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Morgengruß von Helmut Harff: Genuss oder Verdruss?

Gönnen wir uns den Genuss

Wer Genuss mit Deutschland gleichsetzt, der erntet zumeist nicht einmal ein müdes Lächeln. Genießen ist seit langem alles andere als ein positiv besetztes Thema in Deutschland. Man denke nur an das Nichtraucherschutzgesetz, daran, dass Kommunen gern mal den öffentlichen Alkoholgenuss verbieten wollen, daran, dass Politiker per Anordnung einen fleischlosen Tag einführen wollen und man Süßes ähnlich brandmarken will wie Fette oder eben den Tabak.

Nützen solche Verteufelungen? Ich bin überzeugt davon, dass das nicht der Fall ist. Auch die gebetsmühlenhaften Propagierung von vegetarischer oder veganer Ernährung hat uns nicht gesünder gemacht. Wir geben auch trotz eines angeblichen Bio-Booms nicht mehr für Lebensmittel aus, lässt man mal Preissteigerungen für Milchprodukte oder Obst und Gemüse außen vor.

Für Genuss scheint da nicht viel Platz zu sein. Die einen fordern, auf die Weihnachtsgans oder den Silvesterkarpfen zu  verzichten. Andere warnen vor den Schadstoffen in Zimtsternen und anderen Weihnachtsleckereien und überhaupt vor dem ganzen Süßkram.  Dafür – so wird es Land auf Land ab propagiert – sollen wir vegane Ersatzprodukte konsumieren. Die bestehen allerdings aus vielen Bestandteilen, von denen wohl nur die Hersteller wissen, was sie uns da auf den Tisch legen.

Doch was bleibt? Der gesunde Menschenverstand und der Wille, sich nicht tagtäglich verunsichern zu lassen. Ja, wir tun etwas gutes, wenn wir darauf achten, was wir essen. Wir sollten auch kritisch hinterfragen, was uns da als „gesund“ vorgelegt wird. Ich habe gerade eine Studie gelesen, dass sogenannte Gemüsechips – als topgesund gepriesen – keineswegs besser und gesünder als die verteufelten Kartoffelchips sind. Meine Kartoffelchips sind gesund, denn ich mach die selber.

Selber machen, das ist in vielen Fällen überhaupt die richtige Entscheidung. Es ist nicht nur zumeist billiger, es macht auch mehr Spaß und steigert den Genuss. Ob alles selber gemachte  auch gesund ist, muss jeder selber sehen. Man weiß auf jeden Fall, was man da zu sich nimmt.

Es gibt aber noch etwas, was den Genuss und nicht den Missbrauch steigert: Das ist schlicht der Preis. Mit einem teuren Lebensmittel geht man einfach sorgsamer um, als mit eines vom Discounter-Ramschtisch. Das gilt auch für Genussmittel: Ein Massenbier ist nun einfach mal kein Genuss. Doch trinkt man ein teures, interessantes Bier, so will man das auch richtig genießen. Das konnte ich gestern am Berliner Alexanderplatz beobachten. Das ist in den meisten Fällen kein gastronomischer Hotspot und man wirbt eher mit einem Bier für einen Euro. Nicht so im neu eröffneten Braufaktum-Biergenusstempel.

Dort hat der Gast die Qual der Wahl zwischen rund 20 Craft-Bieren. Die werden nicht für einen, sondern für deutlich mehr Euro angeboten. Was passiert? Hier trifft man keinen Säufer, hier trifft man Genießer. Hier ist es üblich, dass der eine das und der andere jenes Bier trinkt und dann wird gegenseitig probiert. Man will genießen und ist dann auch bereit, für ein ungewöhnliches, aber auch ungewöhnlich leckeres Bier einen angemessenen Preis zu zahlen.

Damit ist man auch auch beim Bier in der Gastronomie da angekommen, wo man beim Wein, beim Whisky oder beim Gin längst angekommen ist.

Nicht Sucht, sondern die Sucht nach dem ultimativen Genuss ist es, was Bierliebhaber in die neue Lokalität am Alex, wie die Berliner sagen, zieht. Solche Genusstempel, in denen sich nahezu jeder aber den Genuss auch leisten kann, muss es viel mehr geben – nicht nur in den Großstädten, sondern über all im Land. Dann kann es sogar Deutschland schaffen, als ein Land von Genießern zu gelten. Das wäre doch mal eine schöne Aussage über uns und unser Land.

Ich genieße jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 17.11.2017

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