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Aufgespießt: Ja, mir san mit'm Radl da

... wenn es die Wege erlauben

(Helmut Harff/Chefredakteur) Dem Verbrennungsmotor werden zahlreiche Nachrufe gewidmet, dass das Elektroauto eine ziemliche Schnapsidee ist, spricht sich rum und der öffentliche Personennahverkehr überzeugt nicht. Was bleibt, wenn man nicht zu Fuß gehen will? Richtig: Das Rad.

Ich finde radfahren toll. Ich kann mit meinem Rad 25 Kilo oder zwei Bierkisten ohne Problem transportieren. Mein Rad steht in der Garage und die Radwege in meiner Umgebung sind - so vorhanden - in einem recht guten Zustand. Mit anderen Worten, ich bin ein privilegierter Radfahrer - zumindest wenn ich in der Lausitz lebe.

In Berlin sieht die Welt ganz anders aus. Doch genau hier - in den urbanen Zentren - will die Politik, dass man vom Auto aufs Rad umsteigt. Hier will man mit dem Bau von Radschnellwegen erreichen, dass vor allem Pendler vom Auto auf das Rad umsteigen. Das forderte heute auch im Radio der bayrische Innenminister Joachim Herrmann, der hofft, nach der nächsten Bundestagswahl Innenminister für ganz Deutschland zu werden.

Er meinte beispielsweise, dass es ein Ziel ist, 10 Prozent der Berliner Autofahrer davon zu überzeugen, vom Auto auf das Rad umzusteigen. Abgesehen davon, dass man wohl ohne wirkliche Anreize kaum jemand davon überzeugen wird, sein Auto zu verkaufen, ist das eine wahnwitzige Idee.

Warum? In Berlin sind aktuell 1.195.149 PKWs zugelassen. Davon 10 Prozent sind knapp 120.000. Das heißt, Herr Herrmann will, dass in Berlin 120.000 mehr Fahrräder unterwegs sind. Wo sollen die Fahrräder fahren, wo abgestellt werden? Interessant wäre auch, wie der Fahrradlobbyist die Autofahrer überzeugen will.

Berlin, aber sicherlich auch andere Ballungszentren sollten, bevor auch nur ein Meter Radweg neu gebaut wird, dafür sorgen, dass die vorhandenen Radwegen in einem einwandfreien Zustand sind. Es gibt unzählige Kilometer Radweg, die eigentlich nicht befahrbar sind. Außerdem sollten die Städte dafür sorgen, dass im Herbst und Winter die Radwege beräumt werden. Im Herbst vom Laub und im Winter von Eis und Schnee. Das passiert zumindest in Berlin so gut wie überhaupt nicht.

Wichtig wäre auch, dass man in Bahn und Bus viel mehr Fahrräder mitnehmen kann - und das ohne Fahrpreisaufschläge. Noch wichtiger wäre für alle Nicht-Autofahrer, dass die öffentlichen Verkehrsmittel wirklich fahren. Davon, dass man nicht lange auf Bahn und Bus warten muss und diese rund um die Uhr fahren sollen, will ich gar nicht reden.

Wann begreifen all die Radlobbyisten, von CSU über die Grünen und den ADFC bis zu den vielen medialen Nachbeter, dass das Fahrrad ein Auto nicht ersetzen kann und nur für andere Probleme sorgt, die aber unserer Mobilität einfach nicht lösen kann.

Nochmal: Nichts, aber auch gar nichts gegen das Fahrrad - auch als Transportmittel. Es wird nur einfach eines nicht tun - das Auto ersetzen. Das kann im allerbesten Fall ein exquisiter öffentlicher Personennahverkehr - in den Städten, in deren Speckgürteln und auf dem flachen Land.

Nur wenn man öffentlich besser und möglichst umsonst seine Dinge erledigen kann, werden mehr Menschen auf das eigene Auto verzichten - und auch das Rad benutzen.

 


Veröffentlicht am: 07.08.2017

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