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Morgengruß von Helmut Harff: Alles meins

… oder Eigentum verpflichtet

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Sparkassenwerbung mit dem Slogan „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“? Die Botschaft war damals wie heute, das kann, das sollte, dies muss dir gehören. Da gibt es doch noch eine Botschaft, die da lautet, dass ein Mann ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum pflanzen soll.

Wir Männer sollen also viel Besitz anhäufen. Glaubt man der Regierung, muss man auch noch Geld als Altersvorsorge scheffeln. Doch macht das Sinn? Das mit dem Sohn schon, sofern es auch ein Mädchen sein kann. Auch das mit dem Baum pflanzen ist gar keine so schlechte Idee. Wer irgendwie kann, sollte auch für sein Alter vorsorgen. Wie? Das muss wohl jeder für sich selber herausfinden.

Doch was ist mit dem Haus, mit dem Auto, dem Boot oder was man noch so besitzen kann und will? Früher hatte ich ein Boot, wollte unbedingt ein Haus und gern noch einiges mehr besitzen. Das Auto spielte bei mir dagegen nie eine Rolle. Und heute? Da bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass Eigentum etwas ist, mit dem man prahlen kann – siehe die Sparkassenwerbung – aber auch nicht mehr. Ja, ich weiß, dass ein Haus gern auch als Altersversorgung gilt. Wer mal alte Menschen gesehen hat, die mit einem irren Kraftaufwand bemüht sind, ihren Garten irgendwie in Ordnung zu halten, ihren Zaun zu streichen oder sonstwie für ein vernünftiges Wohnen zu sorgen, wird zweifeln, dass so ein Haus etwas tolles für das Alter ist. Von den hohen laufenden Kosten will ich hier gar nicht reden.

Was war da noch? Das Boot: Das hatte ich auch. Ich habe viel Geld für den Bootsstand bezahlt, viel geschliffen und gestrichen. Manchmal schien sogar die Sonne als ich Zeit hatte, Boot zu fahren. Viel Aufwand für wenig Vergnügen.
Und heute? Lebe ich zur Miete. Ist etwas kaputt rufe ich den Vermieter an – und fertig. Will ich umziehen, suche ich mir eine neue Bleibe und ziehe um. Ich muss nichts vermieten, nichts verkaufen. Ich muss auch nichts in Ordnung halten. Selbst den Garten – den gemieteten – kann ich jederzeit wieder kündigen. Wenn ich heute Boot fahren will leihe ich mir eines aus – mal ein Paddelboot, mal ein Hausboot. Einsteigen – losfahren – Spaß haben – wieder abgeben und nur für die Nutzung zahlen. Das so viel billiger, als selber ein Boot zu haben. Und ich kann zwischen so vielen Angeboten wählen.

Als Vielreisender mit Landsitz – einer Mietwohnung – ist ein Auto, ein eigenes Auto, wichtig. Leider gibt es noch nicht auf jedem Dorf Leihwagen, die man wieder überall abgeben kann. Doch was nicht ist, kann ja noch kommen.

Eigentum verpflichtet, das gilt für mich immer weniger. Und, ich beobachte, dass immer mehr Menschen, vor allem immer mehr Stadtmenschen auf diese Art von Verpflichtung verzichten. Das trifft vor allem ältere Mitbürger, die alle irgendwann erlebt haben, was Besitz bedeutet. Das ist keine Absage an Privatbesitz, sondern eine Verschiebung von Prioritäten. Wer sich gern um jeden Kram selber kümmern möchte, wer Besitz für sein Ego braucht, der kann noch immer dem Sparkassen-Slogan folgen. Ich will mehr Zeit für wirklich wichtige Dinge und auch etwas Geld für das Alter. Das reicht aber wohl bei den meisten von uns nicht für Haus, Boot und ein materiell abgesichertes Alter.

Allen die eben doch meinen, ein Haus ist die beste Geldanlage, sollten sich mal hinsetzen und ehrlich ausrechnen, was ihnen ein Haus von der Anschaffung bis zum Lebensende oder dem Verkauf kostet und was man in dieser Zeit in ein Mietobjekt investiert. Dabei bitte nicht die Eigenleistungen völlig unter den Tisch fallen lassen. Noch schlimmer fällt die Bilanz ganz sicher beim Boot – das gern auch für anderen Besitz steht – aus.

Alles quatsch? Warum haben Sie dann keine eigene Bäckerei für Ihre Frühstücksbrötchen? Ich kaufe die bei meinem Bäcker.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 07.06.2017

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