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Morgengruß von Helmut Harff: Kirche, wo bist Du

… nur in Berlin und Wittenberg?

Gestern war ein Feiertag. Gestern war kein Feiertag für Männer, gestern war Christi Himmelfahrt. Christen bestimmten auch das Bild in den Medien. Christen treffen sich gerade in Berlin, genauer gesagt, evangelische Christen. Sie versammeln sich zum Evangelischen Kirchentag. 100.000 sollen es sein.

Das klingt viel, aber angesichts von knapp einer Millionen Berliner Christen – so die Angabe des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg – sind das nur sehr wenige. Doch es ist ja schön, wenn so viele Menschen und noch einige in ihren Heimatkirchen Christi Himmelfahrt feiern.

Doch können das die Christen überall? Mich erreichte dazu unter anderem dieser Leserbrief einer Leserin aus dem südlichen Brandenburg. Sie schreibt:

„Sehr geehrter Herr Harff,

ich habe heute Morgen Ihren Morgengruß gelesen und wurde da erst wieder darauf aufmerksam, dass der freie Tag nichts mit den Männern, sondern nur mit zwei Männern zu tun hat. Sie sehen daran, dass ich keine Christin bin, Kirchen nur wegen der Kunst besuche. Leider kenne ich die Kirchen in meinem Wohnumfeld nicht, weil die nur zu Gottesdiensten offen sind und da habe ich als Atheistin nichts verloren. Nun hoffte ich darauf, dass an diesem kirchlichen Feiertag überall die Kirchen offen sind und auch Menschen wie mich einladen.

Ich machte mich also wie sehr viele mit dem Rad bei schönem Wetter auf, auf meine Art diesen Tag zu begehen. Ich kam also an die Kirche in meinem Dorf an und stand vor verschlossener Tür. Zugegeben, es war erst neun Uhr, doch nur wenige Häuser weiter schallte Schlagermusik aus einer Gaststätte, die eigentlich schon seit Jahren geschlossen hat. Männer standen davor und tranken ihr vielleicht erstes Bier. Ich frühstückte dort erst einmal, bevor ich mich auf zur nächsten Dorfkirche machte.

Mein Erstaunen war groß, als auch hier die Türen verschlossen waren. Ein Blick auf den Aushang verriet, dass man hier Himmelfahrt wohl als unwichtig ansieht, denn ein Gottesdienst war nicht vorgesehen. Sind die alle in Berlin, fragte ich mich. Also weiter mit dem Rad. Ich wunderte mich schon nicht mehr, dass auch die Kirche im nächsten Dorf verrammelt war. Hier verriet der Aushang, dass nicht nur diese, sondern alle Kirchen in der Umgebung an diesem Tag geschlossen bleiben. Es gab nur den Hinweis „ ev. Kirchentag“.

Das wunderte mich dann doch. Hat ein Pfarrer nicht gerade an einem kirchlichen Feiertag, der so wichtig zu sein scheint, dass er ein bundesweiter Feiertag wie Ostern und Weihnachten ist, bei seiner Gemeinde zu sein? Ist der Wahlkampfauftritt von Frau Merkel mit Unterstützung von Herrn Obama so viel wichtiger?

Mir wurde klar, warum die Kirche in Brandenburg, warum die Kirche in meinem Umfeld überhaupt keine Rolle mehr spielt. Wieso soll jemand an einem Tag wie Himmelfahrt nicht von Kneipe zu Kneipe ziehen, wenn die Kirchen die Türen fest verschlossen halten.

Das musste ich einfach mal loswerden. Vielleicht noch eines: Ich habe auch so sehr nette Leute in den verschiedenen Bierzelten getroffen. Dass die Kirchen alle geschlossen waren hatte übrigens niemand bemerkt. Wer redet da eigentlich noch vom christlichen Abendland und von deutscher Leitkultur. Kirche gehört augenscheinlich nicht mehr dazu.“


Ich bedanke mich hier für diesen Leserbrief, der meine eigene Wahrnehmung widerspiegelt. Ich habe zumindest aus der Ferne den Eindruck, dass Christus beim Kirchentag in Berlin weniger im Mittelpunkt steht, als die aktuelle Politik.

Jetzt steht bei mir das Frühstück im Mittelpunkt meines Interesses.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Hoffentlich können Sie am heutigen Brückentag das sommerliche Wetter genießen.

 


Veröffentlicht am: 26.05.2017

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