsmotoren leisten können?

Ja, wir brauchen neue Ideen für unsere globalisierte und mobile Welt. Doch das mit Technologien zu versuchen, die über 100 Jahre alt sind, kann nicht die Lösung sein. Die Lösung kann auch nicht von denen kommen, die seit langem ihr Geld genau mit dem verdienen, was jetzt verteufelt wird. Das Internet ist ja auch nicht von Fernsehsendern oder Zeitungsverlagen entwickelt worden. Auch Google und Co. sind wohl nicht die Richtigen, wenn es um wirklich neue, für das 21. Jahrhundert taugliche Technologien geht. Da braucht es wirklich neue Ideen und viel weniger Ideologien. Die Elektromobiltät nach heutigem Stand ist garantiert nicht alternativlos.

Alternativlos ist aber, dass es jetzt Frühstück gibt.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 11.05.2017

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